Die SEC untersucht den Status von Krypto-Kreditprodukten – wird da ein neues Kuckucksei bebrütet?

  • Die US-Börsenaufsicht untersucht drei Unternehmen daraufhin, ob deren Krypto-Kreditprodukte  Wertpapiere sind – legt die SEC ein neues Kuckucksei? Ripple lässt grüßen
  • Doch noch weitere Unternehmen haben  Warnungen staatlicher Aufsichtsbehörden wegen des Vetriebs möglicherweise illegaler Finanzprodukte erhalten

Die US-amerikanische Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde SEC untersucht die Aktivitäten von drei Krypto-Unternehmen im Zusammenhang mit dem Vertrieb von Krypto-Kreditprodukten. Es sind die Krypto-Börsen Voyager Digital und Gemini Trust, die der Winklevoss-Familie gehören, sowie der Krypto-Kreditgeber Celsius Network.

Die Untersuchung betrifft Unternehmen, die ihren Kunden Zinsen auf Krypto-Einlagen zahlen, berichtet Bloomberg. Bisher wurde keines dieser Unternehmen eines Fehlverhaltens beschuldigt. Die Regulierungsbehörde prüft jedoch, ob Krypto-Kreditprodukte bei ihr als Wertpapiere registriert werden müssten.

Neues Kuckucksei der SEC?

Wie bestimmte Banken ihren Kunden mit Fiat-Geld, ermöglichen bestimmte Krypto-Dienstleister ihren Kunden mit Kryptowährung, diese bei ihnen zu hinterlegen, wofür sie Zinsen zahlen. Die hinterlegten Kryptos verleihen sie an Institutionen, um deren Krypto-Handelspositionen zu decken. Im Gegensatz zu Banken bieten die Krypto-Unternehmen jedoch wesentlich attraktivere Zinssätze. Darüber hinaus haben manche Kryptokredit-Plattformen, insbesondere die dezentralen, keinerlei KYC (Know Your Client) Prozeduren. Stattdessen nutzen sie die Technologie der Smart-Contracts, um Finanzdienstleistungen zwischen Kunden automatisch und anonym abzuwickeln.

Die US-Börsenaufsichtsbehörde war bisher nachsichtig mit Krypto-Kreditprodukten. Meist wurden lediglich Warnungen über die Wahrscheinlichkeit ausgesprochen, dass solche Angebote als Wertpapiere eingestuft werden könnten.

Andererseits drohte sie die führende Kryptobörse Coinbase zu verklagen, als diese letztes Jahr ein ähnliches Angebot vorschlug. Das Unternehmen wies darauf hin, dass es die Aufsichtsbehörde im Vorfeld über seine Pläne informiert hatte. Coinbase brachte außerdem vor, dass es zahlreiche andere Kryptoakteure in der Finanzbranche gebe, die Krypto-Kreditprodukte anbieten, ohne dass rechtliche Schritte gegen sie eingeleitet wurden. Schließlich sah sich die  Börse gezwungen, das Programm aufzugeben, um einer Klage zu entgehen.

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Sind Krypto-Kreditprodukte Wertpapiere?

Trotz der relativen Passivität der SEC waren manche Bundesstaaten weniger freundlich. Im vergangenen Juli sah sich das Krypto-Unternehmen BlockFi innerhalb einer Woche mit Anschuldigungen von drei Aufsichtsbehörden in Texas, Alabama und New Jersey konfrontiert, gegen Wertpapiergesetze verstoßen zu haben. In einer der Mitteilungen, die dem Unternehmen zugestellt wurden, heißt es, dass die Einhaltung der Vorschriften die „Registrierung von Wertpapieren, die Registrierung von Händlern und Vertretern sowie die wahrheitsgemäße Offenlegung aller bekannten wesentlichen Fakten“ erfordere. Celsius geriet auch ins Visier der Aufsichtsbehörden in Kentucky, Alabama, Texas und New Jersey. Diesem und anderen Unternehmen wurde sogar mit dem Verbot ihres Geschäftsbetriebs gedroht.

Derzeit hat die SEC ihre jüngste Untersuchung noch nicht offiziell bestätigt. Voyager, Gemini und Celsius haben jedoch erklärt, sie würden bei etwaigen Ermittlungen uneingeschränkt kooperieren.

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