Erneue Proteste in El Salvador vor der Einführung des Bitcoin – IWF zeigt rote Karte

  • Die Einwohner von El Salvador lehnen es ab, sich ihre Renten- und Sozial-Leistungen in Bitcoin auszahlen zu lassen.
  • Der IWF sieht erhebliche Risiken bei der Einführung des Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel.

Am 28. August protestierten etliche El Salvadorianer überraschend gegen die gesetzliche Einführung des Bitcoin, nur wenige Tage vor der Inkrafttreten des entsprechenden Gesetzes.

Dieses Bitcoin-Gesetz wird den Bitcoin neben dem US-Dollar zu einer offiziellen Währung in El Salvador machen. Während Präsident Bukele der Bitcoin-Einführung positiv gegenübersteht, sind offensichtlich sehr viele Bürger völlig anderer Meinung.

Hunderte von Demonstranten, darunter Veteranen, Arbeiter und Rentner, marschierten durch die Hauptstadt. Transparente mit der Aufschrift „Nein zu Bitcoin“ brachten die Ablehnung der Verwendung von Bitcoin zum Ausdruck. Eine große Mehrheit sprach sich insbesondere gegen den Plan der Regierung aus, Renten- und Sozial-Leistungen künftig in Bitcoin auszuzahlen.

Die Demonstranten hielten Schilder mit der Aufschrift „Bukele, wir wollen keinen Bitcoin“ und „Nein zur Schwarzgeld-Wäsche“ in die Höhe. Stanley Quinteros, Mitglied der Gewerkschaft der Beschäftigten des Obersten Gerichtshofs, sagte gegenüber Reuters:

„Wir wissen, dass diese Münze drastischen Schwankungen unterliegt. Ihr Wert ändert sich von einer Sekunde zur anderen und wir haben keinerlei Kontrolle darüber.“

Zentralamerikanische Länder beobachten die Entwicklung

Hauptgrund für die Einführung von Bitcoin in El Salvador ist die Senkung der Kosten für grenzüberschreitende Überweisungen. Interessanterweise haben auch andere zentralamerikanische Länder ihre Hoffnungen auf El Salvadors Bitcoin-Schritt gesetzt.

Mehrere Länder warten gespannt darauf, ob die Einführung von Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel die Kosten für Überweisungen signifikant reduziert. Im Gespräch mit Reuters sagte Dante Mossi, geschäftsführender Präsident der Zentralamerikanischen Bank für wirtschaftliche Integration (CABEI):

„Alle beobachten, ob es für El Salvador gut läuft und ob die Kosten für Überweisungen tatsächlich erheblich sinken… andere Länder werden wahrscheinlich diesen Vorteil suchen und ihn übernehmen.“

Ansonsten bezeichnete er die Entscheidung des Landes als „nicht von dieser Welt“. In El Salvador ist die große Mehrheit der Menschen auf Geld angewiesen, das von Verwandten in den USA nach Hause geschickt wird. Es mutet daher seltsam an, die Einführung von Bitcoin als einen Schritt der finanziellen Eingliederung zu bezeichnen, insbesondere, da die Einheimischen keinen Zugang zu Kreditkarten und Bankkonten haben.

CABEI bietet El Salvador die für die Einführung von Bitcoin erforderliche technische Unterstützung. Die Weltbank hatte eine solche Unterstützung rundheraus abgelehnt. „Guatemala, Honduras und El Salvador sind die Länder, die am meisten davon profitieren würden, wenn die Einführung von Bitcoin die Kosten für Überweisungen senken würde“, sagte Mossi.

IWF: Bitcoin birgt erhebliche Risiken

Am 29. August twitterte der Internationale Währungsfonds (IWF) über digitale Vermögenswerte. Der IWF ist nicht daran interessiert, Bitcoin in den Mainstream-Finanzsektor zu bringen.

Er verwies vielmehr darauf, eine volatile Anlageklasse wie Bitcoin Risiken für die Finanzstabilität mit sich bringen könnte. Zu den Bedenken des IWF gehört, dass „die Geldpolitik an Wirksamkeit verlieren würde“, da „Zentralbanken keine Zinssätze für eine Fremdwährung festlegen können“.

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