Der Kreml will Bitcoin verbieten oder auch nicht – Binance ist es egal und will in jedem Fall mitmischen

  • Binance will eine Dependance in Moskau und das Land als Sprungbrett zur Expansion in die Nachbarländer nutzen, ganz gleich, ob Kryptowährung in Russland legal sein wird oder nicht.
  • Ein Regionalmanager von Binance glaubt, die Verbot-Option sei nur die russische Form einer Aufforderung an alle Beteiligten, sich doch bitte schön mal zusammenzusetzen.

Russland behauptet vormittags, Kryptowährung verbieten zu wollen und nachmittags das Gegenteil. Binance, die weltweit größte Kryptobörse, schert es offenbar wenig, ob in der russischen Regierung die linke Hand weiss, was die Rechte tut – sie will auf jeden Fall eine Niederlassung in dem Land. Gleb Kostarev, leitender Angestellter bei Binance sieht das von der Zentralbank vorgeschlagene Krypto-Verbot als Chance, sich mit den Behörden zusammenzusetzen und sagt, dass eine Niederlassung in Russland die Türen zu allen Nachbarländern öffnen würde.

Wie CNF vor einer Woche berichtete, hat die russische Zentralbank ein mit China vergleichbares Verbot der Emission, des Handels und des Minings von Kryptowährungen vorgeschlagen. Dies wäre ein enormer Schlag für die Branche, wenn man bedenkt, dass nach den USA Russland die zweitgrößte Bitcoin-Mining-Nation der Welt ist. Während Präsident Wladimir Putin die Hoffnung äußerte, dass das Verbot nicht kommen werde, ist es noch zu früh, zu beurteilen, was tatsächlich im Bereich Krypto passieren wird.

Nicht für Binance. Die Börse will von Moskau aus. falls das Verbaot kommt, wenigstens in die Nachbarländer expandieren, wenn schon nicht in Russland selbst. Dort sehe man Aussichten auf neue Regulierungen, die die Geschäfte der Börse ankurbeln würden, so ein leitender Angestellter.

In einem Interview mit Reuters sagte Gleb Kostarev, Direktor für Osteuropa bei Binance, er glaube, die russische Regierung werde Kryptowährungen nicht verbieten, obwohl die Bank von Russland dazu geraten hat.

„Unser Ziel ist es, eine Lizenz zu erhalten und dort legale Geschäfte zu machen, wo es die Regulierung zulässt,“ sagte er dem Magazin und fügte hinzu, dass ein solcher Schritt für Binance von strategischer Bedeutung wäre, da er Kasachstan, die Ukraine und andere Länder öffnen würde, die dem Beispiel Russlands folgen würden.

Derzeit verzeichnet Russland ein jährliches Handelsvolumen mit digitalen Währungen in Höhe von 5 Milliarden Dollar an regulierten, zentralisierten Börsen. Dieses Volumen könnte erheblich steigen, falls die Regierung beschließt, die Branche zu legalisieren.

Binance glaubt, Drohung, Kryptowährungen zu verbieten, sei die art un Weise der Regierung, die beteiligten Krypto-Akteure zu einem Gespräch zusammenzubringen. Kostarev erklärte:

 „Vorerst betrachten wir dies als Einladung zum Dialog mit der Regulierungsbehörde.“

Russland hat in Osteuropa und Zentralasien großen Einfluss, wo es zusammen mit Indien und China das Tempo vorgibt. Das mache den Markt ideal für Binance, sagte Kostarev.

„In der Ukraine, Kasachstan und Usbekistan ist man den Kryptowährungen gegenüber aufgeschlossener, und diese Länder unternehmen Schritte in Richtung Liberalisierung anstatt Beschränkung. Doch die Regulierungsbehörden schielen dabei natürlch mit einem Auge auf Russland und beobachten genau, was der große Bruder macht.“

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Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

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