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Was ist BitShares – nur ein weiteres Projekt von Dan Larimer?

Was ist BitShares?

Laut Webseite strebt BitShares danach

die Innovation der Blockchain auf alle Branchen auszudehnen, die zur Erbringung ihrer Dienstleistungen auf das Internet angewiesen sind. Ob Banken, Börsen, Lotterien, Abstimmungen, Musik, Auktionen oder viele andere, ein digitales öffentliches Register ermöglicht die Gründung von Distributed Autonomous Companies (DACs), die qualitativ bessere Dienstleistungen zu einem Bruchteil der Kosten erbringen, die ihren traditionellen, zentralisierten Kollegen entstehen.

Die dezentralen autonomen Unternehmen (DACs) sollen ein neues Paradigma für die Organisationsstruktur von Unternehmen einleiten, bei denen das Management ohne menschliches Hinzutun auskommt und die Kontrolle des Unternehmens von der Gemeinschaft und den unbestechlichen Geschäftsregeln des Blockchain-Protokolls ausgeht. Anstatt zu versuchen, eine Peer-to-Peer-Währung zu sein, strebt Bitshares also danach eine Tauschplattform zu sein, die an reale Vermögenswerte gebunden ist.

Schwerpunkt von BitShares sind dezentrale Finanzdienstleistungen, insbesondere dezentrale Börsen und jegliche Art des Bankenwesens auf der Blockchain. Hintergrund ist, dass mehrere Milliarden Menschen auf der Welt keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen und auf ein Bankkonto haben. BitShares möchte dieses Problem lösen und allen Menschen weltweit einen freien Zugang zu Finanzdienstleistungen bieten.

Die Kryptowährung hinter der BitShares-Plattform heißt bitshares (klein geschrieben), abgekürzt: BTS und dient für die Vielzahl von dezentralen Finanzdienstleistungen als eine Art von Wertpapier. Wie auch Bitcoins haben bitshares ein maximales Angebot von rund 3,6 Milliarden BTS mit einer Inflation, die mit der Zeit abnimmt. Die BitShares selbst haben einen volatilen Preis, aber das BitShares-System ermöglicht es, stabile BitAssets, wie u. a. BitUSD, BitEUR, BitGOLD oder BitSILVER mit BitShares als Sicherheiten zu erstellen, die BTS unterstützen und dem Token damit seinen Wert verleihen. Die BTS Token können damit in jegliche Art von BitAsset umgewandelt werden, die an reale Märkte vom US-Dollar, Euro, Gold bzw. Silber bis hin zu einem Barrel Öl gebunden sind. BTS-Coins sind daher eher ein Wertpapier als eine Währung, da sie auf den dezentralen Plattformen als Sicherheit verwendet werden.

Letztlich kann man deshalb auch vereinfacht sagen, dass BitShares eine Plattform für wertbeständige Kryptowährungen ist. Es gibt digitale Versionen des Dollars, Euros oder von Gold, die die gleichen Preise und Stabilität wie ihre Gegenstücke haben, aber mit allen Vorteilen von Kryptowährungen.

Der aktuelle Kurs von Bitshares kann hier geprüft werden. Der Preis von Bitcoin, Ethereum und weiteren Altcoins kann in unserer Kursübersicht nachgeschaut werden.

BitShares: technische Daten

BitShares basiert auf der Graphene-Technologie, die das Potential hat bis zu 100.000 Transaktionen pro Sekunde (TPS) zu verarbeiten. Graphene ist eine Open-Source-C++-Blockchain-Implementierung, die bisher nachgewiesen 3.400 TPS ausführen konnte.

Ein weiterer Grund, warum BitShares so schnell ist, ist die im Vergleich zu Bitcoin (10 Minuten) wesentlich geringe Blockzeit von gerade einmal 3 Sekunden. Der Block Reward beträgt aktuell 1 BTS, womit 1.200 BTS pro Stunde erzeugt werden.

Darüber hinaus verwendet die BitShares-Blockchain einen Delegated Proof-Stake-Proof-(DPoS)-Konsensmechanismus, auf den wir später noch genauer eingehen werden.

