Vatikan beklagt Rolle von Kryptowährung bei Menschenhandel

  • Bischof Urbanczyk wies auf die Rolle von digitalen Währungen bei Menschenhandel und Ausbeutung von Migranten hin und forderte Maßnahmen, die dies unterbinden.
  • Über 100 Zentralbanken prüfen den Einsatz von digitalen Zentralbankwährungen, unter anderem auch, um derartige Kryptokriminalität wirksam bekämpfen zu können.

Der Vatikan hat eine stärkere Regulierung der Kryptobranche gefordert. Als Grund wurde die zunehmende Rolle von Kryptowährung bei Menschenhandel und die Ausbeutung von Migranten und anderen ungeschützten Personen genannt. Das geht aus einer Erklärung des offiziellen Vertreters des Vatikans vom 14. Oktober bei den UN-Organisationen in Wien, Bischof Janusz Urbanczyk hervor. In der Erklärung sagte der Bischof, dass die Verwendung von Bargeld zurückgehe, da virtuelle Währungen Anonymität bieten und helfen, unentdeckt zu bleiben..

„Während einige Online-Plattformen ihre Kunden – Sender und Empfänger von Überweisungen – verpflichten, sich zu identifizieren, verlangen viele Krypto-Plattformen und Anbieter virtueller Vermögenswerte keine Identifizierung von ihren Kunden […] Wie allgemein bekannt ist, erhöht das nur die Möglichkeit der Geldwäsche und für schwerere Verbrechen.“

Dies geschieht in einer Zeit, in der Regierungen weltweit versuchen, ihre Bürger vor den  Risiken der Nutzung von Kryptowährungen zu schützen. Die Anonymität, die die meisten Kryptowährungen bieten, wird von Kriminellen ausgenutzt, die sie für Geldwäsche, Waffengeschäfte, Drogen- und Menschenhandel verwenden.

Bischo Urbanczyk bezeichnete die Technologie als „zweischneidiges Schwert“ und sagte, dass Kryptowährungen zwar für illegale Handlungen verwendet werden können, dass aber technologische Fortschritte von den Bürgern genutzt werden könnten, um die Risiken zu verstehen und  um Verdachtsfälle zu melden. Der vatikanische Diplomat rief öffentliche und private Institutionen dazu auf, dafür zu sorgen, dass technologische Produkte sicher seien. Er wies auch auf die Notwendigkeit hin, die Transparenz in der Welt der digitalen Güter zu erhöhen, das Bewusstsein für Menschenhandel zu schärfen und die Bemühungen zu dessen  Eindämmung zu verstärken. Außerdem forderte er die Behörden auf, die Migration „sicherer, geordneter und regelmäßiger“ zu gestalten.

Der Bischof fügte hinzu:

„Um das Bewusstsein für die Risiken zu schärfen und die Menschen in der gesetzeskonformen Verwendung virtueller Güter zu schulen, sollten Sensibilisierungskampagnen und spezielle Schulungsprogramme – sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene – gefördert werden, um zur Verhinderung von Schleusung und zum Schutz von Migranten, insbesondere von Bedürftigen, beizutragen.“

Krypto-Crackdowns und der Aufstieg von Zentralbankwährungen

Als Reaktion auf diesen steigenden Trend und die Volatilität der meisten Kryptowährungen, wobei Bitcoin in der Regel als Beispiel angeführt wird, sind einige Regierungen hart gegen die gesamte Kryptobranche vorgegangen. China beispielsweise hat das Mining von und alle Transaktionen mit Kryptowährungen verboten. Andere Länder arbeiten an der Einführung von Zentralbank-Digitalwährungen (CBDCs), um den Bürgern die gleichen Vorteile des elektronischen Zahlungsverkehrs zu bieten, allerdings in einer stärker regulierten Form.

Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds befinden sich 110 Länder in einem „bestimmten Stadium“, in dem sie die Möglichkeit digitaler Währungen prüfen.

Mehr zum Thema: IWF-Direktorin: 110 Länder erwägen eine eigene digitale Zentralbankwährung

Dies entspricht mehr als der Hälfte der Zentralbanken, mit denen der IWF kooperiert. Während die großen Volkswirtschaften weiterhin Forschungs- und Versuchsprogramme durchführen, waren die Bahamas die erste Nation, die offiziell eine digitale Zentralbankwährung einführte. Die britische Großbank HSBC gab letzten Monat bekannt, dass sie mit acht Ländern an deren CBDC-Plänen arbeite. Die Zentralbanken des Vereinigten Königreichs, Frankreichs, Kanadas, Singapurs, Chinas, Hongkongs, Thailands und der Vereinigten Arabischen Emirate arbeiten alle an der Erforschung der Möglichkeiten einer digitalen Währung. Es wird angenommen, dass China den meisten großen Volkswirtschaften bei der CBDC-Forschung voraus ist. China, Schweden, Litauen, die Ukraine, Singapur, Thailand, China, Hongkong, Südkorea, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben Berichten zufolge bereits laufende CBDC-Pilotprogramme.

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Tukiya is an IT Student with a newly found interest in blockchain technology and its potential applications in everyday life.

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