US-Fed löst mit Whitepaper zu digitaler Zentralbankwährung Debatte aus

  • Die Federal Reserve Bank der USA hat ein Whitepaper veröffentlicht, in dem Details, Vorteile und Probleme einer digitalen Zentralbankwährung erörtert werden.
  • Beamte der Fed äussern gegensätzliche Standpunkte zur Entwicklung des digitalen Dollars.

Wie in etlichen anderen Ländern weltweit denkt man auch in den USA über eine eigene digitale Zentralbankwährung (CBDC) nach. Am Donnerstag veröffentlichte die US-Zentralbank ein Whitepaper, in dem die Vor- und Nachteile sowie die Kosten eines solchen Projekts abgewogen werden. Es enthält jedoch keine Stellungnahme dazu, ob die USA ein solches Projekt verfolgen sollten. In den nächsten 120 Tagen will die Fed über ein Online-Formular Kommentare zu dem Projekt sammeln.

„Wir freuen uns auf den Dialog mit der Öffentlichkeit, den gewählten Vertretern und einem breiten Spektrum von Interessengruppen, während wir die Vor- und Nachteile einer digitalen Zentralbankwährung in den Vereinigten Staaten untersuchen“, sagte Fed-Chef Jerome Powell.

Besonderheiten einer US-CBDC

Dem Whitepaper zufolge würde ein CBDC nicht über eine Bank laufen, wie es bei anderen „traditionellen“ digitalen Zahlungssystemen in den USA der Fall ist. Die Zentralbank hätte jedoch einen Anspruch auf die CBDC, ähnlich wie physische Dollars „Federal Reserve Notes“ im Besitz des Inhabers sind. Das Projekt würde einem „Zwischenmodell“ folgen, das es Banken und Zahlungsdienstleistern ermöglicht, Konten oder digitale Wallets einzurichten, die den digitalen Dollar unterstützen müssten. Die Banken haben jedoch Bedenken, dass ein solcher Ansatz ihre Einlagenbasis schmälern würde.

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Laut Fed-Beamten würde eine amerikanische CBDC „eine sichere digitale Zahlungsoption für Haushalte und Unternehmen bieten, während sich das Zahlungssystem weiter entwickelt“. Außerdem würde sie den digitalen Zahlungsverkehr zwischen den USA und dem Ausland beschleunigen. Allerdings werden auch Schattenseiten einer solchen Währung hervorgehoben:

„Zu den Problemen gehören die Aufrechterhaltung der Finanzstabilität und die Garantie, dass der digitale Dollar die bestehenden Zahlungsmittel ergänzet.“

Außerdem erklärten die Beamten, dass die Privatsphäre der amerikanischen Bürger bei der Nutzung der CBDC geschützt werden müsse. Es sei daran erinnert, dass viele CBDCs unter anderem wegen der Verletzung der Privatsphäre in die Kritik geraten sind. In dem Whitepaper wird auch darauf hingewiesen, dass Möglichkeiten zur Bekämpfung der Nutzung der CBDC für illegale Finanzgeschäfte entwickelt werden müssen.

Projekt löst Fed-interne Debatte aus

Das Projekt hat eine Debatte unter den Spitzenbeamten der Fed ausgelöst, wobei deren Gouverneurin, Lael Brainard, sagte, eine Verzögerung des Projekts sei nicht nachhaltig. Sie verwies auf die Entwicklung von CBDC in konkurrierenden Volkswirtschaften, von denen China die am weitesten fortgeschrittene ist. Einige Beamte pflichteten ihr bei und sagten, dass ein Verzicht auf eine CBDC die Position der USA als Inhaber der globalen Reserve schwächen würde. Die Gegner sagen, dass die USA bereits über verschiedene digitale Zahlungssysteme verfügen.

Die Fed hat jedoch klargestellt, dass sie die Planung eines digitalen Dollars nicht weiterführen werde ohne klare Unterstützung durch die Exekutive und den Kongress, idealerweise in Form eines spezifischen Gesetzes zur Handlungsvollmacht.

Bemerkenswert ist auch, dass die Boston Fed und das Massachusetts Institute of Technology (MIT) getrennt voneinander an den technologischen Aspekten eine digtalen Zentralbankwährung der USA arbeiten. Dazu gehört eine mögliche Kodierung, die bereits im nächsten Monat veröffentlicht werden soll.

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