- Pi Network wird MiCAR-konform und legt damit den Grundstein für eine Börsennotierung in der EU.
- Das entspechend angepasste Whitepaper beschreibt Token-Struktur, Risiken, Lieferdetails und die konformen KYC- und Audit-Regeln.
Pi Network hat ein überarbeitetes Whitepaper veröffentlicht, das das Projekt fit machen soll für den EU-Binnenmarkt und den EWR. Die Änderung wird den Weg für den PI-Token frei machen, damit er an regulierten Börsen gehandelt werden kann.

Für ein Projekt, das seit langem für sein Mobile-Mining-Modell und seine große globale Community bekannt ist, markiert das Whitepaper den konkreten Schritt in Richtung eines überwachten Handels und eines breiteren institutionellen Zugangs.
MiCAR-Konformität ist entscheidend für den Krypto-Zugang in der EU. Die Ankündigung von Pi Network folgte auf monatelange Untersuchungen, da das Projekt seine Nutzerbasis weiter ausbaut, ohne ein ICO zu organisieren.
Pi Network mit fester Angebotsstruktur
Das Whitepaper beschreibt Pi als L1-Asset, das auf einer Blockchain läuft, die auf einer Abspaltung des Stellar Consensus Protocol basiert.
Das Netzwerk arbeitet nach dem Modell des „Federated Byzantine Agreement“, das eine kostengünstige und schnelle Abwicklung auf dem Marktplatz ermöglicht. Das maximale Angebot des Tokens bleibt auf 100 Milliarden PI festgelegt, während der Umlauf bei etwa 8,2 Milliarden Token liegt.
Pi Network erklärt, dass die Token durch Mobile Mining und nicht durch Fundraising verteilt wurden. Die Gemeinschaft der Nutzer, die als Pioneers bekannt sind, erhält neue Token durch Teilnahme statt durch Kauf.
Das aktualisierte Dokument bestätigt, dass Pi Network keine Kundengelder verwahrt und eine nicht-verwahrende Geldbörse innerhalb des Pi Browsers anbietet. Diese Einrichtung gibt den Nutzern die vollständige Kontrolle, warnt aber auch davor, dass private Schlüssel bei Verlust nicht wiederhergestellt werden können.
In dem überarbeiteten Dokument heißt es, dass PI keine Eigentumsrechte, Dividenden, Entscheidungsbefugnisse oder finanzielle Ansprüche auf Pi Network oder verbundene Unternehmen wie PiBit und die Pi Foundation anbietet.
Stattdessen ist PI nur für Zahlungen und Markt-Aktivitäten im Netzwerk gedacht.
Wettbewerbsdruck durch L1- und L2-Netzwerke
Das Whitepaper stellt klar, dass PI nicht als Utility-Token gemäß Artikel 3 des MiCA gilt, da seine Rolle über den einfachen Zugang zu einem Dienst hinausgeht. Es enthält auch einen ausführlichen Abschnitt über Handelsrisiken.
Das Dokument hebt die Marktvolatilität, sich ändernde Vorschriften, Liquiditätsprobleme und die Unmöglichkeit, Transaktionen aufgrund der Unveränderlichkeit der Blockchain rückgängig zu machen, hervor. Außerdem wird der Wettbewerbsdruck durch andere Layer-1- und Layer-2-Netzwerke beschrieben.
Pi Network räumt ein, dass sich die rechtlichen Anforderungen weiterentwickeln könnten und dass neue Verpflichtungen entstehen könnten, wenn die Regierungen die Vorschriften für digitale Vermögenswerte verfeinern.
Liste geplanter EU-Handelsplattformen
Pi Network beabsichtigt, Marktzulassungen für die Notierung von PI an mehreren MiCA-konformen Börsen zu beantragen. Die erste erwartete Plattform ist OKCoin Europe Limited, die unter dem Markennamen OKX operiert und von der maltesischen Finanzaufsichtsbehörde unter dem Code OEUR lizenziert ist.

Das Projekt weist darauf hin, dass der gesamte derzeitige Handel auf Sekundärmärkten stattfindet, und versichert, dass es bisher keine Mittel aufgenommen hat. Pi Network behauptet, dass es für eine vollständige Börsennotierung in der EU bereit ist, nachdem es die MiCA-Vorschriften erfüllt hat.

