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Was ist Aeternity? – Ein weiterer Herausforderer von Ethereum

Bei der heute existierenden Vielzahl von Blockchain-Projekten kann es für junge Projekte schwierig sein sich von den Wettbewerbern abzuheben. Eine weiter wachsende Anzahl von Projekten möchte Ethereum herausfordern und eine schnellere, sicherere und nutzerfreundlichere Plattform schaffen, auf der Smart Contracts und dezentrale Anwendungen (dApps) entwickelt werden können. Einer dieser Wettbewerber ist Aeternity.

Aeternity ist eine Blockchain-Plattform mit der Vision eine Alternative zu den bestehenden Governance-, Wirtschafts- und Finanzintermediären vorzuschlagen. Einfach gesagt, könnte man auch behaupten, dass Aeternity in (fast) allen Bereichen des alltäglichen Lebens mit seiner Technologie eine Plattform für neue Softwarelösungen ohne Intermediäre sein möchte. Aus technologischer Sicht stellt sich Aeternity auf seinem Medium-Blog wie folgt vor:

Aeternity ist eine öffentliche, Open-Source, Blockchain-basierte, verteilte Computer- und Digital-Asset-Plattform, die auf dezentraler kryptographischer P2P-Technologie aufbaut. Die Plattform ist offen für jedermann, überall auf der Welt.

Diese Beschreibung könnte allerdings auch auf einen Großteil anderer Kryptowährungen und Smart Contract-Plattformen zutreffen. Allerdings hat Aeternity große Ambitionen, um sich mit neuen Features von den anderen Wettbewerbern abzuheben.

Bevor wir aber darauf genauer eingehen, ist es zu Beginn wichtig zu wissen, dass Aeternity keine großen Ambitionen hat, eine Währung für den täglichen Gebrauch zu entwickeln. Der Fokus von Aeternity liegt vielmehr darauf über die Blockchain-Plattform Daten zu verarbeiten. Bei der Ausführung von Smart Contracts und dApps dient Aeternity (AE) dabei eher nebenbei als Zahlungsmittel.

Der Gründer von Aeternity ist Yanislaw Malahov, der sich selbst, trotz der Konkurrenz zu Ethereum, als „Godfather of Ethereum“ bezeichnet. In einem Medium-Post von Mai 2015 beschreibt Malahov auch warum er sich so nennt und hat dazu einen Chatverlauf veröffentlicht, wie er Vitalik Buterin dazu inspirierte, Ethereum in seiner heutigen Form zu gründen.

Den aktuellen Kurs von Aeternity findest du hier. Eine Chartübersicht mit aktuellen Kursen zu Bitcoin und 2.000 weiteren Altcoins findest du hier.

Welche Probleme möchte Aeternity lösen?

Aeternity zielt darauf ab die Probleme der Skalierbarkeit, des Datenschutzes und der Transaktionsgeschwindigkeit, insbesondere auch in Hinblick auf Smart Contracts, zu lösen.

State Channels

Das zentrale Element, welches diese Probleme lösen soll, sind die sogenannten „State Channels“. Diese sind eine Technologie, um Transaktion „off-chain“ zu verlagern, das heißt abseits der Rootchain zu verarbeiten.

Aktuell gibt es zwei Lösungswege, um das Transaktionsvolumen von der Rootchain zu verlagern und diese damit zu entlasten. Dies sind Sidechains und State Channels. Dabei sind State Channels grundsätzlich keine Erfindung vom Aeternity, sondern sind auf das Lightning Whitepaper von Joseph Poon und Thaddeus Dryja, veröffentlicht am 14. Januar 2016, zurückzuführen. Aber nicht nur Bitcoin entwickelt State Channels (mit dem Lightning Netzwerk), sondern auch Ethereum kann mit dem Raiden Network eine Entwicklung vorweisen.

Das Netzwerk von State Channels ermöglicht den vertrauenswürdigen Austausch mit jedem auf der Welt, wobei man sich die State Channels als direkte Kommunikationskanäle zwischen zwei (oder mehreren) Parteien vorstellen kann, die es unter anderem auch ermöglichen, Smart Contracts abseits der Rootchain auszuführen.

Da nicht jede einzelne Information, die über den Kommunikationskanal übertragen wird, in die Blockchain aufgenommen werden muss, werden On-Chain-Transaktionen minimiert und letztlich die Skalierbarkeit der gesamten Plattform erhöht. Die Ausführung der Transaktionen Off-Chain hat zusätzlich den Vorteil, dass die Informationen privat bleiben, da sie nicht in die öffentliche Blockchain geschrieben werden. Somit sorgen die State Channels sowohl für mehr Effizienz als auch Privatsphäre.

Oracles

Ein weiteres Feature, mit dem sich Aeternity von der Konkurrenz absetzen möchte, sind die sogenannten „Oracles“. Diese sollen dafür sorgen, dass Aeternity reale Informationen, entweder aus menschlicher oder aus nicht-menschlicher Quelle, z. B. von Sensoren, in die Blockchain integrieren kann. Die Daten, die jenseits der Blockchain erzeugt werden, sollen in Smart Contracts Verwendung finden können.

Denkbar wäre, dass ein Smart Contract von einer Bedingung abhängig ist, deren Erfüllung von Sensoren gemessen wird (z. B. Wetterdaten) und in die Blockchain geschrieben wird. Sofern die Bedingung erfüllt ist, wird der Smart Contract ausgeführt.

Konsens

Das dritte Problem, das Aeternity angehen möchte, ist die Zentralisierung des Netzwerkes durch den Konsensalgorithmus. Bei Proof-of-Work-Blockchains bestehen Bedenken hinsichtlich der Zentralisierung des Minings durch große Mining-Unternehmen. Bei Proof-of-Stake-Blockchains gibt es immer wieder Kritiker, die behaupten, dass es durch die Ansammlung von Reichtum ebenso zu einer Zentralisierung kommt. Um diesem Problem aus dem Weg zu gehen, hat Aeternity eine Mischung aus Proof-of-Work und Delegated Proof-of-Stake implementiert.

