- Patrick Witt sagt, die strategische US-Bitcoin-Reserve steht weiterhin auf der internen Prioritätenliste.
- Witt widerspricht Berichten über den Verkauf beschlagnahmter Bitcoins im Samourai-Wallet-Fall.
Die Pläne für eine strategische Bitcoin-Reserve der USA stehen im Weißen Haus weiterhin auf der internen Prioritätenliste, stoßen in der Umsetzung aber auf juristische Probleme und Kompetenzgrenzen zwischen den Behörden. Das sagte Patrick Witt, Executive Director des White House Crypto Council, in einem Interview mit „Crypto In America“ am 13. Januar.
US Bitcoin Reserve ist weiterhin eine „Priorität“
Auf die Frage von Moderatorin Eleanor Terrett, wie das Weiße Haus aktuell über eine strategische Bitcoin-Reserve denke, verwies Witt zunächst auf laufende Abstimmungen innerhalb der Administration. Er sagte, es gebe „später heute Nachmittag“ dazu einen weiteren Call, und nannte mehrere involvierte Behörden, darunter das Team des Deputy Chief of Staff for Policy von Steven Miller, das die Umsetzung präsidialer Executive Orders in den Behörden nachhalte, sowie das Finanz- und Handelsministerium.
Witt beschrieb die Umsetzung als weniger geradlinig, als sie auf den ersten Blick wirke:
„Nach außen klingt das oft unkompliziert, aber dann stößt man auf obskure juristische Bestimmungen – warum diese Behörde es nicht machen kann, aber eine andere es doch könnte. […] Wir treiben das weiter voran. Es steht definitiv weiterhin auf der Prioritätenliste.“
Besonders betonte Witt den Stellenwert juristischer Absicherung. In den vergangenen Wochen habe es „neue Entwicklungen“ und Erkenntnisse gegeben, zudem Gespräche mit General Counsels verschiedener Behörden. Als Beispiel nannte er das Office of Legal Counsel (OLC) im Justizministerium.
Das OLC, so Witt, fungiere in der Exekutive in gewisser Weise als „der Supreme Court innerhalb der Administration“ und habe „gute Leitplanken“ geliefert, wie die Executive Order des Präsidenten rechtssicher umgesetzt werden könne. „Mehr dazu bald“, ergänzte Witt, ohne Details zu nennen.
Witt ging auch auf einen Bericht von Bitcoin Magazine ein, der behauptete, dass im Zusammenhang mit dem Samourai-Wallet-Fall beschlagnahmte Bitcoins durch das DOJ verkauft worden seien, ein klarer Verstoß gegen die Executive Order zur Bitcoin-Reserve.
Witt widersprach der Behauptung und sprach von einer teilweise fehlerhaften Darstellung. „Ich glaube, das wurde etwas falsch berichtet“, sagte er. „Wenn man sich den Vergleich und die juristischen Dokumente anschaut, klingt es so, als würde die Behörde eine bestimmte Maßnahme ergreifen.“ In Gesprächen mit dem DOJ habe sich jedoch ergeben, dass die Formulierungen typische Standardklauseln seien: „Sie sind so geschrieben, dass sie alle Optionen und Rechte offenhalten.“
Entscheidend ist, dass die betreffenden Bestände laut Witt bislang nicht veräußert worden sind. „Diese Bitcoins wurden nicht liquidiert. Diese digitalen Vermögenswerte wurden nicht verkauft“, sagte Witt. Deshalb sei auch die Sorge, dass das DOJ die Executive Order „offenkundig verletzt“ habe, aus seiner Sicht „keine Sorge“. Gleichzeitig schränkte er ein, dass er dazu „im Moment nicht mehr sagen“ könne und weitere Entwicklungen möglich seien.
Wird Trump erneut Versprechen machen?
Die Aussagen von Witt kommen zu einem Zeitpunkt, an dem US Präsident Donald Trump im eigenen Land unter gehörigem Druck steht. Im November dieses Jahres sind die Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten. Verliert Trump die Mehrheit im Kongress, läuft er Gefahr, dass er zwei Jahre lang nichts mehr durchsetzen kann.
Laut Polymarket liegen die Chancen derzeit bei 78 %, dass die Demokraten bei den Midterms die Mehrheit im House of Representatives gewinnen. Gleichzeitig ist Trump die Wahlkraft der Krypto-Community bewusst, die bei den Präsidentschaftswahlen als „Single-Issue“-Wähler einen erheblichen Einfluss auf seinen Erfolg gehabt haben.

Aufgrund dessen spekuliert die Community, ob Trump im Wahlkampf erneut mit Versprechen wie einer strategischen Bitcoin-Reserve um Stimmen werben wird. Ob es tatsächlich zu einer Umsetzung kommt, bleibt offen. Sämtliche Fristen der Executive Order zur Bitcoin-Reserve sind bislang verstrichen, ohne dass nennenswerte Berichte oder Ergebnisse veröffentlicht wurden. „Budgetneutrale“ Kaufstrategien wurden bislang ebenfalls nicht öffentlich gemacht.
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November 2026 sind Zwischenwahlen. Verliert Trump die Mehrheit im Kongress, kann er zwei Jahre lang nichts mehr durchsetzen.
Er weiß, wer ihm 2024 den Wahlsieg mitfinanziert hat: Die Krypto-Community.
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— Smart Money Crypto (@HugotoCrypto) January 13, 2026

