US-Börsenaufsicht: Bitcoin-Buchführung von Microstrategy ist unzulässig

  • Die SEC wirft Microstrategy unzulässige Buchführungspraktiken vor, weil das Unternehmen die Bitcoin-Kursschwankungen aus seinen Geschäftsbüchern herausrechnet.
  • Das Unternehmen versucht seit langem, die SEC dazu zu bewegen, die Vorschriften über die buchhalterische Behandlung von Kryptowährung zu ändern.

Microstrategy hat bei seinen Bitcoin-Käufen gegen die von der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC aufgestellten Bilanzierungsrichtlinien verstoßen, so die Behörde. Nach Ansicht der SEC hat das Unternehmen Rechnungslegungsgrundsätze verwendet, die die Auswirkungen der Volatilität seines Bitcoin-Bestandes nicht widerspiegeln.

Wie Bloomberg Tax berichtet, erklärte die SEC in einem Kommentar, dass Microstrategy nicht nach den GAAP (Generally Accepted Accounting Principles) bilanzierte. Die GAAP bestehen aus bestimmten Vorschriften zur Rechnungslegung, die vom Financial Accounting Standards Board herausgegeben werden und an die sich börsennotierte  Unternehmen in den USA halten müssen.

Die SEC stellte fest, dass Microstrategy die GAAP für sein Formular 10-Q für den am 30. September letzten Jahres endenden Quartalszeitraum nicht beachtet hatte, um den Aktionären zu zeigen, wie hoch der Ertrag ohne den Bitcoin-Bestand des Unternehmens gewesen wäre.

„Wir nehmen Ihre Antwort auf den vorherigen Kommentar 5 zur Kenntnis und erheben Einspruch gegen Ihre Anpassung für Bitcoin-Wertminderungsaufwendungen in Ihren Nicht-GAAP-Kennzahlen. Wir bitten Sie, diese Anpassung in zukünftigen Berichten zu entfernen.“

Die Behörde erinnerte das Software-Haus auch daran, dass „das Unternehmen und seine Geschäftsleitung für die Richtigkeit und Angemessenheit der Angaben verantwortlich sind, ungeachtet jeglicher Überprüfung, Kommentare, Maßnahmen oder des Ausbleibens von Maßnahmen.“

Die GAAP bieten keine Leitlinien für Kryptowährungen, so dass Unternehmen mit bedeutenden Bitcoin-Beständen wie Microstrategy und Tesla nur wenig Bewertungsspielraum haben.

Die aktuell geltende Regelung besagt, dass Unternehmen Bitcoin als immateriellen Vermögenswert verbuchen müssen. Das bedeutet, dass Firmen wie Microstrategy, die keine Investmentfirmen sind, Bitcoin beim Kauf zum Tagespreis verbuchen und ihn anpassen müssen, wenn der Wert fällt.

Wenn Bitcoin also beispielsweise von 60.000 auf 40.000 Dollar fällt, muss das Unternehmen dies verbuchen. Steigt Bitcoin dann aber auf 70.000 Dollar, darf das Unternehmen den zuvor angepassten Buchwert nicht wieder nach oben korrigieren.

Zu seiner Verteidigung erklärte Microstrategy gegenüber der SEC im vergangenen Jahr, dass das Unternehmen Non-GAAP-Rechnungslegungsgrundsätze verwendet, um seinen Anlegern ein vollständigeres Bild seiner Leistung zu vermitteln. Wenn das Unternehmen, wie vorgeschrieben, nur einen Rückgang des Bitcoin-Kurses ausweise, seien die Daten für die Anleger weniger aussagekräftig, zumal das Unternehmen den Bitcoin in den Mittelpunkt seiner Strategie gestellt habe:

„Darüber hinaus sind wir der Meinung, dass die Einbeziehung der nicht zahlungswirksamen Wertminderungen von Bitcoin unsere Investoren von der Analyse der Betriebsergebnisse unseres Geschäftsbereichs Enterprise Software Analytics ablenken könnte.“

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Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

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