Der hybride Konsensmechanismus funktioniert so, dass der Proof-of-Work (PoW) zur Überprüfung der Transaktionen und der Delegated Proof-of-Stake für die Governance verwendet wird, um den Entscheidungsprozess im Netzwerk zu sichern. Dabei funktionieren die Transaktionen im Aeternity-Netzwerk mittels des sogenannten „Cuckoo Cycle“-Algorithmus, der energieeffizienter als Bitcoin’s ist. Darüber hinaus hat sich das Aeternity-Team dazu entschlossen auf ASIC-Widerstand zu setzen, um das Mining so lange wie möglich auf GPU-Ebene zu halten. Der „Cuckoo Cycle“ wurde deshalb ausgewählt, weil er als vielversprechendster Algorithmus von dem Team angesehen wird, um sicherzustellen, dass ASICs nicht in naher Zukunft entwickelt werden.

Das Team gibt in einem Medium-Post aber auch zu, dass dies wahrscheinlich nicht immer so bleiben wird. Deshalb möchte Aeternity einen offensiven Weg wählen:

Wir glauben, dass ein guter Weg nach vorne die Entwicklung von Open-Source-ASIC-Designs sein könnte, damit jeder ASICs bauen kann.

Ein Open-Source-ASIC-Design soll es Anwendern ermöglichen, ASICs mit handelsüblichen Komponenten zu konstruieren. Dies soll die Eintrittsbarriere für neue ASIC-Hersteller deutlich senken, so dass neue Akteure in den Markt eintreten und damit eine Zentralisierung durch wenige Miner-Hersteller verhindert wird.

Der Delegated Proof-of-Stake (PoS) wird für die Governance verwendet, die durch delegierte Abstimmungen erfolgt, gewichtet mit der Anzahl der Token, die jedes Konto besitzt.

Naming System

Entitäten bzw. deren Adressen werden in den meisten Blockchain-Systemen durch ihre Hashes adressiert oder identifiziert. Diese Notation ist weit entfernt von Nutzerfreundlichkeit. Deshalb hat Aeternity ein Naming System entwickelt, welches Nutzern ermöglicht benutzerfreundliche Identitäten und Adressen zu vergeben.

Aeternity Virtual Machines

Aus technischer Sicht interessant ist, dass Aeternity mehrere virtuelle Maschinen unterstützt: eine High Level VM, die schnelle und kostengünstige Smart Contracts mit festen Ausführungskosten ermöglicht; eine Functional Typed Warded VM, die zur effizienten und sicheren Ausführung von Verträgen in der funktionalen Sprache Sophia verwendet wird; und die Aeternity-Ethereum VM, die Solidity Smart Contracts ausführt, um eine einfache Möglichkeit für die Migration von Ethereum und mehr zu bieten.

Was sind Aeternity-Token (AE)?

Aeon ist der native Coin der Aeternity Blockchain sein. Aeon ist momentan noch (Stand: November 2018) ein Ethereum-basierter ERC20-Token. Mit dem Launch des Mainnets wird jedoch eine Migration zum Aeon-Coin stattfinden.

Die Grundfunktionalität des Tokens besteht in dem Stimmrecht des Delegated Proof-of-Stakes, um an der Weiterentwicklung des Projektes teilhaben zu können. Darüber wird er aber auch für alle Systemgebühren und die Smart Contract-Abwicklung genutzt.

Aeternity Mainnet Launch

Die Migration zum Aeternity Mainnet soll in vier Phasen erfolgen, wobei jeder Phase ein Hard Fork folgt. Phase 0 ist die Migrationsphase vor dem Start vom Mainnet. Der Starttermin steht allerdings noch nicht fest (Stand: November 2018). Der aktuelle Zeitplan sieht wie folgt aus:

  • Ende der Phase 1: Februar 2019
  • Ende der Phase 2: Mai 2019
  • Ende der Phase 3: Nach dem 2. September 2019 (Ethereum AE-Token werden nicht übertragbar)

Nach Phase 3 wird sich der Migrationsprozess ändern, da der Smart Contract die auslaufenden AE-Token verwaltet und Ethereum AE-Token nicht mehr übertragbar sind. Benutzer können ihre AE-Token weiterhin migrieren, solange sie nicht einen Smart Contract zur Verwaltung verwenden.

Fazit

Rein technisch betrachtet, könnte Aeternity einer der größten Herausforderer von Ethereum sein. Allerdings hat Ethereum eine extrem starke Entwickler-Gemeinschaft, die in der Lage ist, Ethereum so weiterzuentwickeln (mittels Casper, Sharding und Plasma), dass die momentanen Vorteile von Aeternity bald keine Vorteile mehr sind.

Nichtsdestotrotz ist Aeternity ein Projekt, das bei erfolgreicher Umsetzung, insbesondere mit dem Mainnet-Launch die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird.

Zuletzt aktualisiert: 01.07.2019

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About Author

Jake Simmons

Jake Simmons ist seit 2016 ein Krypto-Enthusiast. Seit er von Bitcoin und der Blockchain-Technologie gehört hat, beschäftigt er sich täglich mit dem Thema. Jenseits von Kryptowährungen studierte Jake Informatik und arbeitete 2 Jahre lang für ein Startup im Blockchain-Bereich. Bei CNF ist er für die Beantwortung technischer Fragen zuständig. Sein Ziel ist es, die Welt auf eine einfache und verständliche Weise auf Kryptowährungen aufmerksam zu machen.

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