Zwei Ex-Ripple-Manager starten Blockchain-Netzwerk „pingNpay“ für Mikrozahlungen

  • Zwei ehemalige Führungskräfte von Ripple haben ihr eigenes Blockchain-Startup mit dem Namen „pingNpay“ angekündigt, das sich auf Mikrozahlungen spezialisiert.
  • Das neue Unternehmen wird in jedem Land, in dem es tätig ist, einen Stablecoin verwenden, der zu 100% durch liquide Fiat-Vermögenswerte abgesichert ist. Erstes Land ist Großbritannien.

In einer Zeit, in der jede andere Branche durch neue Technologien revolutioniert wird, sind Mikrozahlungen noch weitgehend unentwickelt. Zwei ehemalige Führungskräfte von Ripple wollen das mit ihrem neuen Startup pingNpay ändern. Das in London ansässige Startup will die Blockchain-Technologie und Stablecoins nutzen, um Kunden die Möglichkeit zu geben, Zahlungen unter 20 Dollar zu einem Bruchteil der derzeit anfallenden Gebühren zu tätigen.

pingNpay ist die Erfindung von Richard Bell und Jeremy Light. Ersterer war von 2018 bis Juni dieses Jahres leitender angestellter bei Ripple. Er hat auch als hochrangiger Manager bei Santander und Visa gearbeitet. Light hingegen war bis Oktober letzten Jahres Vice President of Strategic Accounts bei Ripple und davor drei Jahrzehnte lang Managing Director für die europäischen Zahlungsdienste von Accenture.

pingNpay verlässt nun den Stealth-Modus und wird zunächst in Großbritannien mit einer digitalen Münze starten, die durch das Pfund gesichert ist. In jedem Land, in dem pingNpay tätig ist, wird ein Stablecoin verwendet. Im Gegensatz zu Tether wird dieser Stablecoin jedoch zu 100 $ durch liquide Fiat-Vermögenswerte gedeckt sein. Um den regulatorischen Anforderungen zu genügen, soll regelmäßig der Proof of Reserve veröffentlicht werden.

Das Startup erhebt eine Gebühr von 1% in Echtzeit zum Zeitpunkt der Transaktion. Diese Gebühr wird vom Zahler getragen, sofern nichts anderes vereinbart wurde. Die Gebühr wird unter den Dienstleistern, wie etwa den Wallet-Anbietern, aufgeteilt.

Anders als bei vielen anderen Blockchain-basierten Zahlungssystemen, bei denen die Kryptowährung oder der Stablecoin im Mittelpunkt steht, will pingNpay die zugrunde liegende Technologie nur im Hintergrund nutzen. Die Empfänger, beispielsweise die Händler, müssen nicht wissen, dass sie mit einem Stablecoin bezahlt wurden. Vielmehr werden sie die Zahlung in ihrer lokalen Fiat-Währung erhalten.

Dazu bemerkte Bell:

„In einer Welt, in der Micropayments alltäglich werden, ist die Monetarisierung der Dienstleistung für Einzelhändler immer noch eine Herausforderung, und viele potenzielle Dienstleistungen, die sie anbieten könnten, haben noch nicht das Licht der Welt erblickt.“

pingNpay wird es seinen Nutzern ermöglichen, sowohl für Online- als auch für Offline-Waren und -Dienstleistungen zu bezahlen, etwa Kaffee oder Lebensmittel für Offline-Zahlungen und Netflix für Online-Zahlungen. Bell glaubt, dass sein Startup bestens positioniert ist, um von einem Markt zu profitieren, den große Zahlungsunternehmen wie Visa lange ignoriert haben.

Er bemerkte: „Niemand hat bisher den Markt für digitale Zahlungen unter 20 Dollar geknackt. Die großen Kartennetzwerke können Zehntausende von Zahlungen pro Sekunde verarbeiten, aber selbst dann kosten die billigsten Debitkartenzahlungen die Einzelhändler mindestens 20 Pence pro Zahlung, was 20 % einer 1-Pfund-Zahlung ausmacht.“

About Author

Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

Comments are closed.