Nordkorea wirft den USA Spionage vor

  • Die USA haben Sanktionen gegen Blender verhängt, den Bitcoin-Mixer, der von den nordkoreanischen Axie-Infinity-Hackern benutzt worden sein soll, um einen Teil der gestohlenen 625 Millionen Dollar zu waschen.
  • Nordkorea reagierte darauf mit der Behauptung, die USA nutzten ihre hegemoniale Stellung in der IT-Branche, um Spionageakte gegen Länder zu begehen, die sie ablehnen.

Nordkorea behauptet, die USA nutzten ihre Vormachtstellung in der weltweiten IT-Industrie, um Staaten auszuspionieren, die nicht ihre Verbündeten sind. Diese Anschuldigung ist eine Reaktion auf die Verhängung von Sanktionen durch die USA gegen Blender, den Bitcoin-Mixer, der angeblich zur Geldwäsche eines Teils der Beute aus dem Axie-Infinity-Diebstahl verwendet wurde.

Am Freitag verhängte das US-Finanzministerium zum ersten Mal Sanktionen gegen einen Krypto-Mixer. Laut Ministerium habe sich Blender der Beihilfe zur Geldwäsche von gestohlener virtueller Währung schuldig gemacht. Zuletzt sei Blender von der Hackergruppe Lazarus benutzt worden, um Gelder zu waschen, die sie von Axie Infinity gestohlen habe. Lazarus stehe direkt mit der Nordkorea in Verbindung und die Gruppe werde von dem dortigen Regime regelmäßig für kriminelle Finanzaktivitäten – nicht nur im Krypto-Bereich – eingespannt.

US-Unterstaatsekretär Brian Nelson kommentierte:

„Mixer für virtuelle Währungen, die kkriminelle Transaktionen unterstützen, stellen eine Gefahr für die nationalen Sicherheitsinteressen der USA dar. Wir gehen gegen illegale Finanzaktivitäten der Demokratischen Volksrepublik Korea vor und werden nicht zulassen, dass staatlich geförderter Diebstahl und dessen Helfershelfer zur Geldwäsche ungeschoren davon kommen.“

Das Finanzministerium geht davon aus, dass der Mixer benutzt wurde, um 20,5 Millionen Dollar der Beute aus dem 625-Millionen-Dollar-Raub zu waschen, dem bisher größten der Krypto-Geschichte. Wie CNF berichtete, ging Binance gegen einige der Hacker vor, die versuchten, einen Teil der Gelder auf seiner Plattform auszuzahlen, und sperrte 5,8 Millionen Dollar.

Krypto-Mixer oder -Tumbler sind Dienste, die den Weg von Blockchain-Transaktionen verschleiern. Werden Kryptowährungen an einen Mixer geschickt, werden sie mit anderen Kryptowährungen vermischt und anschließend an den Absender zurückgeschickt. Dieses Mixen macht es unmöglich, den Absender  anhand der versendeten Krypto-Summe  zu identifizieren.

Mehr zum Thema: Bitcoin-Mixer sind legal und dienen gleichwohl vor allem zur Geldwäsche

Nordkorea beschuldigt die USA der Spionage

Nordkorea wehrte sich nun. Am Samstag sagte Park Song Il vom nordkoreanischen Außenministerium, die USA spielten die Unschuldigen für ein Verbrechen, das ursprünglich von ihrem Land ausging, und nutzten ihre Vormachtstellung im IT-Bereich, um gegen Staaten vorzugehen, mit denen sie verfeindet sind.

Song wies die gemeinsame Warnung des Finanzministeriums, des Heimatschutzministeriums und des FBI ebenso zurück wie „die unsinnige Behauptung, die „Volksrepublik Korea“ finanziere mit ihren Cyber-Aktivitäten illegale Massenvernichtungswaffen und ballistische Raketenprogramme“.

„Die USA nutzen ihre hegemoniale Stellung in der IT-Industrie schon seit langer Zeit, um systematisch Spionageakte gegen andere Länder zu begehen.“

Song beschuldigte die USA außerdem, größere Cyberverbrechen begangen zu haben als diejenigen, gegen die sie vorgingen:

„Es sind die USA, die die ganze Welt in Erstaunen versetzten, indem sie die Telefongespräche von führenden Politikern ihrer Verbündeten abhörten, ganz zu schweigen von ihren Feinden. Es sind wiederum die USA, die im Rahmen des Internet-Überwachungsprogramms „PRISM“ mehr als 61.000 Hacking-Operationen ausgeführt haben.
Wir weisen die unbegründete „Cyber-Bedrohung“, die von den USA in die Welt gesetzt wird, entschieden zurück und bezeichnen sie als schwerwiegende Verletzung der Souveränität unseres Staates.“

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Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

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