Britische Regulierungsbehörden ermitteln gegen Binance wegen Herausgabe von Aktien-Tokens für Tesla und Coinbase

  • Binance sieht sich nach der Herausgabe von Aktien-Token für einige große Unternehmen mit rechtlichen Untersuchungen konfrontiert.
  • Das Vereinigte Königreich untersucht gemeinsam mit der Krypto-Börse, ob die eigenmächtige Entscheidung und die Vorschriften, die für Kryptowährungen gelten, rechtskonform sind.

Anfang des Monats hat Binance „Aktien-Token“ angeboten, die einen Anteil an der Börse wiederspiegeln. Die beiden – Tesla (TSLA) und Coinbase (COIN) – können verwendet werden, um korrelierende Aktienkurse zu erwerben. Auf diese Weise können Bruchteile der Aktien erworben werden, so dass mehr Zugang und Flexibilität für Investoren gegeben ist. Die Token laufen auf Binance mit Binance-USD (BUSD), dem eigenen Stable Coin.

Dieses Vorgehen hat das Interesse der britischen Aufsichtsbehörden auf sich gezogen. Beim Start schloss die Börse Nutzer aus den USA, China und der Türkei vom Handel mit den Coins aus. Kurz nach dem Start gab es Warnungen aus Hongkong. Die Regulierungsbehörden erwarten, dass Binance vor der Veröffentlichung besagter  Token eine Lizenz erhält.

Binance arbeitet mit Regulatoren zusammen

Laut der Financial Times erwarten die britischen Regulierungsbehörden mehr Klarheit über die Beschaffenheit der Token – insbesondere Regeln für die Transparenz und die Offenlegung von Unternehmen. Die Financial Conduct Authority sagte in einem Interview, dass sie mit Binance daran arbeitet.

In Zusammenarbeit mit dem Unternehmen untersuchen wir das Vorgehen, um zu verstehen, welche die Vorschriften, dafür gelten können und wie es vermarktet wird… Unternehmen und ihre Geschäftsleitung sind dafür verantwortlich, zu bestimmen, ob ihre Produkte und Dienstleistungen in den Zuständigkeitsbereich der FCA fallen.

Die Börse glaubt, dass die Produkte rechtskonform sind. Sie behauptet, die Mifid-II-Märkte der EU und die Bankvorschriften der BaFin zu erfüllen. Zusätzlich wurden mehrere Gründe angeführt, warum die „Aktien-Token“  keine regulatorische Grenze überschreiten, wie es der Fall wäre, wenn sie Wertpapiere wären. Die Börse argumentiert, dass die Token nicht auf andere Nutzer übertragbar sind und nicht mit Bargeld, sondern mit ihrem eigenen Stablecoin beglichen werden. Außerdem geben sie den Besitzern des Tokens keine Stimmrechte wie bei Aktien.

Die deutsche Bundesregierung hat bisher keine Stellung bezogen, ob die rechtliche Lage über den Handel mit „Aktien-Token“ aktuell überprüft wird.

Binance hat Großes vor

Als die größte Kryptobörse nach Volumen ist es für Binance nicht das erste Mal, das sich die Wege mit den Regulierungsbehörden gekreuzt haben. U.S. Regulierungsbehörden haben Anfang des Jahres den Austausch über die Durchführung von Aktivitäten in dem Land ohne eine Commodity Futures Trading Commission (CFTC) Lizenz untersucht. Binance argumentierte, dass sie nicht in den USA ansässig ist. Seit langem hat die Börse es versäumt, einen Hauptsitz zu identifizieren. Es hat zuvor festgestellt, dass sie eine „große Anzahl von regulierten Einheiten in mehreren Jurisdiktionen hat betreiben.

Die Börse hat erst kürzlich den ehemaligen Leiter des Office of the Comptroller of the Currency (OCC) zum CEO von Binance US ernannt. Darüber hinaus ist der ehemalige US-Senator Max Baucus den Austausch als Berater beigetreten. Beide Ernennungen gehen einer kritischen Gesetzesvorlage des US-Kongresses voraus. Der „Eliminate Barriers to Innovation Act“ weist die SEC und die CFTC an, eine Task Force zur Überprüfung digitaler Assets einzurichten. Der Schritt ist fortschrittlich und zielt darauf ab, klarere Krypto-Regulierungen zu erreichen.

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John Kiguru ist ein scharfsinniger Autor mit großer Leidenschaft für Kryptowährungen und deren zugrunde liegender Technologie. Er durchsucht das Netz den ganzen Tag über nach neuen digitalen Innovationen, um seine Leser über die neuesten Entwicklungen zu informieren.

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