BitShares Geschichte und Team

Das Projekt, früher als ProtoShares (PTS) bekannt, gehört zu den Blockchain und Krypto-Veteranen. BitShares X wurde erstmals in 2014 in einem White Paper mit dem Titel „A Peer-to-Peer Polymorphic Digital Asset Exchange“ von Daniel Larimer, Charles Hoskinson und Stan Larimer vorgestellt.

Kurz nach der Erstellung des Whitepapers wurde das Projekt von Daniel Larimer im Juli 2014 gegründet. Charles Hoskinson war Mitbegründer des ursprünglichen Projekts, hat das Team damals, kurz nach der Gründung, aber in Richtung Ethereum verlassen. Dan Larimer verließ das BitShares-Projekt ebenfalls Mitte 2016, weil er das Gefühl hatte, dass es unmöglich war die Adaption weiter voranzutreiben, ohne größere Änderungen am Protokoll vorzunehmen. In Folge dessen startete er ein neues Projekt, Steem. Nach Steem entwickelte er übrigens auch EOS, welches ebenfalls auf dem ursprünglichen Delegated Proof-of-Stake-Konsensalgorithmus von BitShares aufbaut.

Die Funktionsweise von Bitshares

Delegated Proof-of-Stake

BitShares war das erste Krypto-Projekt, welches einen Delegated Proof-of-Stake, der von Dan Larimer erfunden wurde, eingeführt hat. Larimer war der Ansicht, dass der Proof-of-Stake zu einer Zentralisierung der Macht innerhalb des Netzwerkes führt. Deshalb suchte er nach einer neuen Lösung und erfand den Delegated Proof-of-Stake (DPoS).

Während bei einem Proof-of-Stake (PoS) alle Token Inhaber an dem Konsens durch Staking der eigenen Token teilnehmen können, basiert der DPoS auf einer zusätzlichen Schicht, die Demokratie durch Wahlen erzeugen soll, um Zentralisierung zu vermeiden. Innerhalb des DPoS werden dafür Delegierte, die bei BitShares Zeugen heißen, eingesetzt. Token Inhaber können entsprechend ihrer Menge an BTS für Delegierte („Zeugen“) stimmen, die die Validierung der Transaktionen vornehmen und die Blöcke erstellen und in die Blockchain schreiben.

Darüber hinaus können BTS-Inhaber ihre Stimmrechte auf ein anderes Konto übertragen, um damit mehr Gesamtstimmrechte zu besitzen. Die Zeugen werden für ihre Arbeit mit dem Block Reward, einer Belohnung für das Erstellen des Blocks bezahlt. Die Anzahl der Zeugen ist im Gegensatz zu anderen DPoS-Plattformen, wie EOS oder Tron nicht starr festgelegt, sondern ist variabel. Wenn die Mehrheit beispielsweise für 50 Zeugen stimmt, werden auch 50 Zeugen eingesetzt. Die minimal mögliche Zeugenzahl ist allerdings auf 11 festgelegt.

Distributed Autonomous Companies (DACs)

Wie Eingang beschrieben, sind dezentralen autonome Unternehmen (DACs) ein Grundprinzip von BitShares. BitShares selbst arbeitet nach diesem Prinzip. Eine dezentrale autonome Gesellschaft (DAC), die von den BTS-Inhabern gebildet wird, verwaltet das BitShares-Netzwerk und entscheidet letztlich über die zukünftige Ausrichtung des gesamten Netzwerks.

Diese Idee ähnelt sehr stark der Idee von Ethereum einer Decentralized Autonomous Organization (DAO), die praktisch ein dezentraler Risikokapitalfonds war, der gegründet wurde, um die Art und Weise, wie Risikokapital verteilt wird, zu revolutionieren. Die DAO war ein dezentrales Risikokapital-Unternehmen, ohne ein traditionelles Management oder einen Vorstand, welcher über die zu fördernden Projekte bestimmen sollte. In ähnlicher Weise bestimmen die BTS-Inhaber über die weitere Entwicklung der BitShares-Plattform.

