- Nach merkwürdig Token‑Transfers, abruptem Kursverfall und etlichen Fake‑Notierungen an dezentralen Börsen steht Pi Network erneut unter Beschuss.
- Analysten gehen von einem Insider‑Dump aus, doch das Pi-Core-Team bestreitet vehement alle Vorwürfe und spricht von „normaler Mainnet‑Migration“.
Auslöser der aktuellen Debatte war die Analyse des On‑Chain‑Beobachters Atlas, der Bewegungen von mehr als 12 Millionen PI identifizierte. Laut seiner Einschätzung könnten diese Transfers ein koordinierter Dump gewesen sein, der den anschließenden Preissturz von über 50 % ausgelöst habe.
Atlas bezeichnete Pi Network als potenziellen „Mega‑Rug“ und sprach von einem der größten Betrugsfälle des Jahres. Die Vorwürfe verbreiteten sich schnell in Social Media und verstärkten die ohnehin wachsende Skepsis gegenüber dem Projekt.
Pi dementiert
Das Pi‑Core‑Team wies die Anschuldigungen sofort als „falsch und irreführend“ zurück. Die fraglichen Transfers gehörten zur regulären Hauptnetz‑Migration, bei der zuvor geminete PI an Kunden ausgezahlt würden.
Man habe keine Team‑Token verkauft und alle großen Bewegungen seien transparent als „Migration-Distribution“ gekennzeichnet. Die Kritik basiere auf Fehlinterpretation und es habe keine Fakten-Checks gegeben.
Für zusätzliche Brisanz sorgte eine öffentliche Stellungnahme des Bybit‑CEO, der Pi Network als „Scam“ bezeichnete und klarstellte, dass Pi nicht auf Bybit notiert sei.

Dieses Statement verstärkte den Reputationsschaden erheblich, zumal Pi Network bereits in der Vergangenheit mit inoffiziellen Notierungen und Verwechslungen zu kämpfen hatte.
Jetzt warnt man vor einer neuen Welle betrügerischer Fake‑Listings an dezentralen Börsen. Mehrere angebliche „PI‑Paare“ seien nicht autorisiert und könnten zu Totalverlusten führen.
Pi Network betont, dass der offizielle Pi‑Coin derzeit nicht frei handelbar sei und ausschließlich über verifizierte Partner im Rahmen des Enclosed‑ bzw. Open‑Network‑Modells genutzt werden dürfe.
Die Fake‑Notierungen würden sich die Markenbekanntheit des Projekts zunutze machen und hätten unerfahrene Kunden im Visier.
Die Vorwürfe treffen Pi Network in einer Phase, in der das Projekt ohnehin kritisch beobachtet wird.
Kritik schon seit Jahren
Bemängelt werden seit Jahren fehlende Transparenz, eine diffuse Roadmap und die Diskrepanz zwischen den behaupteten 60 Millionen Pioneers – Minern – und der tatsächlichen Aktivität im Netz.
Auch frühere Datenschutz-Unregelmäßigkeiten und Zweifel am Pi Network Mining-Modell werden in der aktuellen Debatte erneut aufgegriffen. Ob es sich bei den jüngsten Transfers um legitime Migrationen oder um einen koordinierten Dump handelt, bleibt vorerst ungeklärt.
Klar ist jedoch: Das Zusammentreffen von Kursverfall, widersprüchlichen Aussagen, Fake‑Notierungen und wachsender Kritik setzt Pi Network aktuell so stark unter Druck wie nie.

