Venezuela will erneut staatliche Kryptowährung einführen – dabei ist das schon einmal total gescheitert

  • Venezuela wird in den nächsten Monaten einen digitalen Bolivar einführen und sich damit in die wachsende Liste der Länder einreihen, die CBDCs ausgeben.
  • Trotz des kolossalen Misserfolgs der bereits 2018 eingeführten ersten staatlichen Kryptowährung glaubt die Regierung, dass der digitale Bolivar die Inflation zähmen und die Währungssouveränität gewährleisten wird.

Die venezolanische Zentralbank hat bestätigt, dass sie im Oktober den digitalen Bolivar einführen wird. Die digitale Währung wurde erstmals im Februar angekündigt. Venezuela ist eines von vielen Ländern, die eine digitale Zentralbank-Währung (CBDC) präferieren. Dabei handelt es sich schlicht um eine digitale Form der traditionellen, bereits im Umlauf befindlichen Währung. Sie wird von der Regierung ausgegeben und ist zentralisiert, im Gegensatz zu Kryptowährungen wie Bitcoin, die sowohl in der Menge begrenzt, als auch dezentralisiert sind.

Es ist nicht das erste Mal, dass die venezolanische Regierung mit digitalen Zahlungsformen hantiert. Vor allem auf Betreiben des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro führte die Regierung im Jahr 2018 die Kryptowährung „Petro“ (PTR) ein. Damit war sie die erste staatlich geförderte Kryptowährung überhaupt. Das Token wurde durch die Ölreserven des Landes und andere Mineralvorkommen gedeckt. Das Projekt war jedoch in jeder Hinsicht ein Desaster. Ökonomen wie Kommentatoren hatten das Projekt damals als „Betrug, Schwindel und furchterregende Investition“ bezeichnet.

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Die venezolanische Zentralbank hat nun auf ihrem Twitter-Account bestätigt, dass mit dem der digitalen Bolivar am 01. Oktober nun der zweite Versuch erfolgen wird.

Die Regierung hofft, damit die grassierende Inflation in den Griff zu bekommen, die die Wirtschaft des Landes plagt. Es wird erwartet, dass die Währung zu einer Währungsumstellung führen wird, bei der sechs Nullen gestrichen werden. Bei der Einführung des Petro hatte die Regierung fünf Nullen gestrichen. In den letzten 15 Jahren hat es insgesamt drei(!) Währungsumstellungen gegeben.

Macht Venezuela es dieses Mal richtig?

Mit der CBDC hofft die Regierung, neue geldpolitische Maßnahmen zur Eindämmung der Hyperinflation einleiten zu können. Die Denominierung aber wohl wenig bis keine Auswirkungen haben. Bei dem Versuch, eine neue Politik umzusetzen und die Transparenz im Finanzsystem der Regierung zu gewährleisten, könnte es jedoch zu einigen radikalen Änderungen kommen, die die Unabhängigkeit fördern. Die Zentralbank stellte fest:

„…ein freies und souveränes System, das in Venezuela und von Venezolanern geschaffen wurde und die Unabhängigkeit von ausländischen Systemen für nationale Bankgeschäfte fördert.“

Im Gegensatz zum staatlich gestützten Petro ist die CBDC recht unkompliziert. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass er die Folgen der Politik der korrupten Regierung, die die Wirtschaft in den Abgrund gerissen hat, neutralisieren kann, aber er könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein, der die Auswirkungen mildern und künftige finanzielle Ausfälle eindämmen könnte.

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John Kiguru ist ein scharfsinniger Autor mit großer Leidenschaft für Kryptowährungen und deren zugrunde liegender Technologie. Er durchsucht das Netz den ganzen Tag über nach neuen digitalen Innovationen, um seine Leser über die neuesten Entwicklungen zu informieren.

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