SWIFT-Rausschmiss greift: In Russland gab es lange Schlangen an Geldautomaten

  • Russen standen am Wochenende Schlange an den ATMs, um an Bargeld zu kommen, da seit dem Rausschmiss des Landes aus dem SWIFT-System die Angst vor dem Rubel-Absturz grassiert.
  • Bloomberg zufolge verkaufen russische Banken den US-Dollar bereits zu einem Drittel über dem Kurswert – die Nachfrage steigt trotzdem.

Aus Protest gegen den Einmarsch von Präsident Wladimir Putin in der Ukraine haben die wichtigsten Weltmächte endlich Maßnahmen gegen Russland ergriffen. Die USA, das Vereinigte Königreich, Kanada und die EU schließen die wichtigsten russischen Banken vom SWIFT-Protokoll für weltweite Geld-Transfers aus. Außerdem wurde Russland mit härtesten Sanktionen belegt. All das hat der Bevölkerung offenbar Angst eingejagt. Am Wochenende gab es lange Schlangen an den Geldautomaten, um Bargeld abzuheben.
In einer gemeinsamen Erklärung der EU, der USA, Kanadas und Großbritanniens hieß es:
„Der Ausschluss aus dem SWIFT-System wird sicherstellen, dass russische Banken vom internationalen Finanzsystem abgekoppelt werden und ihre Fähigkeit, global zu operieren, eingeschränkt wird.“
Einem Bericht von Bloomberg zufolge verkaufen einige Banken in Russland den US-Dollar bereits zu einem Drittel über dem Marktkurs. Dies hält die Menschen nicht davon ab, Dollars und andere harte, ausländische Währungen zu kaufen. Doch die Reserven der Verbraucherbanken gehen zur Neige.

Der ukrainische Premierminister Denys Shmyhal dankte den Westmächten für die Unterstützung seines Landes und twitterte:

„Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung und echte Hilfe in dieser dunklen Zeit. Das ukrainische Volk wird das nie vergessen! Halten Sie die Stellung! Wir sind in unserem Land.“

Wladimir, ein 28-jähriger Programmierer aus Moskau, gehört zu denen, die Pech hatten und keine Dollars mehr erhielten. Er sagte Bloomberg:

„Ich habe eine Stunde lang in der Schlange gestanden, aber nirgendwo gibt es ausländische Währungen mehr, nur noch Rubel. Ich habe spät angefangen, weil ich das nicht für möglich gehalten habe. Ich stehe unter Schock.“

Der Wettlauf um Devisen begann, nachdem bekannt wurde, dass Russland mit harten Sanktionen belegt worden war. Dazu gehört auch die Sperrung des Luftraums von EU-Ländern für russische Flugzeuge. Auch globale Zahlungsdienste wie ApplePay haben ihren Service eingestellt.

Experten sind der Meinung, dass Russland die zwangsweise Abkopplung vom weltweiten Zahlungsverkehr auch mit Kryptowährung, etwa Bitcoin, nicht kompensieren kann.

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Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

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