- Auf dem Britischen Markt für Verbraucherinvestitionen hat es eine Vielzahl von Finanzbetrügereien gegeben, gegen die die Finanzaufsichtsbehörde nun rigoros orgehen will.
- Bislang wurden über 300 Verfahren gegen nicht registrierte Krypto-Firmen eingeleitet.
Die Financial Conduct Authority (FCA) wurde 2020 zur Aufsichtsbehörde für Krypto-Unternehmen im Vereinigten Königreich. Damit sollten eine ordnungsgemäße Überwachung der Kryptobranche sichergestellt und die Verbraucher geschützt werden. Unternehmen, die vor dem 10. Januar 2020 tätig waren und ihre Registrierungsanträge vor dem 6. Dezember 2020 einreichten, erhielten eine vorläufige Betriebsgenehmigung. Damit sollte sichergestellt werden, dass diese Unternehmen bis zum Abschluss der Prüfung ihrer Anträge weiterarbeiten konnten.
Die FCA war aufgrund der Komplexität der Anträge und der einzuhaltenden Standards in Verbindung mit der COVID-Pandemie nicht in der Lage, alle eingegangenen Anträge fristgerecht zu prüfen. Im Dezember 2021 war die Zahl der Firmen mit vorläufigen Betriebsgenehmigungen von 90 auf 30 gesunken. Derzeit sind nur 30 Kryptounternehmen auf der Website der FCA aufgeführt und somit ordnungsgemäß registriert. Das bedeutet, dass der Löwenanteil der Krypto-Branche in Großbritannien aus unregistrierten und unkontrollierbaren Firmen besteht. Damit operiert praktisch eine ganze Branche illegal, mit extremen Risiken für Investoren.
So gibt es denn auch einen grassierenden, gewerbsmäßigen Finanzbetrug, gegen den die FCA nach eigenen Angaben nun ernsthaft vorgeht. Zwischen April und September letzten Jahres wurden rund 16.400 Betrugsanzeigen erstattet. Im Vergleich zum Vorjahr 2020 war das ein Anstieg um gut 30 Prozent.
FCA zieht die Samthandschuhe aus
Die FCA hat bereits früher Warnungen an Investoren über die Risiken im Zusammenhang mit Krypto-Assets herausgegeben. Sarah Pritchard, Executive Director of Markets bei der FCA, erklärt, dass die veröffentlichten Zahlen den Anlegern genügend Informationen über ihre Investitionsentscheidungen und die damit verbundenen Gefahren liefern sollten.
„Die Verbraucher müssen Vertrauen haben, wenn sie Investitionsentscheidungen treffen, und die heute von uns veröffentlichten Daten zeigen, wie weit verbreitet Betrug ist.“
Bislang wurden über 300 Strafverfahren gegen nicht registrierte Krypto-Firmen eingeleitet. In vielen dieser Fälle geht es um Betrug. Zwar haben etliche Unternehmen ihre Anträge auf Betriebsgenehmigung ordnungsgemäß eingereicht haben, doch in rund 25% aller Fälle wurde die Genehmigung versagt.
Die Regulierungsbehörde teilt dazu mit:
„Die Pflicht zur Minimierung des Schadensrisikos in der Zulassungsphase verhindert, dass Firmen, die die Mindeststandards der FCA nicht erfüllen, in den Regulierungsbereich gelangen. Sie trägt auch dazu bei, Probleme im weiteren Verlauf zu vermeiden, die … Zwangsmaßnahmen erfordern könnten.“
Die Entscheidung, Kryptofirmen nun zu zwingen, die Anforderungen zu erfüllen, hat bei den meisten neuen und bestehenden Unternehmen für viel Unruhe gesorgt. Es wurde berichtet, dass 64 Firmen ihre Anträge einen Monat nach Einreichung zurückgezogen haben. ein Sprecher der FCA, sagte dazu dass diese Unternehmen die Anforderungen an die Geldwäschebekämpfung nicht erfüllten und daher ihre betrieblichen Prozesse aktualisieren und sich neu bewerben müssten.

