USA: SEC verklagt Forsage-Betreiber wegen 300-Millionen-Dollar-Betrug

  • Laut der Börsenaufsicht SEC wurde ein betrügerisches Schneeballsystem betrieben.
  • Forsage hatte auch Probleme mit Behörden in anderen Regionen.

Die US-Börsenaufsicht SEC hat elf Personen wegen ihrer Rolle bei Gründung und Betrieb der Forsage-Plattform vor Gericht gebracht. Die SEC hält Forsage für ein betrügerisches Schneeballsystem. Die Klage wurde am 1. August bei einem US-Bezirksgericht im Staat Illinois eingereicht.

Die SEC trägt vor, die Betreiber von Forsage hätten weltweit über 300 Millionen Dollar von ihren Kunden eingesammelt. Die Vorgehensweise von Forsage habe darin bestanden „Investoren“ anzuwerben und diesen Prämien auszuzahlen, falls sie weitere Investoren anwerben würden.

Das sind typische Merkmale eines Schneeballsystems. Forsage soll nicht nur in den USA, sondern auch in anderen Ländern, einschließlich Russland, operiert haben. Die SEC definiert ein Schneeballsystem als Anlagebetrug, bei dem bestehende Anleger, die auf erste Gewinnauszahlungen warten,  mit dem Geld neuer Anleger bezahlt werden. Solche Schneeballsysteme locken Anleger mit hohen Renditeversprechen – und fast ganz ohne Risiko.

In der SEC-Klageschrift heißt es,

„Die Forsage-Plattform hat kein wie auch immer geartetes Produkt, das sie an einen Kunden verkaufen könnte, und sie hat auch nicht die Absicht, ein solches zu verkaufen. Auch hat sie keine nachweisbare Einnahmequelle ausser den Geldern der vermeintlichen Anleger. Diese werden verwendet, um andere neu geworbene Anleger zu bezahlen.“

Die US-Finanzaufsichtsbehörde erklärt weiter, dass Forsage seine neuen Investoren zunächst um eine Krypto-Asset-Wallet bittet. Dann kaufen sie „Slots“ aus den Smart-Contracts der Plattform. Durch diese Slots haben die Kunden nun das Recht, finanzielle Prämien von der Plattform zu erhalten, wenn sie neue Kunden für das System werben.

Diese Neurekrutierungen werden „Downlines“ genannt. Sie verdienen auch an dem, was die Plattform „Spillover“ nennt. Spillovers sind „Gewinne“, die innerhalb der Forsage-Anlegergemeinschaft geteilt werden. Carolyn Welshhans von der SEC, die das Referat für Krypto-Assets und Cyber der Aufsichtsbehörde leitet, sagt, Forsage sei ein betrügerisches Schneeballsystem mit großer Reichweite durch aggressives Marketing seiner Betreiber.

Welshanns fügte hinzu, es sein nicht möglich, Blockchain-Technologien zu nutzen, um betrügerische dauerhaft zu verschleiern:

„Betrüger liegen falsch, wenn sie glauben, dass sie ihre Schneeballsysteme mit der Blockchain-Technologie und intelligenten Verträgen aufbauen können, um die Bundeswertpapiergesetze zu umgehen, und der Strafverfolgung zu entgehen.“

Sie sagte weiter, dass aggressives Marketing der Grund war, dass Forsage in den letzten zwei Jahren so stark wachsen konnte. Durch die steigende Popularität des Unternehmens seien mehr und mehr Kunden angelockt worden. Zu den elf von der SEC angeklagten Personen gehören vier der Gründer und sieben weitere Angestellte.

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Bei den Gründern handelt es sich um Sergey Maslakov, Vladimir Okhotnikov, Mikhail Sergeev und „Jane Doe“ – alias „Lola Ferrari“.

Laut SEC haben diese Personen gegen die Abschnitte 5A und 5C des nicht registrierten Angebots und Verkaufs von Wertpapieren des US-Wertpapiergesetzes verstossen. Sie wirft ihnen außerdem Betrug gemäß Abschnitt 17(A) (1 & 3) desselben Gesetzes und Abschnitt 10 B-C des US-Börsengesetzes vor.

Klagen gegen Forsage in anderen Staaten

Forsage hat nicht nur Probleme mit der US-Börsenaufsicht SEC hat. Auch andere Staaten gehen gegen das Unternehmen vor. Die philippinische SEC verhängte im September 2020 eine Unterlassungsverfügung gegen Forsage.

Die Konten der Plattform in den sozialen Medien sind sehr aktiv. Ihr YouTube-Kanal warb vor zehn Tagen noch für ihre „Investitionspläne“. Das Gleiche gilt für den offiziellen Twitter-Handle. Forsage hat noch keine offizielle Erklärung zu dieser Angelegenheit abgegeben und nicht auf Medienanfragen reagiert.

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