Tether wehrt sich gegen Vorwürfe fragwürdiger Investitionen und Kredite

  • Tether und seine Führungskräfte werden der Veruntreuung von Geldern durch Investitionen in chinesische Handelspapiere und die Ausgabe von Darlehen beschuldigt.
  • Das Unternehmen wehrt sich und sagt, es handele sich um Diffamierungen.

Der Steablecoin-Emittent Tether steht erneut im Mittelpunkt einer Kontroverse über die Verwendung seiner USDT-Token. Am 7. Oktober wurden in einem Bloomberg-Bericht schwere Vorwürfe gegen Tether und seinen Finanzchef Giancarlo Devasini wegen unsachgemäßer Mittel-Verwendung. Der Bericht behauptet, dass Tether Investitionen in chinesische Handelspapiere getätigt habe. Da abers steht im Widerspruch zu den öffentlichen Stellungnahmen von Tether, die besagen, dass alle USDT-Bestände von Tether im Wert von 69 Milliarden US-Dollar jederzeit vollständig abgesichert sind.

Unter Berufung auf das Dokument, das Businessweek vorliegt, stellt Bloomberg fest, dass Tether kurzfristige Kredite an chinesische Unternehmen vergeben hat. Darüber hinaus zeigen die von BusinessWeek eingesehenen Dokumente, dass eine auf den Bahamas ansässige Bankdirekt mit Tether zusammengearbeitet hat.

Tether soll Milliarden Dollar durch kryptogestützte Kredite verdient haben. Einige dieser Kredite haben den höchst volatilen Bitcoin als Sicherheit. Tether hat der riesigen Quasi-Bank Celcius Network Limited ein solches Darlehen angeboten.

Reserven sind angeblich gefährdet

John Betts, ehemaliger Geschäftsführer der Noble Bank International LLC in Puerto Rico, beschuldigte Tether-Finanzchef Giancarlo Devasini, auch die Reserven in Gefahr gebracht zu haben. „Es ist kein Stablecoin, sondern ein hochriskanter Offshore-Hedgefonds,“ sagte Betts. Der Bloomberg-Bericht stellt fest:

„Tether hat bestritten, irgendwelche Evergrande-Schulden zu halten, aber sein Anwalt lehnt es ab, zu sagen, ob Tether andere chinesische Handelspapiere hatte. Er sagt, dass die überwiegende Mehrheit der Geschäftspapiere von den Rating-Agenturen gut bewertet wurde. Tether hat immer noch nicht offengelegt, wo es sein Geld angelegt hat. Wenn Devasini ein Risiko eingeht, um auch nur 1% Rendite auf die gesamten Reserven von Tether zu erzielen, würden er und seine Partner einen jährlichen Gewinn von 690 Millionen Dollar erzielen. Wenn diese Kredite aber ausfallen, und seien es auch nur wenige Prozent davon, wäre ein Tether weniger als 1 Dollar wert.“

Der Stablecoin-Emittent schießt zurück

Tether hat sich gegen die jüngsten Anschuldigungen gewehrt und bezeichnete den Bericht von Bloomberg Businessweek als „müden Versuch“, das Unternehmen aufgrund von „Andeutungen und Fehlinformationen“ zu diffamieren. Der Stablecoin-Emittent merkte an:

„Der heute von Bloomberg BusinessWeek veröffentlichte Artikel ist ein Einakter, wie ihn die Branche schon oft gesehen hat, indem sie alte Nachrichtenfetzen aus verschiedenen Orten und dubiosen Quellen aufgreift und sie in ein vorgefertigtes und vorgegebenes Narrativ einfügt. Es ist ein weiterer müder Versuch, einen Marktführer zu untergraben, dessen Erfolgsbilanz in Sachen Innovation, Liquidität und Erfolg für sich selbst spricht.“

Unter Berufung auf seine vierteljährlichen Zuverlässigkeitsberichte stellte Tether fest, dass seine USDT-Stablecoins vollständig durch USD gedeckt sind.
Es ist nicht das erste Mal, dass Tether mit solchen Vorwürfen konfrontiert wird. In der Vergangenheit gab es bereits mehrfach Berichte über die Beziehung von Tether zu seiner Muttergesellschaft Bitfinex. Bislang gibt es jedoch keine konkreten Beweise für ein Fehlverhalten von Tether.

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