- CPI (Dienstag) und PPI (Mittwoch) könnten die Erwartungen an Fed-Zinsen und Liquidität verschieben. Bitcoin und der gesamte Krypto-Markt könnten volatil reagieren.
- Neben dem Powell-Trump-Streit könnten auch Supreme-Court-Entscheidungen (Mittwoch) sowie das Senate-Committee-Markup zur Digital-Asset-Marktstruktur (Donnerstag) die Marktstimmung spürbar beeinflussen.
Bitcoin und der gesamte Kryptomarkt starten in eine Woche, die potenziell hohe Volatilität bieten könnte. Während die Woche von US-Makrodaten und Ereignissen geprägt sein dürfte, rückt in Washington ein wichtiger Schritt für die künftige Krypto-Regulierung näher: ein entscheidendes Committee-Markup im Senat.
Zunächst könnte jedoch der Streit zwischen dem US-Zentralbankchef (Fed) Jerome Powell und US-Präsident Donald Trump den Ton angeben. Am späten Sonntagabend erklärte Powell, dass das US-Justizministerium der Notenbank Grand-Jury-Vorladungen zugestellt und mit einer strafrechtlichen Anklage gedroht habe.
„Die Gefahr strafrechtlicher Anklagen ist eine Folge davon, dass die Fed die Zinssätze auf Grundlage ihrer besten Einschätzung dessen festlegt, was dem Gemeinwohl dient, und nicht, indem sie den Präferenzen des Präsidenten folgt“, sagte Powell in kämpferischem Ton in einer Videobotschaft.
BREAKING: Fed Chair Powell responds after Federal prosecutors open a criminal investigation into him:
“The threat of criminal charges is a consequence of the Fed setting rates based on our best assessment of what will serve the public, rather than following the preferences of… pic.twitter.com/y1dRdoQ1fm
— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) January 12, 2026
Zum Wochenstart bleibt abzuwarten, wie die globalen Finanzmärkte die erneute Eskalation des Streits bewerten. Insbesondere der Handelsstart an den US-Märkten dürfte entscheidend dafür sein, ob der Bitcoin– und Kryptomarkt infolge weiterer Unsicherheiten darüber, wie es mit der Zinspolitik der Fed weitergeht, nachgeben wird.
Potenzielle Volatilitäts-Treiber für Bitcoin und Krypto
Der (planbare) Fokus dieser Woche ist der US-Verbraucherpreisindex (CPI) für Dezember 2025 am Dienstag, 13. Januar, um 14:30 Uhr deutscher Zeit. Für Bitcoin und Krypto bleibt die US-Verbraucherinflation ein zentraler Impulsgeber, weil Bitcoin & Co. weiterhin stark auf Liquiditäts- und Zinspolitik reagieren.
Die Markterwartungen sind klar: Für Dezember werden +0,3 % im Monatsvergleich erwartet, während die Jahresrate beim Headline-CPI bei 2,7 % gesehen wird. Für den Kernindex (ohne Energie und Nahrungsmittel) liegen Schätzungen bei rund +0,31 % m/m und ebenfalls 2,7 % im Jahresvergleich.
Am Mittwoch, 14. Januar, um 14:30 Uhr deutscher Zeit, rückt dann die (verspätete) Veröffentlichung der US-Erzeugerpreise (PPI) in den Fokus. Das BLS will an diesem Tag die PPI-Daten für November 2025 vorlegen und hat angekündigt, die fehlenden Oktober-Daten gemeinsam mit dem November-Release zu veröffentlichen.
Die Produzentenpreise dienen oft als Leitindikator für die Verbraucherpreise; insofern kann der PPI ebenfalls größere Auswirkungen haben. Die Konsensschätzungen liegen beim Headline-PPI bei +0,3 % im Monatsvergleich und 2,7 % im Jahresvergleich. Für den Kern-PPI werden +0,1 % im Monatsvergleich und 2,6 % im Jahresvergleich erwartet.
Zusätzlich könnte am 14. Januar ein juristischer Impuls mit makroökonomischer Tragweite in die Preisbildung des Bitcoin- und Kryptomarktes einschlagen: Der US Supreme Court wird an diesem Tag voraussichtlich Entscheidungen veröffentlichen; zu den weiterhin anhängigen Fällen zählt auch das Verfahren über die Zulässigkeit der Zollpolitik von Präsident Donald Trump.
Welche Fälle konkret entschieden werden, kündigt das Gericht vorab nicht an. Eine zollbezogene Entscheidung könnte jedoch den gesamten Finanzmarkt stark erschüttern; Bitcoin und der gesamte Kryptomarkt dürften nicht verschont bleiben.
Auf der regulatorischen Krypto-Schiene steuert die Debatte über eine US-weite Marktstruktur auf einen wichtigen Meilenstein zu. Senator Tim Scott, Vorsitzender des Senate Banking Committee, hat für Donnerstag, 15. Januar, ein Committee-Markup zu einer „umfassenden Digital-Asset-Market-Structure“-Gesetzgebung angekündigt.
„Dieses Gesetz soll Amerika zur Krypto-Hauptstadt der Welt machen – damit die nächste Generation von Arbeitsplätzen und Innovationen hier entsteht und nicht im Ausland. Klare Regeln geben Unternehmern die Zuversicht, Unternehmen zu gründen, Mitarbeiter einzustellen und hier in den Vereinigten Staaten zu wachsen. […] Nach monatelanger, ernsthafter und parteiübergreifender Arbeit ist es nun an der Zeit, dieses Projekt voranzutreiben und konkrete Ergebnisse für die amerikanische Bevölkerung zu erzielen,“
sagte der Vorsitzende des Bankenausschusses des Senats, Tim Scott, letzte Woche.
Für den Markt ist dieses Datum weniger wegen eines finalen Ergebnisses entscheidend – ein Markup ist noch keine Ratifizierung –, aber es gilt als Stimmungsindikator: Gibt es eine belastbare Koalition, die sich auf einen Gesetzesentwurf einigen kann? Wenn ja, wäre dies eine äußerst positive Nachricht für den gesamten Kryptomarkt.
Krypto-Events diese Woche
Abseits der Makro-Termine stehen mehrere Protokoll-Events im Fokus: Polygon (POL) stellt am 13. Januar seine Vision für den „Open Money Stack“ vor; bei Solana (SOL) startet am 12. Januar ein Privacy-Hackathon. Thorchain (RUNE) bereitet zudem die Integration von Solana vor, um native Cross-Chain-Swaps zu ermöglichen.
Auf der BNB Chain (BNB) ist für den 14. Januar die Fermi-Hardfork geplant, die eine deutlich schnellere Transaction Finality bringen soll. Bei MultiversX (EGLD) endet am 18. Januar die Abstimmung zur Aktivierung von „Supernova“, einem großen Skalierungs-Upgrade des Netzwerks.
Crypto Watchlist for the week ahead$POL – Polygon will introduce its vision for the Open Money Stack on Jan. 13$SOL – Solana’s Privacy Hackathon starts on Jan. 12$RUNE – Thorchain will soon integrate Solana for native cross-chain swaps$HUMA – Huma Finance’s January… pic.twitter.com/Hi8oHXy6ug
— The DeFi Investor 🔎 (@TheDeFinvestor) January 11, 2026

