Krypto-Kreditgeber BlockFi sendet fälschlicherweise kostenlose Bitcoin an Benutzer und bittet sie dann, sie zurückzugeben

  • BlockFi beabsichtigte, seinen Nutzern die Bonuszahlungen in US-Dollar zu schicken, verwendete dabei aus Versehen den gleichen Betrag in BTC. Dies führte zu einem Verlust von 10 Millionen Dollar 
  • Die Benutzer wurden aufgefordert, das Geld zurückzugeben und sogar die Abhebungen wurden gesperrt. Einige hatten sich bereits mit den „kostenlosen Bitcoin“ aus dem Staub gemacht.

Eines der größten Krypto-Kreditunternehmen hat kürzlich einen fatalen Fehler begangen, der es Millionen von Dollar hätte kosten können. BlockFi beabsichtigte, einige seiner Benutzer in US-Dollar als Teil einer Promotion auszuzahlen. Allerdings schickte das Unternehmen stattdessen Bitcoin an die Benutzer und bezahlte sie damit massiv über. Schnell wurden Auszahlungen gestoppt und die BTC wieder zurück gesendet. Berichten zufolge hatten einige Benutzer ihre BTC bereits ausgezahlt.

Der in New York ansässige Krypto-Kreditgeber hatte ein Werbegeschenk für seine Benutzer verteilt. Laut der Website sollten die Zahlungen in GUSD erfolgen, einem Stablecoin, der von der Gemini Exchange ausgegeben wird. Jedoch wurde eine Woche später ein grober Fehler bemerkt: Die Benutzer wurden stattdessen in BTC ausgezahlt.

„Bringt unsere Bitcoins zurück“

Das Unternehmen ging dann sofort an die Arbeit und versuchte, die Zahlungen rückgängig zu machen. Wie der CEO Zac Prince zu Bloomberg sagte, hatten einige der Benutzer bereits die BTC von der Börse abgezogen. Prince spielte die Zahl der Benutzer, die sich mit den BTCs aus dem Staub gemacht haben, herunter und sagte, es waren weniger als 100 und das Unternehmen hätte einen Verlust von rund $10 Millionen in Kauf nehmen müssen. Diese Zahl nimmt stetig ab, da immer mehr Benutzer mit dem Kreditgeber kooperieren und ihre BTC zurückgeben.

Prince behauptete auch, dass das Unternehmen Maßnahmen ergriffen hat, um sicherzustellen, dass sich ein solches Szenario nicht wiederholt.

BlockFi trägt Verlustrücklagen als Teil seiner Bilanzierungsrichtlinien und dies ist ein Bruchteil der bestehenden Verlustrücklagen – also keine negativen Auswirkungen auf das Eigenkapital oder den laufenden Betrieb der Plattform. Das Problem, das zu den Abhebungen führte, wurde behoben und es wurden zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen entwickelt, um ähnliche Probleme in Zukunft zu verhindern.

Der CEO betonte außerdem, dass der Fehler den Betrieb des Unternehmens nicht beeinträchtigt habe. Trotz der fehlerhaften Einlagen, habe BlockFi immer Rekordvolumen auf seiner Plattform.

Auf Reddit hat BlockFi hat auch eine Erklärung gepostet, um seine Benutzer zu beruhigen: „Die Situation hat keine Auswirkungen auf den laufenden Betrieb von BlockFi und es wurden Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass ein Fehler wie dieser in Zukunft nicht möglich sein wird. BlockFi’s letzte öffentlich gemeldete AUM ist $15B im Q1 2021. Kundengelder sind nicht betroffen und werden gesichert.“

BlockFi-Benutzer zeigten in den sozialen Netzwerken die BTC, die sie erhalten hatten. Einem Nutzer hat das Unternehmen 701 BTC gutgeschrieben anstelle von 701 Dollar. Sein BTC-Bestand war somit 26,6 Millionen Dollar wert, als der Bitcoin-Preis bei 38.000 Dollar lag. Der Benutzer hat nicht verraten, ob er die BTC an das Unternehmen zurückgegeben hatte.

Kein unbekannter Fehler

Die irrtümliche Auszahlung ist in der Welt der Finanzdienstleistungen nichts Ungewöhnliches. In dem wohl größten Fall der letzten Jahre hat die Citibank versehentlich 900 Millionen Dollar an einige ihrer Kunden überwiesen. Die Bank beabsichtigte, 8 Millionen Dollar zu überweisen, machte aber schließlich einen der größten Fehler in der Geschichte des Bankwesens. Einige Kunden gaben das Geld zurück, aber mehr als 500 Millionen Dollar wurden nicht zurückgegeben, da die Kunden beschlossen, das Geld zu behalten. Die Citibank brachte die Angelegenheit vor Gericht und verlor überraschenderweise den Fall und das Geld.

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Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

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