Ein Staat verliert 12 Millionen, ein Unternehmen gewinnt 1,7 Milliarden – beide mit Bitcoin

  • El Salvador hat seit der Bitcoin-Einführung vor 4 Monaten einen Verlust von 12 Millionen Dollar gemacht.
  • MicroStrategy hingegen verzeichnete rund 1,7 Milliarden Dollar Gewinn mit Bitcoin, aber die Zukunft birgt Unwägbarkeiten.

Mehr als vier Monate sind vergangen, seit El Salvador durch die Einführung von Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel zum Krypto-Pionier. Vier Monate später aber fehlen Millionen Dollar im Bitcoin-Bestand.

Bukeles Bitcoin-Fiasko

Unter der Führung von Präsident Nayib Bukele kaufte das zentralamerikanische Land aggressiv Bitcoin, insbesondere während der Preisstürze. Bei Redaktionsschluss gehörten dem Staat 1.391 Bitcoin. Insgesamt kosteten die Bitcoinkäufe das Land  73,2 Millionen Dollar, da die meisten Käufe getätigt wurden, als der Bitcoinkurs über 50.000 Dollar lag. Bei Redaktionsschluss lag der Bitcoinkurs jedoch bei etwa 42.000 Dollar. Der Wert der Bitcoin-Bestände El Salvadors liegt damit bei 60,7 Millionen Dollar, was einen beachtlichen Verlust von 12 Millionen Dollar bedeutet.

Ungewissheit über staatlichen Bitcoin-Bestand

Doch die Zahlen sind fragwürdig, da wichtige Details zu den Krypto-Investitionen El Salvadors nicht veröffentlicht wurden. So sagte Finanzminister Alejandro Zelaya, dass das Land einen Teil seiner Bitcoins gegen Dollar getauscht habe. Er sagte jedoch nicht, wann das war und wieviele Bitcoins es waren.

Darüber hinaus bleibt die Adresse, an der El Salvadors Kryptowährung gehalten wird, für die breite Öffentlichkeit ein Geheimnis. Eine Nachverfolgung der Käufe und Verkäufe ist daher praktisch unmöglich.

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Saylors Bitcoin Coup

Das von Michael Saylor geführte Technologieunternehmen MicroStrategy ist ein Unternehmen, das stolz darauf ist, Teil der „Buy the Dip“–Bewegung zu sein. Seit Ende 2020 hat das Unternehmen alle Möglichkeiten genutzt, um mehr Bitcoin zu akkumulieren. Zum einen wird gemäß einer Richtlinie aus dem Jahr 2020 alles Bargeld, das nicht für den operativen Betrieb benötigt wird, in Bitcoin gehalten. Außerdem hat das Unternehmen mehrfach Wandelanleihen ausgegeben, um seine Kaufkraft zu erhöhen.

Ende 2021 besaß MicroStrategy insgesamt 124.391 Bitcoin, die es zu einem durchschnittlichen Gesamtwert von 3,75 Milliarden Dollar erwarb. Die Bestände sind jetzt 5,42 Milliarden Dollar wert, was im Lauf der Zeit einen Zuwachs von 44% oder knapp 1,7 Milliarden Dollar bedeutet.

Die Bitcoin Zukunft

Saylor hat einmal gesagt, dass Bitcoin „für immer steigen wird“ und dass er die Bitcoin des Unternehmens niemals verkaufen werde. Seine Aussagen haben wurden zwiespältig aufgenommen.

Tatsächlich könnte sich das Unternehmen gezwungen sehen, Maßnahmen zu ergreifen, sollte der Bitcoin-Kurs unter 30.153 Dollar fallen. Ab diesem Kurs, wenn er den weiter fällt, wird MicroStrategy wie El Salvador Verlust machen. Für das Unternehmen könnte das angesichts seiner Verbindlichkeiten zum Problem werden. In El Salvador könnte das Vertrauen in Bukeles Krypto-Hobby und seine Bitcoin City noch weiter sinken. Viele Bürger waren von Anfang an misstrauisch. Eine neue Hausse auf dem Kryptomarkt würde Zweifler und Kritiker wohl fürs erste wieder verstummen lassen – bis zum nächsten Kurssturz jedenfalls.

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