Auswirkung des russischen Angriffskriegs auf das Mining von Kryptowährung

  • Zunächst war das Krypto-Mining nicht vom Krieg betroffen und die in Russland generierte Hashrate blieb konstant.
  • Ein Mining-Pool hat jedoch nun  aus Protest gegen das Vorgehen des Despoten Putin russische Miner mit der Begründung abgeschaltet, dass diese die Aggression Russlands unterstützen.

Die  Aggression Russlands gegen die Ukraine steht nun schon seit Wochen im Mittelpunkt der weltweiten Medienberichterstattung und nach dem Einmarsch der russischen Truppen vom Donnerstag wird inzwischen auch in der Hauptstadt Kiew geschossen. Über die Auswirkungen des Konflikts auf die Kryptopreise wurde ebenfalls ausführlich berichtet, wobei das Image von Bitcoin als sicherer Hafen mittlerweile vom Tisch sein dürfte. Aber was ist mit den Minern? Da Russland das drittgrößte Mining-Drehkreuz der Welt ist, rückt die Branche in den Fokus, während die Krieg weitergeht.

Auf Russland entfallen etwa 11 Prozent der weltweiten Bitcoin-Hashrate, wie Daten des Cambridge Centre for Alternative Finance zeigen. Und trotz der Krise und des Krieges waren die russischen Miner nicht beeinträchtigt. Die Daten zeigen, dass die Hash-Rate, die das Land beisteuert, in den letzten zwei Wochen konstant geblieben ist, selbst nachdem Putin den Angriffsbefehl gegeben hatte..
Für russische Miner ist es wichtig, online zu bleiben. Wann immer die Bitcoin-Hashrate plötzlich einbricht, wird das Netzwerk unsicher und anfällig für Angriffe. Bisher wurde Bitcoin noch nie angegriffen, aber das heißt nicht, dass es unangreifbar ist. Es gibt andere große Blockchain-Netzwerke, die bereits 51%-Angriffen zum Opfer gefallen sind, darunter Ethereum Classic.
Der Krieg könnte auch den ukrainischen Nachbarn Kasachstan in Mitleidenschaft ziehen. Das Land, das im Norden wie die Ukraine auch an Russland grenzt, ist nach den USA das zweitgrößte Kryptomining-Zentrum der Welt. Würden sich Folgen des Krieges in Zukunft auch auf Kasachstan betreffen, wäre das Bitcoin-Netzwerk stark gefährdet.
Es hat bereits Störungen des Minings in Kasachstan gegeben. Anfang dieses Jahres kamen bei gewaltsamen Protesten gegen eine Erhöhung der Treibstoffpreise über 160 Menschen ums Leben. Dies führte auch zu einem fünftägigen Internetausfall, der alle Bitcoin-Miner im Land betraf und zu einem Einbruch der weltweiten Bitcoin-Hashrate führte.
Während die Bitcoin-Miner bis jetzt noch nicht direkt von dem Konflikt betroffen sind, haben Ethereum Miner weniger Glück: Einer der größten Ethereum-Mining-Pools hat die russischen  Miner ausgeschlossen.
In einer Erklärung auf Reddit teilt FlexPool mit, dass es sich gegen Russland stellt:
„Als Unternehmen mischen wir uns im Allgemeinen nicht in die Politik ein, obwohl wir eine persönliche Meinung haben. Aber das hier ist größer als Politik, größer als alles andere. Dies ist ein Krieg, der die Welt beenden könnte. Mit Sicherheit beendet er das Leben vieler unschuldiger Menschen in Osteuropa. Wir können zwar wenig tun, aber es wäre falsch, davon zu profitieren oder ihn indirekt zu finanzieren. Wir stellen den Dienst für alle russischen IPs ein und zahlen ausstehende Beträge aus.“

FlexPool, ist für 5 Prozent der Ethereum-Hashrate verantwortlich ist und der viertgrößte ETH-Mining-Pool überhaupt. In der Erklä#rung heißt es weiter:

„Wir entschuldigen uns bei unseren russischen Minern; viele von Ihnen unterstützen den Krieg nicht. Aber Sie sind es, die Ihr Land unterstützen. Ohne das Volk kann Russland nicht operieren. Nur wenn wir die Wirtschaftskraft des Volkes reduzieren, haben wir eine Chance, diesen Krieg zu beeinflussen. Wir danken Ihnen für Ihre Loyalität, und ich hoffe, Sie verstehen, dass wir diese Entscheidung nicht leichtfertig treffen. Sollte diese Situation friedlich gelöst werden, werden wir gerne alle russischen Miner wieder willkommen heißen und unsere persönlichen Mittel einsetzen, um sie zu entschädigen.“

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Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

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