- Ripple-Präsidentin Monica Long sieht 2026 als Jahr der Institutionen: Stablecoins werden Standard, Fortune‑500‑Konzerne professionalisieren ihre Blockchain‑Strategien, und On‑Chain‑Kapitalmärkte gewinnen erstmals systemische Bedeutung.
- Long argumentiert, dass 2026 das „Produktionszeitalter“ der Blockchains beginnt: Banken, Zahlungsdienstleister und Konzerne gehen von Pilotprojekten in den Vollbetrieb – ein struktureller Wandel, der bereits 2025 erkennbar wurde.
Kryptobranche und Gesetzgebung haben in den vergangenen Jahren die technischen und rechtlichen Fundamente gelegt, auf deren Basis nun eine Phase beschleunigter institutioneller Adoption folgt. 2026 wird das erste Jahr sein, in dem tokenisierte Assets, digitale Verwahrung und KI‑Automatisierung keine Zukunftsversprechen mehr sind, sondern operative Realität im globalen Finanzsystem.
Ripple Präsidentin Monica Long ist überzugt, dass die meisten Banken, Unternehmen und Finanzdienstleister ihre Pilotphase hinter sich haben und Digital-Assets erstmals in großem Maßstab in ihre Kernprozesse integrieren.
Stablecoins werden Bestandteil der Finanz-Infrastruktur
Stablecoins entwickeln sich vom alternativen Zahlungskanal zur primären Kanal. Mit der Verabschiedung des GENIUS Act in den USA beginnt offiziell das Zeitalter des digitalen Dollars.
Regulierte Stablecoins wie Ripples RLUSD setzen neue Standards für programmierbare, jederzeit verfügbare Zahlungen. Institutionen nutzen diese Instrumente zunehmend für die Mobilisierung von Sicherheiten, was bis 2027 zu einer 24/7 abrufbaren Liquidität führen dürfte.
Der B2B‑Sektor erweist sich dabei als stärkster Wachstumsmotor: Das jährliche Transfer-Volumen institutioneller Stablecoin‑Zahlungen ist innerhalb eines Jahres von unter 100 Millionen Dollar auf 76 Milliarden Dollar gestiegen.
Gleichzeitig sitzen Unternehmen weltweit auf hunderten Milliarden an gebundenem Betriebskapital, das durch Echtzeit‑Abwicklung und programmierbare Liquidität nutzbar werden könnte.
Digital-Assets werden Standard in den Bilanzen
Kryptowährungen haben sich von spekulativen Assets zu einer Operationsebene moderner Finanzmärkte entwickelt. Bis Ende 2026 werden Unternehmen weltweit über eine Billion Dollar in Digital-Assets halten, und rund die Hälfte der Fortune 500 Unternehmen wird formalisierte Digital‑Asset‑Strategien implementiert haben.
Tokenisierte Assets, digitale Treasury‑Strukturen, On‑Chain‑T‑Bills und programmierbare Finanzinstrumente werden zum festen Bestandteil institutioneller Portfolios. Parallel öffnet der ETF‑Markt neue Zuflüsse.
Über 40 neue Krypto‑ETFs wurden 2025 aufgelegt, machen jedoch erst einen Bruchteil des US‑ETF‑Marktes aus – ein klares Signal für weiteres Wachstumspotenzial. Auch die Kapitalmärkte selbst verändern sich.
2026 wird die Mobilität von Sicherheiten zu einem der wichtigsten Use‑Cases, da Clearinghäuser und Depotbanken Tokenisierung nutzen, um Abwicklungsprozesse zu modernisieren.

Automatische KI‑Prozeduren prägen die nächste Phase
Die Verwahrung digitaler Vermögenswerte wird zum strategischen Kern der Branche. 2025 erreichte die M&A‑Aktivität im Kryptosektor ein Volumen von 8,6 Milliarden Dollar, getrieben durch Banken, Fintechs und institutionellen Dienstleistern.
Verwahrung wird zunehmend zur Commodity, was Anbieter zu vertikaler Integration oder strategischen Partnerschaften zwingt. Gleichzeitig verlangen Regulierer Multi‑Custody Modelle, weshalb mehr als die Hälfte der weltgrößten Banken 2026 neue Verwahrungsbeziehungen etablieren dürfte.
Parallel beginnt die operative Verschmelzung von Blockchain und KI. Stablecoins und Smart Contracts automatisieren Treasury‑Prozesse wie Liquiditätsmanagement, Margin Calls und Renditeoptimierung in Echtzeit.
Asset Manager kombinieren KI‑Modelle mit Onchain‑Infrastrukturen, um Exposures dynamisch zu steuern und die 24/7‑Natur der digitalen Märkte voll zu nutzen. Zero‑Knowledge‑Technologien ermöglichen dabei datenschutzkonforme Risikobewertungen und schaffen die Grundlage für eine breitere Nutzung digitaler Assets in regulierten Märkten.
2026 wird das Ende der Shitcoins
2026 wird das Jahr werden, in dem Krypto-Assets ihren experimentellen Charakter ablegen. Sie werden vielmehr beginnen, zur fundamentalen Infrastruktur des globalen Finanzsystems zu werden.
Stablecoins treiben die Abwicklung, tokenisierte Assets werden in die Bilanzen einziehen, Verwahrung schafft Vertrauen und KI‑gestützte Automatisierung hebt die Effizienz der Prozesse auf ein neues Niveau.
Es sind die Institutionen, die diese Entwicklung aktiv gestalten werden – und sie werden es dauerhaft tun.

