- Bei nunmehr klarer Rechtslage von XRP in den USA geht Ripple daran, das Monopol der Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT) anzugreifen.
- SWIFT dominiert den globalen Interbank-Zahlungsverkehr trotz langsamer, teurer Transferkanäle – Ripple lockt jetzt mit der schnellen, Blockchain-basierten Alternative.
Ripples XRP kann in den USA nun in völliger Rechtssicherheit verwendet werden und damit auch weltweit keine Selbstverständlichkeit für Kryptowährungen.
Der Prozess der US-Börsenaufsicht SEC gegen Ripple verzögerte diese Rechtssicherheit fast fünf Jahre lang, konnte Ripple aber nicht davon abhalten, Partnerschaften im Ausland einzugehen. XRP bot sich als Brückenwährung an, die Kosten senkt und die Notwendigkeit von im voraus finanzierten Konten beseitigt, ein Problem, das Banken seit einem halben Jahrhundert mit sich herumschleppen.
Seit dem nun abgeschlossenen SEC-Prozess hat Ripple ein neues Kapitel aufgeschlagen mit seiner Technologie, die SWIFT, das seit 1973 betriebene globale Interbank-Netzwerk vom Thron stossen kann.
SWIFT nach 50 Jahren vor dem aus?
SWIFT verarbeitet täglich mehr als 53 Millionen Nachrichten und deckt 40.000 Zahlungswege in 220 Märkten und 11.500 Institutionen ab. Doch seit es vor Jahrzehnten Telex ablöste, hat sich sein Geschäftsmodell nicht wesentlich verändert.
Es handelt sich um ein Nachrichtensystem und nicht um einen Geldtransferdienst, und die Banken verwenden seine Codes, um Transaktionen über Korrespondenzverbindungen abzuwickeln. Diese Verfahren dauern in der Regel mehrere Tage und sind mit hohen Kosten verbunden.
Verzögerungen und Pannen sind an der Tagesordnung. SWIFT gab zu, dass eine von zehn Überweisungen fehlschlägt und eine von zwanzig verspätet abgewickelt wird. Kritiker argumentieren, dass die Abhängigkeit von der jahrzehntelangen XML-basierten Technologie zu einem Rückstand gegenüber modernen Alternativen geführt hat.
SWIFT hat aufgerüstet, unter anderem mit dem für den 25. November 2025 geplanten ISO 20022-Standard, der für klarere Daten und größere Transparenz sorgen soll. Die Blockchain-Fraktion argumentiert jedoch, dass dies nur die zweifelhafte Runderneuerung eines im Kern überholten Systems sei.
XRP-als Brückenwährung und zeitgemäße Option
Ripple wirbt für die Blockchain als eine Möglichkeit zur Modernisierung der Finanzinfrastruktur. Cassie Craddock, Ripple-Geschäftsführerin für Großbritannien und Europa, sieht es so:
„Blockchains sollten alte Schienen nicht ersetzen, sondern vielmehr als eine Möglichkeit gesehen werden, die bestehende Finanzinfrastruktur zu erweitern und zu modernisieren und dadurch mehr Effizienz und Interoperabilität zu schaffen.“
Das aber erfordert ein Management der Regulierung und der Benutzerfreundlichkeit. Mit Ripples juristischem Sieg über die SEC sind zwar die Regulierungsprobleme vorbei, aber es bleibt trotzdem schwierig, Banken davon zu überzeugen, das jahrzehntealte System zu ändern.
Software-Ingenieur Vincent van Code erklärte, dass der Austausch von SWIFT-Kernen fünf bis sieben Jahre dauern und Hunderte Millionen kosten kann. Er hält das für ein enormes operatives Risiko und sagt:
„Jede Bank „spricht“ bereits SWIFT, was es zur sichersten und billigsten Option macht.“
Trotz solchen Beharrungsvermögens etablierter Strukturen wird Ripple nicht ignoriert. Aus einem Dokument, das von Marktforscher SMQKE von Electronic Payments International zur Verfügung gestellt wurde, geht die Bestätigung einer SWIFT-Führungskraft hervor, dass Ripple in internen strategischen Diskussionen über grenzüberschreitende Zahlungsströme diskutiert wird. Ein leitender SWIFT-Mitarbeiter erklärte,
„Ripple wird immer dann in Betracht gezogen, wenn Zahlungen grenz- und währungsübergreifend erfolgen.“
‼️SWIFT EXECUTIVE: RIPPLE IS ALWAYS CONSIDERED ONCE PAYMENTS GO CROSS-BORDER AND CROSS-CURRENCY‼️
Documented.📝👇 pic.twitter.com/G0bo3tRlp7
— SMQKE (@SMQKEDQG) September 7, 2025
Brad Garlinghouse, der CEO von Ripple, sagte Bloomberg bereits 2018:
„Was wir tun und Tag für Tag umsetzen, ist in der Tat die Übernahme von SWIFT.“
Seitdem hat Ripple zahlreiche Banken und Zahlungsdienstleister in sein Netzwerk aufgenommen.
Ripple bietet zwar höheres Prozesstempo und geringere Gebühren, muss aber die risikoscheue Kultur der Banken, regulatorische Unstimmigkeiten und Zweifel an der Liquidität von XRP überwinden. Die etablierte Präsenz von SWIFT bleibt sein stärkster Schutz, auch wenn die Blockchain-Technologie an Boden gewinnt.

