- Charles Schwab, ein US-Finanzdienstleister mit über 10,8 Billionen Dollar TVL nimmt demnächst den direkten Handel mit Bitcoin und Ethereum auf.
- Mit diesem Schritt will man Kunden von Kryptobörsen wie Coinbase zurückgewinnen und Schwabs Position im schnell wachsenden Markt für Digital-Assets stärken.
Charles Schwab geht nun in den Bitcoin- und Ethereum-Spot-Handel und steigt damit direkt in den Markt für Privatkunden ein.
Rick Wurster, CEO von Charles Schwab, bestätigte in einem Interview die bevorstehende Einführung des Handels mit den beiden größten Kryptowährungen. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, einen Großteil der digitalen Vermögenswerte seiner Kunden, die derzeit über 25 Milliarden Dollar an Krypto-Beständen halten, auf die eigene Plattform zu verlagern. Ein Großteil dieser Assets liegt aktuell noch bei Drittanbietern. Wurster:
„Unsere Kunden wollen ihre Kryptowährungen zu Schwab zurückbringen, weil sie uns vertrauen. Sie möchten, dass wir diese Vermögenswerte neben ihren anderen Anlagen verwalten.“
Der neue Service soll es Anlegern ermöglichen, ihre Portfolios zu optimieren und Bitcoin und Ethereum direkt über die Schwab-Plattform zu handeln. Wurster erwartet, dass diese Erweiterung das Wachstum des Unternehmens erheblich beschleunigen wird. Die Ambitionen im Wettbewerb mit nativen Krypto-Plattformen sind klar:
„Wenn sie ihre Kryptowährungen bei Coinbase kaufen, würden wir es gerne sehen, wenn sie sie zu Schwab zurückbringen.“
Schwab will seinen Kunden Sicherheit und Vertrautheit bieten, gepaart mit vollem Zugang zu den Kryptomärkten, ohne die Plattform wechseln zu müssen. Wurster erklärte weiter, dass die Kunden zwar mehr als 20 % des Marktes für börsengehandelte Kryptoprodukte (ETP) halten, aber nur etwa 1 bis 2 % ihrer digitalen Vermögenswerte bei Schwab verwahrt werden. Der Großteil ihrer Bestände verbleibt bei krypto-nativen Plattformen. Er sagte:
„Sie wollen es wirklich zu Schwab zurückbringen, weil sie uns vertrauen. Sie wollen, dass wir neben ihren anderen Vermögenswerten stehen.“
Der neue Service soll den Kunden helfen, ihre Portfolios zu optimieren, indem er den direkten Handel von Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) innerhalb der Schwab-Plattform ermöglicht. Wurster geht davon aus, dass dieser Schritt die Expansion des Unternehmens unterstützen wird, wie er sagte:
„Wir gehen davon aus, dass wir Bitcoin (BTC) und Ether (ETH) bald einführen werden, damit unsere Kunden Zugang dazu haben. Wir denken, dass dies unser Wachstum beschleunigen wird.“
Generalangriff auf Coinbase – Kunden sollen wechseln
Im Rahmen der Expansion will Schwab direkt mit kryptonativen Plattformen wie Coinbase konkurrieren. Schwab möchte seinen Kunden sowohl Sicherheit und Vertrautheit als auch vollen Zugang zu den Kryptomärkten bieten, ohne dass sie ihre Plattform verlassen müssen.
JUST IN: $10 trillion Charles Schwab CEO says they will launch Bitcoin trading "sometime soon" and will be competing with Coinbase 👀 pic.twitter.com/VnpHfcFed0
— Bitcoin Magazine (@BitcoinMagazine) July 18, 2025
Die regulatorischen Rahmenbedingungen haben sich Anfang 2025 deutlich gelockert. Aufgehobene Regeln von Federal Reserve, FDIC und OCC, die nach dem Zusammenbruch von FTX eingeführt wurden, ermöglichen es US-Banken nun, sich offener im Bereich digitaler Vermögenswerte zu engagieren, inklusive Verwahrung und Handel. Schwab hat bereits Bitcoin- und Ether-ETFs sowie weitere kryptobezogene Anlageprodukte im Angebot, die Kryptowährungen als und traditionelle Assets kombinieren.
Interesse von Institutionen an Krypto steigt – 83% planen größere Allokation
Die institutionelle Nachfrage nach digitalen Vermögenswerten steigt parallel dazu. Ein Bericht von Coinbase und EY-Parthenon vom März ergab, dass 83 % der institutionellen Anleger planen, ihre Krypto-Allokationen in diesem Jahr zu erhöhen. Die Anleger zeigen auch verstärktes Interesse an Optionen jenseits von Bitcoin und Ethereum, wobei Vermögenswerte wie Solana und XRP an Popularität gewinnen.
Demselben Bericht zufolge erwartet ein erheblicher Prozentsatz der Befragten, dass sie bis 2025 mindestens 5 % ihrer Portfolios in Kryptowährungen investieren werden. Ein Bericht von Fireblocks vom Mai ergab außerdem, dass 90 % der Institutionen Stablecoins entweder nutzen oder erforschen, wobei etwa die Hälfte sie bereits für Zahlungen verwendet.
Wurster verwies auf die wachsende Anlegernachfrage und stellte fest, dass der Verkehr auf der Schwab-Website in Zusammenhang mit Krypto in diesem Jahr um 400% gestiegen ist. Er nannte einen geplanten Starttermin für den Bitcoin-Spothandel für April 2026.

