Neues Gestz: Nur noch Millionäre können in Hong Kong in Bitcoin investieren

  • In Hongkong könnte ein neues Gesetz kommen, das nur noch professionellen Investoren – solchen mit mindestens $1 Million – erlaubt, in Bitcoin zu investieren.
  • Die Wertpapieraufsichtsbehörde wird auch eine größere Kontrolle über die Krypto-Branche bekommen. Da ist ein großer Schritt weg von der Praxis, als Regulierungen eher „Empfehlungen“ waren.

Überall auf der Welt haben Regulierungsbehörden ihre Richtlinien für Kryptowährungen verschärft, da die Branche zu groß wird, um sie zu ignorieren. Auch Hongkong, ein globales Krypto- und Finanzzentrum, strebt nun eine verstärkte Kontrolle der Branche an. Neben anderen Maßnahmen soll der Krypto-Handel auf professionelle Investoren beschränkt werden.

Hongkong hat seit November letzten Jahres Beratungen zu Krypto-Regulierungen  durchgeführt. Das Financial Services and Treasury Bureau der Stadt hat nun die Ergebnisse dieser  Beratungen bekannt gegeben, und sie begünstigen die Krypto-Händler nicht.

Wie Reuters berichtet, soll die Krypto-Branche nur professionellen Investoren zugänglich sein. In Hongkong muss man, um sich als professioneller Investor zu qualifizieren, ein Investmentportfolio haben, das HK$8 Millionen ($1,03 Millionen) übersteigt. Das heißt, es wird keine Kleinhändler mehr geben. Es ist ein bedeutender Schlag für eine Branche, die gegründet wurde, um zentralisierte Macht, insbesondere in der Finanzdienstleistungsbranche, zu neutralisieren.

Die Honkonger Behörden  erklärten: „Die Beschränkung der Dienstleistungen einer Virtual-Asset-Börse für professionelle Investoren ist zumindest für die Anfangsphase des Lizenzierungssystems angemessen.“

Strengere Börsenaufsicht in Hong Kong

Neben dem Verbot von Kleinhändlern will die Regulierungsbehörde auch die Börsenaufsicht verschärfen. Derzeit müssen sich die Börsen in der Region nur freiwillig der Aufsichtsbehörde unterwerfen. In Zukunft soll die Security and Futures Commission die Börsen kontrollieren.

Asley Alder, CEO der SFC, bemerkte in einer Rede:

„Dass ist eine erhebliche Einschränkung, denn wenn ein Plattformbetreiber wirklich entschlossen ist, völlig abseits des regulatorischen Radars zu operieren, kann er dies unter dem aktuellen Rechtsrahmen einfach dadurch erreichen, indem er sicherstellt, dass seine gehandelten Krypto-Assets nicht unter die rechtliche Definition eines Wertpapiers fallen.“

Die Regulierungsbehörden beabsichtigen, die vorgeschlagenen Regelungen bald den Gesetzgebern vorzulegen, damit sie in ein Gesetz gegossen werden können.

Zugegeben, eine stärkere Aufsicht über die Börsen ist notwendig. Je stärker die Branche reguliert ist, desto leichter wird es sein, institutionelle Investoren anzuziehen. Diese Regulierung wird auch Betrug in der aufstrebenden Branche erheblich erschweren.

Allerdings könnte das Verbot von Kleinanlegern am Ende mehr schaden als nutzen. Es würde 93 Prozent der HongKonger Bürger von Krypto ausschließen. Laut einem Bericht der South China Morning Post hatten rund 504.000 Einwohner ein Vermögen von mehr als 1 Million Dollar. In einer Region, die etwa 7,4 Millionen Menschen hat, bedeutet dies, dass eine überwältigende Mehrheit der Bewohner nicht in der Lage sein wird, in Krypto zu investieren.

Leo Weese, der Gründer der Bitcoin Association of Hong Kong, brachte es auf den Punkt:

„Privatpersonen den Zugang zu Bitcoin zu verwehren, würde über die Ziele der Regierung, Innovation und finanzielle Inklusion zu fördern, hinausgehen.“

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Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

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