Jetzt den DIP kaufen? TRON und El Salvador greifen sich je 500 Bitcoins

  • Bitcoin wird mehr als 50 Prozent unter dem Höchststand gehandelt, während der Markt in Aufruhr ist – TRON und El Salvador kaufen den DIP.
  • Die Bitcoin-Wette, die Microstrategy laufen hat, könnte schlecht ausgehen, denn falls Bitcoin auf unter 21.000 Dollar fällt, stehen für das Unternehmen Milliarden Dollar auf dem Spiel.

Bitcoin ist angeschlagen und wird bei 31.943 Dollar gehandelt, ein Minus von 17% in der letzten Woche. Natürlich gibt es zwei Möglichkeiten, das zu betrachten: entweder Sie sind betrübt, weil Sie einiges verloren haben, oder Sie freuen sich, weil Sie den DIP kaufen können. Präsident Nayib Bukele von El Salvador und das Unternehmen TRON dürften Grund zur Freude gehabt haben, denn beide haben je 500 Bitcoin gekauft, während der Ausverkauf des Marktes noch anhält.
Präsident Bukele, teilte auf Twitter mit, dass er mehr als 15 Millionen Dollar ausgegeben hat, um 500 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 30.744 Dollar zu kaufen.

Bukeles Bitcoin-Spleen hat dazu geführt, dass die Kryptowährung in El Salvador inzwischen gesetzliches Zahlungsmittel ist. Allerdings geben die Salvadorianer offenbar keinen Pfifferling auf den teuren Tick ihres Präsidenten. Die meisten haben Bukeles gratis Chivo-Bitcoin-Wallet, die als Wohltat für das Volk gedacht gewesen war, zwar heruntergeladen und die geschenkten 30 Dollar herausgenommen, aber es danach nie wieder angerührt.

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Auch Justin Sun, der umstrittene Gründer von TRON, kaufte den DIP und legte sich ebenfalls weitere 500 Bitcoin zu.

Für Sun sind die BTC für sein neuestes Projekt bestimmt – den dezentralisierten USD (USDD).
USDD ist ein algorithmischer Stablecoin, dessen Wert an TRON gekoppelt sein wird, ähnlich wie UST, der an LUNA gebunden ist – obwohl die Ereignisse der letzten drei Tage die Lebensfähigkeit dieser Art von Stablecoin infrage stellen. Wie CNF berichtete, hatte Sun USDD im April angekündigt und und ihn am 5. Mai auf TRON vorgestellt. Er ist auch auf Ethereum und BNB-Chain über das BTTC-Cross-Chain-Protokoll verfügbar.

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Die Verwendung von Bitcoin als Reserve für einen Stablecoin ist in der Theorie eine brillante Idee – sie stellt nicht nur sicher, dass der Stablecoin seine Bindung durch die größte Kryptowährung aufrechterhalten kann, sondern ermöglicht es dem Unternehmen auch, Gewinne zu erzielen, sobald der Bitcoinkurs steigt. Aber wie der Kryptomarkt im Lauf der Jahre gezeigt hat, ist er alles andere als vorhersehbar, und der UST-Stablecoin von Terra hat das auf die harte Tour herausgefunden.

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Das Microstrategy Bitcoin-Rätsel

Während Investoren den Wertverlust ihrer Krypto-Portfolios beklagen, könnte der größte Bitcoin-Anleger der Welt ein noch größeres Problem haben. Michael Saylor kauft alle zwei Wochen Bitcoin, und sein Unternehmen Microstrategy ist derzeit das börsennotierte Unternehmen mit dem höchsten BTC-Bestand. Allerdings stammen nicht alle Bitcoins aus den eigenen Kassen des Unternehmens. Microstrategy hat für den Kauf Kredite in Höhe von mehr als 2 Milliarden Dollar aufgenommen.
Phone Le, CFO des Unternehmens, hat vor kurzem verraten, dass Microstrategy mit einem Margin Call rechnen muss, wenn Bitcoin die Marke von 21.000 Dollar erreicht. Dies würde das Unternehmen dazu zwingen, entweder seine Sicherheiten aufzustocken oder einen Teil seiner Bitcoin zu verkaufen.
Als Le dies mitteilte, wurde Bitcoin bei über 41.000 Dollar gehandelt und es schien höchst unwahrscheinlich, dass er in naher Zukunft auf 21.000 fallen könnte. In den letzten Tagen haben sich die Dinge jedoch radikal verändert, und am Montag fiel Bitcoin zum ersten Mal seit 10 Monaten unter 30.000. Jetzt scheint Saylors Position in Gefahr zu sein, wenn Bitcoin weiter fällt. Analysten befürchten, er könnte auf 19.400 Dollar abrutschen, wie CNF berichtete.

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Wenn Microstrategy gezwungen wäre, seine Kryptobestände zu veräußern, wäre das ein großer Einschnitt. Zum einen würden etliche Bitcoin für 21.000 Dollar weggehen, weit unter dem, was das Unternehmen dafür bezahlt hat. Außerdem würde es gegen Saylors inbrünstiges Evangelium des „Alles verkaufen und Bitcoin kaufen“ verstoßen. Saylor hat sogar ernsthaft vorgeschlagen, dass das gesamte Gold der Welt – ein Gegenwert von rund 10 Billionen Dollar – verkauft und alles in Bitcoin angelegt werden sollte.

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Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

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