State Bank of Vietnam untersucht Kryptowährungen

  • Vietnams Premierminister Pham Minh Chinh ersucht die State Bank of Vietnam (SBV), von 2021 bis 2023 die Einführung einer nationalen digitalen Währung zu erforschen und zu evaluieren.
  • Damit sollen Teile des Regierungsbetriebs digitalisiert und  der bargeldlose Zahlungsverkehr verbessert werden.

Kürzlich wurde von vietnamesischen Nachrichtenagenturen berichtet, dass Premierminister Pham Minh Chinh die Entscheidung Nr. 942/QĐ-TTg als Teil der Genehmigung der E-Government-Entwicklungsstrategie unterzeichnet hat. Es wurde erwähnt, dass die Regierung ihre Anstrengungen verdoppelt, indem sie künstliche Intelligenz, Augmented Reality, Virtual Reality, Big Data und Blockchain-Technologie evaluiert.

Um den bargeldlosen Zahlungsverkehr und die Digitalisierung der Regierung weiter voranzubringen, hat der Premierminister die State Bank of Vietnam (SBV) ersucht, die Einführung einer nationalen digitalen Währung von 2021 bis 2023 zu untersuchen und zu evaluieren. Naheliegend ist, dass das Land eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) entwickelt. Mehrere Berichte behaupten jedoch, dass sich die Ankündigung auf eine Kryptowährung bezieht.

Am 24. April 2020 wurde vom Finanzministerium mit dem Beschluss Nr. 942/QĐ-TTg eine Gruppe beauftragt, virtuelle Vermögenswerte und Kryptowährungen sorgfältig zu untersuchen und Richtlinien und Verwaltungsmechanismen vorzuschlagen.

Der stellvertretende Direktor des Instituts für Innovation an der Universität für Wirtschaft in HCM City, Huynh Phuoc Nghia, erklärte, dass es für die Regierung an der Zeit war, diese Entscheidung zu treffen, um die Vor- und Nachteile der einer Implementierung vollständig zu verstehen.

„Die Pilot-Implementierung würde der Regierung helfen, positive und negative Aspekte zu bewerten, während sie einen angemesseneren Verwaltungsmechanismus entwickelt. Da bargeldlose Zahlungen in Vietnam zunehmen, würde die Anerkennung digitaler Währungen durch die Zentralbank dazu beitragen, diesen Prozess zu beschleunigen.“

Vietnam orientiert sich an den CBDC-Implementierungen der Nachbarstaaten

Nghia erklärte weiter, dass internationale Währungen wie der US-Dollar, der Yen und der Euro zweifellos einen erheblichen Einfluss auf den internationalen Handel und den weltweiten Währungskorb hatten. Die Dinge hätten sich jedoch geändert, da die sich entwickelnde Finanz-Branche und das Rennen um die Entwicklung und Implementierung neuer Technologien eine Chance für Länder wie Vietnam darstellten, das globale Finanzsystem zu beeinflussen.

Die SBV hat in den letzten Jahren ihre Position zu Kryptowährungen betont und Wert darauf gelegt, dass es sich dabei nicht um legale Zahlungsmittel handelt. 2018 ging sie noch einen Schritt weiter und verbot Banken und Zahlungsdienstleistern die Abwicklung von Kryptotransaktionen aufgrund von deren Rolle bei Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Terrorismusfinanzierung.

Laut Le Dat Chi, stellvertretender Leiter der Finanzfakultät der Universität, besteht die Notwendigkeit, die Entwicklung von Kryptowährungen zu beschleunigen, um im Rennen des sich entwickelnden neuen Finanzsystems dabei zu sein. Es wird vermutet, dass Vietnam sich ein Beispiel an seiner unmittelbaren geografischen Umgebung nimmt, da sein Nachbar China sich derzeit in der letzten Phase seines digitalen Yuan-Pilotprojekts befindet. Sein anderer Nachbar Kambodscha arbeitet am Projekt Bakong, einem CBDC-System. Auch Thailand forscht intensiv an seinem Project Inthanon. Das Land hat kürzlich einen Anbieter beauftragt, einen CBDC-Prototypen zu erstellen.

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John ist seit Jahren ein begeisterter Krypto- und Blockchainjournalist. Besonders fasziniert ist er von aufstrebenden Startups und den versteckten Mächten hinter Angebot und Nachfrage. Er hat einen Bachelor-Abschluss in Geographie und Wirtschaft.

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