Nordkorea hackte jahrelang Kryptobörsen weltweit und stahl insgesamt 1,7 Milliarden Dollar

  • In den letzten Jahren sind nordkoreanische Hacker aus Nordkorea in Kryptobörsen auf der ganzen Welt eingedrungen und haben über 1,7 Milliarden Dollar erbeutet.
  • Das Regierung hat das Geld unter anderem  zur Finanzierung der Herstellung von Atomwaffen verwendet.

Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass Nordkorea einer der größten Akteure der Cyberkriminaliät ist. Überaschend ist nur die Summe, die sich die Nordkoreaner im Lauf der Jahre zusammengeklaut haben. Inzwischen sollen es über 1,7 Milliarden Dollar in Kryptowährung sein, die von Börsen in den USA, dem benachbarten Südkorea, Indonesien und anderen Ländern gestohlen wurden.
Nordkorea wird seit langem von Russland, Japan, Südkorea, Kanada, Großbritannien und anderen Staaten sanktioniert. Die USA tun es bereits seit sechs Jahrzehnten. Seit 2006 hat auch die UNO fast ein Dutzend Handelsbeschränkungen gegen das Land erlassen.
Die Folge war eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage des Landes, da globale Handelspartner ausblieben. Insofern sind Kryptowährungen ein Geschenk des Himmels für Nordkorea. Während ein Teil davon auf legalem Weg durch Mining erworben wurde, hat das Land auch durch Hackerangriffe Milliarden Dollar erbeutet.
Ein Teil des Geldes fließt in die Finanzierung der von der UNO geächteten Rüstungsprogramme, etwa Atomwaffen. Das Land hat aber auch offenbar einen großen Teil des gestohlenen Geldes gebunkert.
Dadurch hat Nordkorea inzwischen eine beachtliche Kriegskasse mit Kryptowährungen angehäuft. Nehmen wir den Bithumb-Hack von 2018, bei dem die südkoreanische Börse 31 Millionen Dollar an digitalen Vermögenswerten verlor, ein Vorfall, den die US-Behörden mit nordkoreanischen Hackern in Verbindung gebracht haben. Zu dieser Zeit wurde Bitcoin bei etwa 6.600 Dollar gehandelt. Wenn die Beute aus Bitcoin bestand, sind das heute 189 Millionen Dollar. Wenn es eine andere Kryptowährung war, ist es mehr wert – bei Dogecoin wären es 1,97 Milliarden Dollar, bei Binance Coin 915 Millionen Dollar.

Hacker aus Nordkorea halten Kim Jong Un an der Macht

Ein Bericht der U.S. Cybersecurity & Infrastructure Security Agency hat kürzlich aufgedeckt, dass die Hacker das ausdrückliche Ziel verfolgen den nordkoreanischen Bonsai-Stalin Kim Jong Un an der Macht zu halten.
In ihrem Bericht enthüllte die US-Behörde, dass die Hacker neben Kryptowährungsunternehmen auch alle anderen möglichen Opfer ins Visier genommen haben, einschließlich der Zentral- und Geschäftsbanken. Sie stehlen Rüstungsdaten von Regierungsbehörden, erpressen Geld durch Ransomware und installieren Krypto-Mining-Malware auf den Geräten der Opfer. In dem Bericht heißt es:

„Nordkorea hat weltweit Cyberdiebstähle gegen Finanzinstitute und Kryptobörsen begangen und dabei möglicherweise Hunderte Millionen Dollar gestohlen, wahrscheinlich, um die Prioritäten der Regierung zu finanzieren, beispielsweise ihre Atom- und Raketenprogramme.“

Die US-Behörde beziffert den Gesamtbetrag der von den Hackern gestohlenen Gelder auf 2,3 Milliarden Dollar. Sie stecken hinter einigen der größten Malware-Kampagnen der letzten Jahre, darunter AppleJeus, die 316 Millionen Dollar erbeutete, und Lazarus, durch die 275 Millionen Dollar gestohlen wurden.
Die Bekämpfung der „normalen“ Cyberkriminalität ist schon schwierig genug, aber der Kampf gegen Hacker aus Nordkorea ist eine ganz andere Sache. Sie sind staatlich geschult und geschützt und sind dank dieser staatlichen Ressourcen praktisch nicht greifbar.
Jenny Jun, Non-Resident Fellow bei der Cyber Statecraft Initiative des Atlantic Council, sagte dem britischen Boulevard-Blatt The Sun:

„Der Kampf gegen die illegalen Aktivitäten Nordkoreas ist wie die Maulwurfjagd – Blockieren eines Loches wird eher zu einer Verlagerung der Aktivität führen, und so auch das [das Regime]nicht dazu veranlasst, illegale wirtschaftliche Aktivitäten einzustellen und sich auf legale zu konzentrieren.“

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Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

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