USA: Behörden aus fünf Staaten untersuchen die Sperrung der Kundenkonten durch Celsius 

  • Die Wertpapieraufsichtsbehörden in Alabama, Texas, New Jersey, Washington und Kentucky sind in der Anfangsphase der Untersuchungen.
  • Am Mittwoch erklärte der CEO von Celsius auf Twitter,  das Unternehmen habe die Bedenken seiner Kunden zur Kenntnis genommen.

Das Krypto-Lending-Unternehmen Celsius Network hat kürzlich seine 1,7 Millionen Kunden darüber informiert, dass es alle Abhebungen, Swaps und Überweisungen zwischen Konten einstellt. Der Grund lag angeblich in den extremen Marktbedingungen und das Unternehmen erklärte, dass die Entscheidung im Interesse der Gemeinschaft sei. Als Reaktion darauf haben die staatlichen Wertpapieraufsichtsbehörden in Alabama, Kentucky, New Jersey, Texas und Washington nach Angaben von Joseph Rotunda, dem Direktor der texanischen Wertpapieraufsichtsbehörde, Ermittlungen eingeleitet. Er teilte mit, dass die Beamten mit der offiziellen Untersuchung begonnen hätten und diese als vorrangig betrachteten.

„Ich bin sehr besorgt darüber, dass Kunden – darunter viele Kleinanleger – möglicherweise sofort auf ihr Vermögen zugreifen müssen, es aber nicht von ihren Konten abheben können. Die Unfähigkeit, auf ihre Investitionen zuzugreifen, kann zu erheblichen finanziellen Konsequenzen führen.“

Dies wurde vom Direktor der Alabama Securities Commission, Joseph Borg, bestätigt. Ihm zufolge befinden sich die Wertpapieraufsichtsbehörden in Alabama, Texas, New Jersey und Kentucky in der Anfangsphase der Untersuchungen und räumten ein, dass Celsius bisher sehr entgegenkommend gewesen sei.

Celsius lockte Kunden mit hohen Renditen

Die Entscheidung, die Abhebungen der Kundenkonten einzufrieren, wurde von Rotunda und seinem Team zunächst in einem Blogbeitrag des Unternehmens bekannt gegeben. Der Kontakt von Celsius mit den Behörden geht auf September 21 zurück, als die Aufsichtsbehörden in Kentucky, New Jersey und Texas eine Unterlassungsanordnung verhängten. Die Behörden forderten das Unternehmen auf, seine zinstragenden Produkte als Wertpapiere zu registrieren. BlockFi wurde im Februar von den Aufsichtsbehörden zu einer Geldstrafe von 100 Millionen Dollar verurteilt, weil es sein Kreditprodukt nicht registriert hatte.

Am Mittwoch sagte Alex Mashinsky, CEO von Celsius, auf Twitter, dass das Unternehmen die Bedenken seiner Kunden zur Kenntnis genommen habe.

„Das Team von Celsius Network arbeitet ununterbrochen. Wir konzentrieren uns auf Ihre Anliegen und sind dankbar, dass wir von so vielen gehört haben. Dass Sie zusammenkommen, ist ein klares Zeichen dafür, dass unsere Gemeinschaft die stärkste der Welt ist. Dies ist ein schwieriger Moment; Ihre Geduld und Unterstützung bedeuten uns sehr viel.“

Die Funktionsweise eines Krypto-Kreditunternehmens ähnelt der von Banken: Es sammelt Einlagen von Privatkunden ein und investiert sie in entsprechende Kryptomärkte wie die DeFi. Den Privatkunden werden dann – im Unterschied zu den Banken – riesige Renditen wie 18,6 Prozent jährlich angeboten. Das Versprechen dieser riesigen Renditen brachte viele Anleger dazu, ihr Vermögen auf der Plattform anzulegen.

Nach Angaben von Mashinsky hatte Celsius im Oktober 21 ein Vermögen von 25 Milliarden Dollar. Im Mai 22 waren es noch rund 11 Milliarden Dollar wert. Es wird angenommen, dass die Krypto-Großinvestitionen des Unternehmens durch den allgemeinen Rückgang des Kryptomarkts nach dem Terra-Crash beeinträchtigt wurden, was nun zu den Zahlungsproblemen geführt habe.

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John ist seit Jahren ein begeisterter Krypto- und Blockchainjournalist. Besonders fasziniert ist er von aufstrebenden Startups und den versteckten Mächten hinter Angebot und Nachfrage. Er hat einen Bachelor-Abschluss in Geographie und Wirtschaft.

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