- GameStops 513 Millionen Dollar Bitcoin-Kauf folgt definitiv einer Strategie, doch der Umsatzrückgang im operativen Geschäft lässt Zweifel an deren Tragfähigkeit aufkommen.
- Trotz hoher Gewinne mit Krypto-Spekulationen warnen Analysten vor hohen Bewertungen und einer vernachlässigten Entwicklung des Kerngeschäfts.
GameStop hat den Kauf von 4.710 Bitcoin im Wert von ca. 513 Millionen Dollar bestätigt und damit einen Schritt gemacht, den man durchaus als Gamechanger seiner Unternehmenspolitik bezeichnen kann. Das Unternehmen kündigte die Aktion an, hielt jedoch Informationen über den Durchschnittspreis der BTC und den Zeitpunkt der einzelnen Transaktionen zurück.
Die Investition signalisiert eine große Veränderung für den Videospielhändler, der in den letzten Jahren damit zu kämpfen hatte, sein Kerngeschäft zu stabilisieren. Da die Akzeptanz von Bitcoin in Unternehmen im Jahr 2025 zunimmt, erregt der Schritt von GameStop nicht nur wegen seiner Größe Aufmerksamkeit, sondern auch wegen seines Timings.
Der Bitcoin-Kauf geht auf eine Finanzierungsinitiative zurück, die von GameStop im März angekündigt wurde. Das Unternehmen hat eine Anleihe in Höhe von 1,3 Milliarden Dollar aufgelegt, deren Erlös ausdrücklich für den Erwerb von Bitcoin vorgesehen ist.
Diese Struktur ermöglichte es GameStop, Geld von Großinvestoren zu erhalten, ohne eigene Barmittel einzusetzen oder Vermögenswerte zu veräußern. Die Verwendung von Wandelanleihen durch das Unternehmen zeigt, dass immer mehr Firmen diese Methode wählen, wenn sie Bitcoin als strategischen Speicher nutzen wollen.
Mit dieser Entscheidung folgt GameStop börsennotierten Unternehmen wie Strategy und Tesla, die Bitcoin als alternative Absicherung gegen Risiken nutzen. Die kommenden Erklärungen enthalten immer noch keine Informationen über neue Krypto-Transaktionen und wie sie aufbewahrt, verbucht oder veröffentlicht werden.
Aktienkursentwicklung durch Spekulationen getrieben
Wie CNF berichtete, beeinflussten Nachrichten über den möglichen Umstieg auf Kryptowährung die Aktienkurse bereits, bevor GameStop seine Absicht offiziell bestätigte. Im Februar ließen Gerüchte, dass das Unternehmen ein Bitcoin-Treasury-Programm starten könnte, die Aktie um 18% steigen.
Als das Unternehmen im März bestätigte, dass es Bitcoin in sein Treasury aufnehmen würde, kam es zu einem weiteren Kurssprung von 12 %. Die Aktien schlossen am 27. Mai bei 35 $ und stiegen am nächsten Tag im frühen Handel auf 36,30 $. Im Laufe eines Monats stieg der Kurs der GameStop-Aktie um fast 30 %, während die Gewinne in diesem Jahr bei etwa 10 % liegen.
Auch wenn das Unternehmen wächst, zeigen die grundlegenden Daten einen vorsichtigeren Ausblick. Der letzte Finanzbericht des Unternehmens zeigte einen Umsatzrückgang von 28 % im Vergleich zum Vorjahr, da die Einzelhandelsabteilung immer noch Probleme hat. Trotz des Einflusses von Bitcoin auf den Unternehmenswert ändert dies nichts an den operativen Herausforderungen des Unternehmens.
Analystenbewertungen und ihre Diskrepanzen
Viele haben Fragen zur aktuellen Bewertung des Unternehmens aufgeworfen. Nach den üblichen Einzelhandelskennzahlen ist die Aktie überbewertet, da das nachlaufende Kurs-Gewinn-Verhältnis über 100 liegt. Mit Stand vom 28. Mai zeigt Barchart, dass nur ein Analyst derzeit mit GameStop zusammenarbeitet.
Nach Ansicht dieses Analysten sollte die Aktie verkauft werden, und das Kursziel liegt bei 13,50 $. Das Erreichen dieses Tiefpunkts würde bedeuten, dass die Aktie gegenüber dem heutigen Stand um 60 % gefallen wäre. Auch wenn Bitcoin in Zukunft zu Gewinnen führen könnte, seien neue Risiken ein Problem für Unternehmen mit instabilen Einkünften, so die Analysten.
Obwohl sich das Unternehmen in Richtung einer kryptogestützten Treasury bewegt, bleibt man unsicher, was vor uns liegt. Das Management hat keinen expliziten Planung erstellt, wie die Bitcoin-Einnahmen als Ersatz für die schwindende Haupteinnahmequelle genutzt werden sollen. Es finden nur wenige klar erkennbare Veränderungen statt, was darauf hindeutet, dass die Aktie hauptsächlich von der Marktstimmung – Spekulation also – abhängig ist und keinen substanziell eigenen Gewinn macht.

