- Der US-Staat Tennessee hat Krypto-Dienstleistern untersagt, weiter Sportwetten anzubieten. Das betrifft unter anderen Polymarket, Kalshi und Crypto.com.
- Die zuständige Behörde argumentiert, die Anbieter operierten ohne gültige staatliche Lizenz und verstießen damit gegen das Glücksspielgesetz.
Die Anbieter hatten ihre Produkte als „Event Contracts“ über Prognosemärkte verkauft, doch Tennessee stuft sie klar als Sportwetten ein. Die Kunden müssen ihre Wetten rückabwickeln, erhalten ihr Geld zurück, und die Anbieter müssen den Zugang für die Bürger von Tennessee sperren.
Der Fall zeigt, wie schnell kryptobasierte Geschäftsmodelle in den Fokus geraten, wenn sie bestehende Regulierungen umgehen wollen.
Warum der Konflikt die EU betrifft
Die dem Sachverhalt zugrundeliegende Grundproblematik gibt es auch in der DACH‑Region. Deutschland, Österreich und die Schweiz haben strenge Glücksspielgesetze, die digitale Wettangebote klar regulieren.
Krypto-Wetten werden rechtlich genauso behandelt wie die von „klassischen“ Wettanbietern. In Deutschland und Österreich ist das Angebot von Sportwetten ohne entsprechende staatliche Lizenz illegal – unabhängig davon, ob Einsätze in Euro oder Kryptowährungen erfolgen.
Die Schweiz ist zwar im Kryptobereich liberaler, es gibt für Glücksspiel jedoch ebenfalls klare Konzessionspflichten. Die Regulierung in Tennessee ist praktisch identisch mit der in der DACH-Region.

Wie wahrscheinlich sind Folgen für Deutschland?
Deutschland braucht keine Änderung der Rechtslage. Das bestehende Glücksspielrecht ist erst 2021 reformiert worden und gilt als eines der strengsten in Europa. Jetzt tritt allerdings auch die EU-MiCA‑Regulierung in Kraft, die Krypto‑Dienstleistungen harmonisiert, aber keine Liberalisierung für Krypto‑Wetten vorsieht.
Im Gegenteil: Je stärker Krypto‑Plattformen in Bereiche vordringen, die traditionell streng reguliert sind, desto eher ist mit zusätzlichen Auflagen zu rechnen. Wahrscheinlicher als eine Lockerung ist daher eine Verschärfung der Aufsicht, insbesondere wenn Krypto‑Wetten in Deutschland an Popularität gewinnen.
Das Vorgehen der Behörden in Tennessee könnte somit als Präzedenzfall dienen – nicht für eine Öffnung, sondern für eine konsequente Durchsetzung bestehender Regeln.

