Verbraucherschützer werfen Prominenten irreführende NFT-Werbung vor

  • Die Verbraucherschutzorganisation Truth In Advertising wirft Justin Bieber, Paris Hilton und 17 weiteren Prominenten vor, irreführende Werbung für NTFs in ihren Social-Media-Kanäle zu machen.
  • Die US-Börsenaufsicht SEC hatte die Öffentlichkeit mehrfach davor gewarnt, in von Prominenten unterstützte Initial Coin Offerings (ICO) zu investieren.

Die Verbraucherschutzorganisation Truth In Advertising (TINA.org) beschuldigt Justin Bieber, Paris Hilton und 17 weitere Prominente angezeigt, weil sie für nicht-fungible Token (NFTs) werben, ohne offenzulegen, in welcher Weise sie selbst davon profitieren. Laut ihrer Website hat die gemeinnützige Organisation herausgefunden, dass die NFT-Werbung dieser Prominenten von täuschenden Äusserungen wimmelt.

TINA.org hat nach eigenen Angaben Briefe an die prominenten NFT-Werber verschickt, in denen diese aufgefordert werden, ihre Verbindungen zu den NFT-Unternehmen oder -Marken, für die sie werben, offen zu legen. Zu den Prominenten, die angeschrieben wurden, gehören Sportler wie Tom Brady und Floyd Mayweather, Musiker wie Snoop Dogg und Eminem sowie die Schauspielerin Gwyneth Paltrow und die Schein-Prominente Paris Hilton.

Die Verbraucherschutzorganisation erklärt, dass es für prominente Werber zur Norm geworden sei, ihre materielle Verbindung mit den NFT-Marken, die sie unterstützen, nicht offenzulegen, und es sei nur angemessen, dass sie dies täten.

NFTs sind digitale Zertifikate, die in einer Blockchain gespeichert sind und den rechtmäßigen Eigentümer eines physischen oder digitalen Vermögenswertes nachweisen. Meist handelt es sich bei diesen Vermögenswerten um Kunstwerke, die von Prominenten – manchmal sogar von wirklichen Persönlichkeiten, die prominent sind – empfohlen und beworben werden.

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Die Verbraucherschutzgruppe erklärte jedoch, in den Briefen sei nicht die Rede von rechtlichen Sanktionen. Man weise in dem Schreiben vom August lediglich über die negativen Auswirkungen der Aktionen der Prominenten auf die Öffentlichkeit hin. Unteranderen wird der Vorwurf erhoben, es werde in keiner Weise auf die finanziellen Risiken hingewiesen, wenn man in diese spekulativen digitalen Vermögenswerte investiert.

Zuvor hatte TINA.org in der gleichen Angelegenheit Briefe an die Anwaltskanzleien von Reese Witherspoon und Justin Bieber geschickt und sie aufgefordert, ihre materielle Verbindung zu den Projekten offenzulegen oder die Förderung solcher Projekte einzustellen. Die Anwälte beider Künstler haben im geantwortet. Biebers Anwälte erklärten, dass Bieber den Beitrag aktualisieren werde, um eine angemessene Offenlegung vorzunehmen, und bestritt, dass ihr Klient etwas Falsches getan habe, indem er die Projekte bewarb. Witherspoons Anwälte behaupten in ihrer Antwort, dass die Schauspielerin keine Gewinne aus der NFT-Promotion erhalte.

Verstoß gegen Bundesgesetze?

Laut einem Blogbeitrag auf der Website von TINA.org verstoßen die von Prominenten unterstützten Projekte gegen die Richtlinien der Federal Trade Commission (FTC) in Bezug auf die Anforderungen an Influencer und die Verwendung von Testimonials und positiven Äusserungen in der Werbung. TINS.org verweist auf einen Abschnitt auf der FTC-Website, laut dem Influencer / Prominente ihre Verbindungen zu den Unternehmen, für die sie werben, offenlegen müssen.

Außerdem müssen solche Verbindungen in den Werbematerialien klar zum Ausdruck kommen und offensichtlich sein. Bislang gab es noch kein Gerichtsverfahren gegen einen Prominenten oder Influencer wegen des Anpreisens von NFTs oder Kryptowährungen. Es gibt jedoch Sammelklagen gegen einige Influencer, insbesondere gegen Elon Musk und Mark Cuban. Musk ist wegen seiner Dogecoin-Werbung mit einer Reihe von Sammelklagen konfrontiert, während der Grund bei Cuban seine Werbung für das Krypto-Produkt Voyager ist.

SEC warnt seit Jahren

In einem Blogbeitrag der US-Börsenaufsicht SEC wurde die Öffentlichkeit schon vor fünf Jahren vor Investitionen in von Prominenten unterstützte Initial Coin Offerings (ICOs) gewarnt. Die Finanzaufsichtsbehörde wies darauf hin, dass die Prominenten nur einen bezahlten Job machen, auch wenn sie bei der Befürwortung unvoreingenommen erschienen. Die SEC stellte ferner fest, dass Prominente, die ein Projekt unterstützen, meist keine ausreichenden Kenntnisse über die Angemessenheit der Investition haben oder darüber, ob solche Investitionen mit den Bundesgesetzen für Wertpapiere übereinstimmen.

Die SEC erklärt ausdrücklich, dass Influencer ihre Verbindungen zu den Projekten, die sie befürworten, offenlegen müssen, da dies sonst rechtswidrig ist. Zu solchen Verbindungen gehören insbesondere direkte und indirekte Zahlungen im Zusammenhang mit den von ihnen geförderten Projekten.

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