- Ein kürzlicher Ripple-Aktienverkauf bietet Anlegern garantierte Renditen durch Rückkaufrecht und Schutzklausel – für Ripple kann es teuer werden.
- Schutzklauseln binden die Gewinne an das XRP-Engagement und verschaffen großen Fonds ein Polster gegen Kryptoschwankungen.
Der jüngste 500-Millionen-Dollar-Aktienverkauf von Ripple ist in die Kritik geraten, nachdem Details aufgetaucht sind, die zeigen, dass den Investoren Bedingungen gewährt wurden, die die Renditen unabhängig von der Marktentwicklung schützen sollten. Die Teilnehmer, darunter Citadel Securities und Fortress Investment Group, dürfen ihre Aktien nach drei oder vier Jahren mit einer festen jährlichen Rendite von 10% an Ripple zurückverkaufen, sofern das Unternehmen nicht vorher an die Börse geht.
Laut Bloomberg behielt sich Ripple auch das Recht vor, die Aktien während desselben Zeitraums zurückzukaufen, allerdings zu anspruchsvolleren Bedingungen. Sollte sich Ripple für den Rückkauf entscheiden, müsste es dafür eine jährliche Rendite von 25% auszahlen.
Diese Struktur scheint die Investoren vor dem Verlustrisiko zu schützen und einen Gewinn zu garantieren, selbst wenn der Wert von Ripple stagniert oder der Kryptomarkt schwächelt. Zu der Investorengruppe gehören große Namen wie Marshall Wace, Brevan Howard, Galaxy Digital und Pantera Capital.
Aktienrückkauf könnte Ripple 732 Mio $ kosten
Wenn Ripple die Aktien nach vier Jahren mit einer Jahresrendite von 10% zurückkaufen würde, müsste, das Unternehmen 732 Millionen Dollar aufbringen. Diese Zahl spiegelt die Kosten für die Erfüllung der garantierten Rendite wider, die in der Vereinbarung enthalten ist.
Der Aktienverkauf beinhaltete auch eine Liquidationspräferenzklausel, die neuen Investoren Vorrang vor früheren Aktionären gewährt, falls das Unternehmen verkauft wird oder in Konkurs geht.
Berichten zufolge zeigen Investorenunterlagen, dass etwa 90 % des gesamten Nettovermögens des Unternehmens an XRP gebunden sind, dem unternehmenseigenen digitalen Token. Das zeigt, dass eine Investition in Ripple in diesem Fall eine hohe Wette auf die zukünftige Entwicklung von XRP ist.
Im Juli hielt das Unternehmen etwa 124 Milliarden Dollar in XRP, wobei ein Großteil davon entweder gesperrt ist oder nach und nach freigegeben wird. Seit Mitte Juli hat XRP über 40 % seines Werts verloren und ist seit dem 31. Oktober um 16 % gefallen. Derzeit wird XRP bei 2,09 $ gehandelt, was einem Anstieg von 3,22 % in den letzten 24 Stunden entspricht.
Trotz dieser Marktschwankungen haben die jüngsten Investoren-Schutzmaßnahmen dazu beigetragen, dass sich das Unternehmen während der Finanzierungsrunde eine Bewertung in der Nähe von 40 Milliarden Dollar bewahrt hat. Das deutet darauf hin, dass traditionelle Finanzakteure beim Einstieg in Kryptounternehmen eine Absicherung nach unten anstreben und diese eher wie strukturierte Finanzprodukte behandeln.

