Elon Musks Twitter-Kauf löst Kontroverse aus – Viele sehen die Meinungsfreiheit in Gefahr

  • Nach langen Verhandlungen hat Tesla-Chef Elon Musk Twitter für 44 Milliarden Dollar gekauft.
  • Ripple-Geschäftsführer David Schwartz erklärte, Musks angebliches Eintreten für Meinungsfreiheit sei eine Vedummungskampagne.

Elon Musk soll Twitter nun also für 44 Milliarden Dollar bekommen. Musk ist der Meinung, dass Twitter nicht genug für die Einhaltung der Grundsätze der Meinungsfreiheit tue. Er nennt sich selbst einen Verfechter der freien Meinungsäußerung. Schon vor längerer Zeit hatte er eine „Umfrage“ getwittert, in der er seine Anhänger fragte, ob Twitter die Durchsetzung dieses demokratischen Prinzips ernst nehme. Vor der offiziellen Ankündigung der Übernahme hatte er eine Botschaft an seine Kritiker gesandt:

„Ich hoffe, dass selbst meine ärgsten Kritiker auf Twitter bleiben, denn das ist es, was Meinungsfreiheit bedeutet. Die Meinungsfreiheit ist das Fundament einer funktionierenden Demokratie, und Twitter ist der digitale Marktplatz.“

Kontroverse Reaktionen

Diese Entwicklung halten die meisten selbsternannten Schützer des Rechts auf Meinungsfreiheit für eine gute Nachricht, ganz sicher aber die, denen ihr Twitter-Konto wegen bestimmter Äußerungen gesperrt wurde, unter ihnen der wiederholt durch die überragende Intellektualität seiner Tweets aufgefallene EX-Präsident der USA, Donald Trump.

Angelo Carusone, Präsident der gemeinnützigen Medienaufsichtsbehörde „Media matters for America“, ist jedoch völlig gegenteiliger Ansicht und sieht überhaupt keinen Grund zum Feiern. Personen, denen wegen gewaltverherrlichender und volksverhetzender Äußerungen das Twitter-Konto gesperrt wurde, hätten nun gute Aussichten, wieder zugelassen werden. Es sei ein Sieg für die Demagogen, die hinter jeder Desinformation stünden, so Carusone.

„Ein Verkauf an Elon Musk ohne jegliche Bedingungen wird das gesamte Informationsökosystem verschmutzen, indem er die Schleusen für Hass und Lügen öffnet. Der Vorstand von Twitter muss das jetzt berücksichtigen, bevor das Geschäft abgeschlossen wird.“

Ripple-Manager: Musk verdummt die Menschen

In Übereinstimmung mit Carusones Position äußerte David Schwartz, Chief Technology Officer von Ripple, seine Bedenken, dass Musk die Menschen mit seiner Pseudo-Kampagne für freie Meinungsäußerung verdummen würde. Er erklärte allerdings auch, dass Musk Twitter besser machen könne. Freie Meinungsäußerung könne ein gewisses Gegengewicht sein, „wenn sie die Starken davon abhält, die Schwachen zum Schweigen zu bringen“.
Musk wurde auch als Heuchler bezeichnet, nachdem bekannt wurde, dass er die chinesische Regierung in der Vergangenheit dazu aufgefordert hatte, Kritiker zu zensieren. Es wurde auch berichtet, dass er 2016 die Bestellung eines Bloggers bei Tesla storniert hab, weil dieser eine schlechte Bewertung abgegeben hatte.
Nichtsdestotrotz haben ihm mehrere Krypto-Influencer, darunter Anthony „Pomp“ Pompliano, eine Glückwunschbotschaft geschickt. BlockFi, ein Krypto-Kreditunternehmen, feierte die Nachricht mit einem Foto des Dogecoin-Hundes und einem Twitter-Logo. MicroStrategy-Gründer und CEO Michael Saylor hat seine Unterstützung für Musk ausgedrückt, indem er mit einem Text des ersten Zusatzes der Verfassung der Vereinigten Staaten antwortete.

Darüber hinaus hat Jody Hice, Mitglied des Repräsentantenhauses, seine Unterstützung für den Schritt erklärt: Es sei ein Sieg für den ersten Verfassungszusatz. Hice war 2021 mehrfach in den Schlagzeilen gewesen, weil er den Behauptungen faschistoider Republkaner über den angeblichen Wahlbetrug der Demokraten bei den US-Präsidentschaftswahlen 2020 zustimmte.
Musk hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass er „Spam und Betrugs-Bots und die Bot-Armeen“ von der Plattform entfernen wolle. Mit rund 83 Millionen Followern hat er nun eine ziemliche Hausmacht, mit der er das Verhalten auf und vor allem von Twitter beeinflussen kann.
Der Kauf muss noch von mehreren Aufsichtsbehörden und den Twitter-Aktionären abgesegnet werden. Es wird erwartet, dass das in naher Zukunft geschehen wird.

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John ist seit Jahren ein begeisterter Krypto- und Blockchainjournalist. Besonders fasziniert ist er von aufstrebenden Startups und den versteckten Mächten hinter Angebot und Nachfrage. Er hat einen Bachelor-Abschluss in Geographie und Wirtschaft.

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