US-Zentralbank plant Zinserhöhung – das hat Auswirkungen auf den Kryptomarkt

  • Die US-Federal Reserve Bank hat das Protokoll einer Sitzung vom Dezember veröffentlicht, in der beschlossen wurde, Ausgabenkürzungen vorzunehmen und die Zinsen zu erhöhen.
  • Dadurch würde der Kapitalzufluss in die Märkte gebremst, die Aktienkurse würden es zu spüren bekommen , und für Kryptowährungen, insbesondere Bitcoin, könnte es sehr ungemütlich werden.

Die US-Notenbank gibt de facto die Richtung für die globalen Finanzmärkte vor, und ihr jüngster Schritt könnte die Zukunft der Märkte für Krypto-Assets erheblich beeinflussen. Die Zentralbank will ihre Ausgaben verlangsamen und die Zinssätze erhöhen. Dies dürfte das auf dem Aktienmarkt verfügbare Kapital drastisch reduzieren, und dasselbe gilt für den Kryptomarkt. Der Sinkflug von Bitcoin nähert sich bereits  der 40.000-Dollar-Marke, während Ethereum und die meisten anderen wichtigen Altcoins in den letzten zwei Tagen ebenfalls nichts als rote Zahlen geshene haben.

Die Fed-Sitzung fand zwar schon im Dezember letzten Jahres statt,  doch das Sitzungsprotokoll wurde erst am 5. Januar veröffentlicht. Es wurde bekannt, dass die Zentralbank von ihr gehaltenen Anleihen und durch Hypotheen abgesicherte Wertpapiere im Wert von über acht Billionen Dollar umschichten will. Dieser Prozess soll 2022 beginnen, möglicherweise in den nächsten Monaten. So heißt es im Protokoll:

„Fast alle Teilnehmer stimmten darin überein, dass es wahrscheinlich angemessen wäre, irgendwann nach der ersten Anhebung des Zielbereichs für den Leitzins eine Bilanzverkürzung einzuleiten.“

Analysten gehen davon aus, dass dieser Prozess im März beginnen wird, wobei die Fed auch den Leitzins anheben wird. Noch Beunruhigender ist, dass, „sobald der Prozess beginnt, das angemessene Tempo des Bilanzabbaus wahrscheinlich schneller sein wird als während der letzten Normalisierungsphase“.

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Warum die Fed die Zukunft von Bitcoin in der Hand hat

Sobald das Protokoll bekannt war, reagierten die Märkte. Der Aktienmarkt wurde stark in Mitleidenschaft gezogen; der Dow Jones Industrial Average erlitt seinen ersten Rückgang 2022. Noch schlimmer war es für die Nasdaq-Aktien, die mit 3,34% den größten Tagesverlust seit Februar letzten Jahres hinnehmen mussten.

Die Kurse der Kryptowährungen reagierten noch empfindlicher. Unter den risikobehafteten Anlagen gelten Anleihen als am wenigsten riskant, gefolgt von Aktien, bei denen das Risiko höher ist, gefolgt  von Kryptowährungen, die als Hochrisiko-Anlagen gelten. Kaum überraschend also, dass Anleger, wenn die Zeiten unsicher werden, aus Hochrisiko-Anlagen aussteigen, zugunsten vermeintlich risikoloserer Anlagen.

So wurde Bitcoin – als die Fed das Protokoll veröffentlichte – noch bei über 46.700 Dollar gehandelt. Unmittelbar danach fiel Bitcoin auf 42.700 Dollar – ein Verlust von 4.000 Dollar in wenigen Stunden. Die Talfahrt setzte sich fort und bei Redaktionsschluss lag der Kurs bei 41.540 Dollar, was ein Minus von 3,9% bedeutet.

Diese tendenz dürfte sich fortsetzen, zumindest kurzfristig, bevor sich Bitcoin von den allgemeinen Finanzmärkten abkoppelt. Laut Jay Hatfield, CEO von Infrastructure Capital Management, könnte dieser Schritt der US-Zentralbank das Hauptrisiko des Jahres 2022 werden:

„Wenn die Fed anfängt, ihre Bilanz zu schrumpfen, wird das katastrophale Folgen haben“.

Seiner Meinung nach wollen Investoren nicht im Aktien- oder Kryptomarkt sein, wenn die Fed Liquidität abzieht:

„Das ist so, als wenn man in Coca-Cola investiert, wenn Warren Buffett gerade  alle Coke-Aktion verkauft.“

Was Bitcoin retten kann – und das könnte auf lange Sicht sogar ein Vorteil sein – ist die Tatsache, dass der direkte Einfluss der Fed auf den Kryptomarkt kleiner ist, als bei allen anderen Märkten, etwa Anleihen und Aktien. Selbst wenn die Fed ihre Positionen auflöst, kann sie dem Kryptowährungsmarkt nicht direkt Liquidität entziehen.

Andererseits sind viele institutionelle Anleger gerade erst zu wichtigen Akteuren im Bitcoin-Ökosystem geworden. Wenn die makroökonomischen Schocks, die mit den erhöhten Zinsen einhergehen, sie hart treffen, könnten sie ihre Bitcoin und andere digitale Assets wieder verkaufen wollen, und das hieße: deren Kurse gehen in den Keller.

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Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

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