- Die Blockchain‑Sicherheitsexperten von Cyvers Alerts haben am Donnerstag eine verdächtige On‑Chain‑Transaktion beim Truebit‑Protocol aufgedeckt.
- Eine einzelne Adresse erhielt 8.535 ETH, markiert als „Truebit Protocol Purchase“ – geschätzter Schaden: Rund 26 Millionen Dollar.
Der Kryptomarkt erlebt den ersten Schock des neuen Jahres: Das Truebit‑Protokoll hat durch einen schwerwiegenden Exploit mehr als 8.500 ETH verloren, was dem Gegenwert von rund 26 Millionen Dollar entspricht. Truebit ist ein Blockchain-Skalierungsprotokoll , das komplexe Berechnungen auslagert, um Kosten zu senken und die Leistung zu steigern, indem Aufgaben offchain ausgeführt werden.
Die ersten Hinweise kamen von der Blockchain‑Analysefirma Cyvers Alerts, die eine ungewöhnliche Transaktion bemerkte, bei der eine einzelne Adresse Tausende ETH erhielt, markiert als „Truebit Protocol: Purchase“.
Schnell wurde klar, dass es sich nicht um einen legitimen Vorgang handelte, sondern um einen gezielten Angriff auf einen veralteten Smart Contract, der seit Jahren nicht mehr aktualisiert worden war.

Die Angreifer bekamen die TRU‑Token praktisch kostenlos und tauschten sie anschließend gegen ETH, wodurch die Reserven des Projekts in kürzester Zeit aufgebraucht waren.
TRU‑Token kollabierte nach wenigen Stunden
Die unmittelbaren Folgen für den TRU‑Token waren dramatisch. Innerhalb weniger Stunden verlor der Token nahezu seinen gesamten Wert. Kursdaten zeigen einen Absturz von 99,95 Prozent – faktisch ein Totalverlust.
An dezentralen Börsen brach die Liquidität zusammen, während Datenfeeds teilweise einfroren oder fehlerhafte Werte anzeigten. Für viele Anleger, die Truebit noch als experimentelles, aber ambitioniertes Projekt im Bereich der Offchain‑Rechenleistung betrachten, kam der Zusammenbruch völlig überraschend.
Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Sicherheitsproblemen, die veraltete Smart‑Contracts betreffen und die Frage aufwerfen, wie lange ungewartete Protokolle in einem Blockchain-System „überleben“ können.
Staatsanwaltschaft ermittelt
Das Truebit‑Team bestätigte inzwischen den Vorfall und erklärte, man sei über einen Hacker-Angriff informiert worden.
Man arbeite eng mit der Strafverfolgungsbehörde zusammen, um die Verantwortlichen zu identifizieren und die gestohlenen Krypto-Assets zurückzuverfolgen. Gleichzeitig wird ein technisches Post‑Mortem vorbereitet, das die genaue Ursache und den Ablauf des Angriffs offenlegen soll.
Für den Kryptomarkt ist der Fall ein mahnendes Beispiel dafür, wie gefährlich veraltete Smart Contracts sind. Die Ermittlungen laufen, und zurzeit ist nicht sicher, ob Truebit sich von diesem Schlag erholt, oder ob er das endgültige Aus des Projekts eingeleitet hat.