Dezentrale Börsen (DEX)

Ein Kern-Feature von BitShares sind dezentrale Börsen, auf der jegliche Art von Vermögenswerten – Gold, Silber, Öl und krypto-basierte Derivate – gehandelt werden können. Ein heißes Thema sind außerdem die BitAssets, wie zum Beispiel der BitUSD, der im Verhältnis 1:1 an den US-Dollar gekoppelt ist und vom Prinzip her wie ein Stablecoin außerhalb der BitShares-Plattform funktioniert. Jegliche Handelspaare können somit erstellt und gegeneinander getauscht werden. Vorstellbar wäre beispielsweise auch ein Handelspaar Bitcoin/ Öl oder BitUSD/ Gold.

Generell haben dezentrale Börsen zahlreiche Vorteile gegenüber ihren zentralisierten Pendants. Dazu zählen u. a.:

  • Kein Single-Point-of-Failure: Dank des dezentralen Charakters von Bitshares gibt es keine zentrale Fehlerstelle.
  • Kontrolle über die Private Keys: Der Nutzer hat jederzeit die volle Kontrolle über seine Private Keys. Diese sind damit sicherer, als wenn man einem Exchange erlaubt, die Kontrolle über die Private Keys zu übernehmen. („Wenn man den Private Key nicht hält, besitzt man auch den Coin nicht.“)
  • Freiheit: Es gibt keine Anforderungen an personenbezogene Daten. KYC und AML können vermieden werden.
  • Keine Handelslimits: Es gibt keine Handelslimits, die von der Bitshares DEX auferlegt werden.
  • Keine Ein-und Auszahlungslimits: Es gibt keine Ein- oder Auszahlungslimits, da es keinen Kontofreigabeprozess oder Stufen gibt, die auf der Menge der persönlichen Daten basieren.
  • Niedrige Handelsgebühren: Bitshares verlangt lediglich Gebühren in Höhe von nur wenigen Pennys.

BitShares bietet selbst eine dezentrale Börse unter dexnode.net an:

bitshares dex

Source: https://dexnode.net/market/GOLD_USD

Fazit

BitShares wird in der Krypto-Community oft als Veteran bezeichnet, da das Projekt bereits 2014 gegründet wurde. Aufgrund dessen hat BitShares eigentlich bereits ein Entwicklungsstadium erreicht, in dem die Plattform sehr ausgereift und stabil ist, um darauf jetzt große Anwendungen aufzubauen und eine Massenadaption zu erreichen.

Dies ist allerdings bisher nicht geschehen. Der Grund hierfür ist für viele das schlechte Marketing, welches BitShares betreibt bzw. eben nicht betreibt. Während andere Blockchain große Versprechungen und Visionen präsentieren, fehlt es BitShares an dieser Stelle.

Beispielsweise hat BitShares seit 2016 nicht mehr seine Roadmap auf der offiziellen Webseite aktualisiert. Somit ist für den Außenstehenden unklar, was in naher Zukunft mit dem Projekt überhaupt passieren soll. Seitdem Gründer Dan Larimer das Projekt verlassen hat, glauben viele Leute sogar, dass das Projekt tot ist, obwohl es eine lebhafte BitShares-Gemeinschaft gibt.

Insofern scheint es unklar, wohin der Weg für BitShares in Zukunft führen wird. Zwar kann das Projekt eine ausgereifte Technologie mit bis zu 100.000 Transaktionen pro Sekunde (im Vergleich: Bitcoin kann 4-7 TPS, Ethereum: 10-15 TPS; Stand: Oktober 2018) vorweisen. Allerdings scheint jemand die Rolle von Gründer Dan Larimer übernehmen zu müssen, um das Projekt hinsichtlich Marketing und Adaption voranzutreiben.

Zuletzt aktualisiert: 05/07/2019

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About Author

Jake Simmons

Jake Simmons ist seit 2016 ein Krypto-Enthusiast. Seit er von Bitcoin und der Blockchain-Technologie gehört hat, beschäftigt er sich täglich mit dem Thema. Jenseits von Kryptowährungen studierte Jake Informatik und arbeitete 2 Jahre lang für ein Startup im Blockchain-Bereich. Bei CNF ist er für die Beantwortung technischer Fragen zuständig. Sein Ziel ist es, die Welt auf eine einfache und verständliche Weise auf Kryptowährungen aufmerksam zu machen.

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