- Die Bank Wells Fargo hat in den USA die Markenrechte an „WFUSD“ beantragt und gleichzeitig einen Katalog an Lizenzen für praktisch alles, das mit Krypto zu tun hat.
- Die Vermutung liegt nahe, dass man sich als erstes auf die Emission eines eigenen Stablecoins konzentrieren will.
Wells Fargo steigt damit in einen Markt ein, der sich durch wachsende Konkurrenz aus dem Fintech‑Sektor gerade rasant verändert. Die Anträge der Bank umfassen sowohl Software- als auch Finanzdienstleistungen. Darunter sind Anwendungen für den Digital-Asset-Handel, Wallet‑Funktionen, Zugriff auf NFTs, Staking‑Mechanismen und Tools zur Tokenisierung.
Ergänzend dazu nennt Wells Fargo cloudbasierte Dienste zur Blockchain‑Verifikation, Authentifizierung von Transaktionen und Datenfeeds für automatisierte Abläufe.
Außerdem will man Dienstleistungen anbieten, die typischerweise mit Kryptobörsen, digitalen Zahlungsdiensten und auf Blockchains basierendem Settlement verbunden sind. Dazu gehören Brokerage‑Funktionen, elektronische Transfers digitaler Währungen und die Abwicklung von Zahlungen in virtuellen Währungen.
All das legt nahe, dass Wells Fargo ein komplettes Krypto-system vorbereitet, das sowohl interne als auch kundenorientierte Anwendungen abdecken kann.
Der Name sagt alles
Der Markenname WFUSD folgt exakt dem Muster etablierter USD‑Stablecoins wie USDC, USDT und PYUSD. Auch wenn die Bank offiziell noch keinen Stablecoin angekündigt hat, ist der Hinweis eindeutig. Es wird ein Produkt sein, das an den US‑Dollar gekoppelt ist. Die Anmeldung deckt zudem Software für Stablecoin‑Transaktionen ab, was die Sache eindeutig macht: Wells Fargo plant einen Stablecoin.
US‑Großbanken arbeiten seit Jahren an tokenisierten Einlagen und Blockchain‑basierten Zahlungssystemen. JPMorgan hat mit dem JPM-Coin und der Nutzung von Ethereum‑basierter Infrastruktur bereits ein funktionierendes System etabliert.
Wells Fargo experimentierte 2019 mit „Wells Fargo Digital Cash“, einem internen Token für konzernweite Transaktionen. Die jetzt erfolgte Markenanmeldung wirkt wie die Fortsetzung dieses Experiments, diesmal mit Blick auf externe Anwendungen.
Parallel dazu gewinnt die politische Debatte über Stablecoin‑Regulierung an Dynamik. Ein klarer Rechtsrahmen würde es Banken erleichtern, eigene digitale Dollarprodukte anzubieten.
Die Marken-Anmeldung von WFUSD kann daher als Vorbereitung auf ein Umfeld verstanden werden, in dem tokenisierte Einlagen und Stablecoins zum Standard im Zahlungsverkehr werden.
Doch den USA fehlt immer noch eine Regulierung, die das möglich macht.
Bedeutung für den Markt
Wells Fargo will offensichtlich nicht abwarten, bis Fintech‑Unternehmen sich den Markt aufgeteilt haben. Denn PayPal hat mit dem PYUSD bereits einen eigenen Stablecoin etabliert, und Fidelity arbeitet mit dem FIDD-Projekt an einem 1:1 gedeckten digitalen Dollar.
Mit dem WFUSD- und den anderen Anträgen sichert sich Wells Fargo die Optionen, ein vergleichbares Produkt zu entwickeln oder ein komplettes Blockchain‑System aufzubauen.

