Russland will Bitcoin-Zahlungen für Öl und Gas entgegennehmen

  • Russland will Bitcoin-Zahlungen von seinen „befreundeten“ Handelspartnern gegen Öl- und Gasexporte akzeptieren.
  • Einige Analysten glauben, dass Russland damit eine riskante Wette eingeht, da Bitcoin einer hohen Volatilität unterliegt.

Nachdem Russland wegen seines völkerrechtswidrigen Vernichtungskriegs gegen die Ukraine mit starken Sanktionen seitens des Westens belegt wurde, erwägt es nun die Möglichkeit, Zahlungen in Bitcoin für den Verkauf seines Öls und Gases zu akzeptieren. Am Donnerstag, den 24. März, sagte der Vorsitzende des russischen Duma-Ausschusses für Energie, Pawel Sawalny, dass „befreundete“ Länder wie China und die Türkei entweder in ihren Landeswährungen oder sogar in Bitcoin zahlen können.

„Wir schlagen China schon seit langem vor, Rubel und Yuan in den Landeswährungen abzurechnen. Mit der Türkei werden es Rubel und Lira sein. Sie können auch Bitcoin nehmen.“

Im Zuge der westlichen Sanktionen wurde Russland aus dem globalen Zahlungstransfer-System SWIFT ausgeschlossen. Savalny sagte auch, dass das Land alternative Zahlungsmöglichkeiten für seine Exporte prüfe. Diese Entwicklung zeigt, dass Bitcoin inzwischen eine zentrale Rolle in der weltweiten Geopolitik spielt.

Die Ankündigung erfolgte nur einen Tag, nachdem Präsident Wladimir Putin „unfreundliche“ Länder wie die USA, Großbritannien und Deutschland aufgefordert hatte, für ihre Ölexporte in Rubel zu zahlen. Damit sollte der Rubel gestärkt werden, der im letzten Monat um 40 Prozent gegenüber dem US-Dollar eingebrochen ist.

In seinem Aktionärsbrief vom Donnerstag schrieb Blackrock-Chef Larry Fink auch über die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges auf die beschleunigte Nutzung von Kryptowährungen:

„Die russische Invasion der Ukraine hat der Globalisierung, wie wir sie in den letzten drei Jahrzehnten erlebt haben, ein Ende gesetzt. Ein weniger diskutierter Aspekt des Krieges sind seine potenziellen Auswirkungen auf den Aufschwung digitaler Währungen. Der Krieg wird die Länder dazu veranlassen, ihre Währungsabhängigkeiten neu zu bewerten.“

Geht Russland mit Bitcoin eine riskante Wette ein?

Es ist das erste Mal, dass die Regierung eines großen Nationalstaates Bitcoin-Zahlungen für seine Exporte akzeptiert. Allerdings könnte Russland hier einen riskanten Weg beschreiten, da Bitcoin sehr volatil ist. David Broadstock, ein leitender Wissenschaftler am Energy Studies Institute in Singapur, sagte der BBC:

„Russland spürt sehr schnell die Auswirkungen der beispiellosen Sanktionen. Die Wirtschaft muss gestützt werden, und Bitcoin wird in vielerlei Hinsicht als wachstumsstarker Vermögenswert angesehen. Natürlich ist die Annahme von Bitcoin im Vergleich zu anderen traditionellen Währungen mit einem wesentlich höheren Risiko für den Erdgashandel verbunden.“

Er fügte hinzu, dass eins der mit Russland „befreundeten“ Länder, nämlich China, Bitcoin schlicht verboten hat. Dies schränkt die Nutzung von Bitcoin weiter ein.

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Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine gab es mehrere Berichte, dass russische Oligarchen Kryptowährungen nutzen, um Sanktionen zu umgehen. Auch die westlichen Aufsichtsbehörden befassen sich mit dieser Möglichkeit. Einige US-Abgeordnete haben die Kryptobörsen aufgefordert, russische Kunden vollständig zu sperren.

Top-Player wie Coinbase haben jedoch von dieser Idee Abstand genommen. Coinbase-CEO Brian Armstrong begründet das so: „Viele gewöhnliche Russen nutzen Kryptowährungen als Rettungsanker, nachdem ihre Währung zusammengebrochen ist.“

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