Top-Talente verlassen Facebook und Amazon und Google für Web3 und Krypto

  • Etliche Spitzenkräfte der Tech-Konzerne Facebook, Google und Amazon geben ihre Jobs auf und steigen bei Web3- und Krypto-Unternehmen ein.
  • Abgesehen von den netten Gehältern, die die neue Branche bietet, betrachten diese Führungskräfte sie als den aufregenderen Sektor der Tech-Branche, und sie wollen darin eine Rolle spielen.

Als Apple, Microsoft, Google, Amazon und Facebook zu den am schnellsten wachsenden Tech-Unternehmen ihrer Zeit wurden, zogen sie die besten Talente an, und viele fähige, doch unterforderte Mitarbeiter verließen ihre Jobs bei den „Old-Tech-Unternehmen“ wie Banken und Versicherungen, um erst auf den Personal-Computing- und dann  auf den Internet-Zug aufzuspringen. Doch alas, déja vu: Jetzt sind die Unternehmen der ehemaligen Tech-Avantgarde selbst zu „Old-Tech“ geworden, und der Brain-Drain wiederholt sich: Die besten Mitarbeiter wechseln zu Web3- und Krypto-Unternehmen – der Avantgarde einer neuen Branche, die selbst noch nicht weiß, wie sie in drei oder fünf, geschweige denn in zehn Jahren aussehen wird.

Jedenfalls steht die dritte Generation des Internets mit dem Schlagwort „Web3“ angeblich für die Dezentralisierung des Internets, und herauskommen soll – man höre und staune – mehr Freiheit und das Eigentum an den eigenen Daten. Die Blockchain-Technologie soll im Mittelpunkt dieser „neuen“ Entwicklung stehen.

Wem das irgendwie bekannt vorkommt, liegt richtig – genau so hörte sich das mit der Freiheit und dem Daten-Eigentum schon in der Steinzeit des Internets Anfang der 90er-Jahre an; ganz ohne Blockchain. Wer sich daran erinnert, weiß was daraus geworden ist.

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Das Silicon Valley unterstützt jedenfalls den neuen Sektor und es gibt einen Exodus aus ehemaligen Top-Tech-Unternehmen, der in Richtung Web3- und Krypto-Startups verläuft.

Einer der sich selbst Exilierenden ist Ryan Wyatt, der ehemalige Leiter von YouTube Gaming, der Google verlassen hat, um in einem neuen Gaming-Studio von Polygon zu arbeiten, dem Layer-2-Blockchain-Netzwerk, das die Skalierungsprobleme von Ethereum lösen will. Wyatt verglich Web3 mit der Situation vor sieben Jahren, als er zu YouTube Gaming kam. Damals hatte niemand gedacht, dass es sich zum zweitgrößten Bereich von YouTube entwickeln und mit Amazons Twitch ernsthaft konkurrieren könnte.

Er sagte CNBC:

„Als ich vor fast acht Jahren bei YouTube Gaming anfing, war ich allein. Wir hatten noch kein Team. Die Leute fingen gerade an, sich für Gaming-Videos zu interessieren. Ich betrachte diese Gelegenheit auf die gleiche Weise.“

Wyatt ist nur einer von vielen, die reguläre Gehälter und sichere Arbeitsplätze aufgeben, um bei Blockchain-Startups zu arbeiten. Sherice Torres verließ Novi, die Kryptoabteilung von Facebook, um bei Circle, dem Hersteller des USDC-Stablecoin, zu arbeiten. Bei Novi war sie Chief Marketing Officer.

Apropos Novi: Deren ehemaliger Leiter David Marcus könnte sich in die Web3-Welt begeben, wenn man einigen seiner letzten Tweets Glauben schenken darf – er hat noch nicht offiziell bekannt gegeben, was er nach seinem Rücktritt von Facebook als nächstes tun wird).

Pravjit Tiwana verließ im Januar Amazon Cloud, wo er in leitender Position tätig war, und wurde Chief Technology Officer bei Gemini, der Kryptobörse der Winklevoss-Zwillinge.

Diese und viele andere Experten setzen darauf, dass das Web3 die Zukunft sein wird, erklärte Alex Bouaziz, CEO des Lohnbuchhaltungs-Softwareunternehmens Deel:

„Natürlich wollen die Menschen dort arbeiten, wo sie die aufregendsten und innovativsten Entwicklungen der Technologie erwarten, und das sind derzeit Kryptowährungen und Web3. Viele sehen darin die Zukunft der Technologiebranchen, so wie Facebook und Amazon in der Vergangenheit attraktiv waren.“

Das Gehalt, das die Top-Leute bekommen, tut ein Übriges. Coinbase soll seinen Software-Ingenieuren jährlich bis zu 900.000 Dollar zahlen.

About Author

Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

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