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Neues Patent: IOTA könnte entscheidende Rolle für Volkswagen spielen

  • Der deutsche Automobilhersteller Volkswagen hat im Oktober 2019 ein Patent angemeldet, das vor wenigen Tagen öffentlich wurde und die DLT sowie die Technologie von IOTA referenziert.
  • Zwar nennt das Patent nur an einer Stelle explizit IOTA, aufgrund der Formulierungen und bereits gemeinsam vorgestellten Proof of Concepts lässt sich aber vermuten, dass IOTA eine der treibenden Kräfte hinter dem Patent ist.

In der europäischen Patentdatenbank ist vor wenigen Tagen eine neues Patent vom deutschen Automobilhersteller Volkswagen (VW) aufgetaucht, das sich auf die Distributed Ledger Technologie (DLT) und in einem Absatz konkret auf IOTA bezieht. Wie üblich für ein Patent sind die Formulierungen möglichst weit und nennen in der Regel keine spezielle Software eines Herstellers (wie IOTA). Dennoch lässt sich aufgrund der Formulierungen vermuten, dass das Patent zumindest stark durch die IOTA Tangle Technologie beeinflusst wurde.

Wie der Beschreibung des Patents zu entnehmen ist, geht es Volkswagen um eine Softwarelösung, die auf Basis der Distributed Ledger Technologie manipulationssicher, dezentral Daten speichern kann:

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Fahrzeug, […] zum Generieren einer Kennung für einen Ausrüstungszustand eines Fahrzeugs, insbesondere aber nicht ausschließlich, auf ein Konzept zur Nutzung einer „Distributed Ledger Technology“ basierend auf einem ein- oder mehrdimensionalen azyklischen Graphen (z.B. Blockchain, Directed Acyclic Graph (DAG)) zur sicheren und eindeutigen Nachweisbarkeit von Softwareinhalten, Hardware-Ständen und externen Parametern bei Fahrzeugen.

In der Beschreibung des Patents stellt Volkswagen fest, dass es zu einem Wandel in der Automobilindustrie kommen wird, wodurch die Software von Fahrzeugen eine zunehmend dominante Rolle spielen wird. Dies wird es laut Volkswagen erforderlichen machen, eine vertrauenswürdige Umgebung zu schaffen, um die Nachweisbarkeit der Fahrzeugsoftwarehistorie und des Fahrzeugzustandes zu gewährleisten.

Hersteller von Fahrzeugen müssen im Falle eines Unfalles oder einer möglichen Software Veränderung vor staatlichen Behörden über den Fahrzeugzustand zum exakten Zeitpunkt eine vertrauenswürdige Auskunft geben können, insbesondere dann, wenn in den nächsten Jahren das teil- und vollautomatische Fahren kommt. Außerdem müssen weitere Software-Dienste, die an den Kunden ausgegeben werden, ebenfalls dokumentiert werden:

Auch bei der Erweiterung von fahrzeugbezogenen Services, wie Funktionen auf Nachfrage […], Nachladen von Funktionen/Software über die Luftschnittstelle (Over The Air (OTA)) und Freischaltung von Softwaremodulen muss dokumentiert werden, wann die Software bereitgestellt wurde, wie lange sie verwendet wurde und von wem sie geliefert wurde, ggf. auch für Nutzungsentgelte.

Derzeit werden die Daten von dem Herstellern lediglich zentral auf einer Datenbanken gesichert und können damit leicht manipuliert bzw. verändert werden. Um eine vertrauenswürdige Grundlage für Prüfungen durch Dritte, wie Behörden und Versicherungen zu schaffen, betrachtet Volkswagen die Distributed Ledger Technologie, und ausdrücklich nicht die Blockchain, als die Lösung der Zukunft:

Für die nicht veränderbare Speicherung ist die DLT eine geeignete Methode. Innerhalb einer DLT wird eine Datenstruktur verwendet, die mittels Verkettung von Daten unter Verwendung von Hashalgorithmen eine nicht Veränderbarkeit sicherstellt. […]

Heutige Implementierungen, wie public (öffentliche) Blockchains, besitzen niedrige Transaktionsgeschwindigkeiten und sind oft mit hohen Transaktionskosten sowie hohen Energiekosten verbunden. Daher sind sie für die Anzahl an relevanten Transaktionen für Software Updates via OTA nur bedingt geeignet.

Des Weiteren nennt VW einen weiteren Anwendungsfall für die DLT, die Maschine-zu Maschine Bezahlung. An dieser Stelle des Patents nennt der Automobilhersteller in einer Aufzählung auch explizit IOTA:

Eine weitere Anwendung der Technologie, ist die Einbindung von Machine-to-Machine (M2M, Maschine-zu Maschine) Bezahlungen. Damit kann sicher dokumentiert werden, wann das Fahrzeug eine Fahrzeuganwendung durchgeführt hat, vgl. Sicherheitssysteme wie beispielsweise mehrdimensionale gerichtete Graphen, Kryptobezahlsysteme oder IOTA.

Integriert Volkswagen das IOTA Tangle in das Auto der Zukunft?

Auch wenn IOTA im Großteil des Dokuments nicht explizit genannt wird, lässt sich vermuten, dass die in dem Patent beschriebene Technologie jenseits der Bezahlungen mittels des IOTA Tangle umgesetzt werden könnte. Bekanntlich besitzen Volkswagen und die IOTA Stiftung eine enge Verbindung und haben in der Vergangenheit bereits den ein oder anderen Proof of Concept gemeinsam umgesetzt.

Insbesondere die im Patent erwähnte „Over-the-Air“(OTA)-Technologie für Softwareupdates sollte IOTA Anhängern bekannt vorkommen. Bereits auf der IT-Messe CEBIT hatten VW und die IOTA Stiftung im Jahr 2008 einen Proof of Concept für den Einsatz der Tangle-Technologie für die dezentrale Verteilung von OTA-Updates zwischen vernetzten Fahrzeugen präsentiert.

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Jake Simmons

Jake Simmons ist seit 2016 ein Krypto-Enthusiast. Seit er von Bitcoin und der Blockchain-Technologie gehört hat, beschäftigt er sich täglich mit dem Thema. Jenseits von Kryptowährungen studierte Jake Informatik und arbeitete 2 Jahre lang für ein Startup im Blockchain-Bereich. Bei CNF ist er für die Beantwortung technischer Fragen zuständig. Sein Ziel ist es, die Welt auf eine einfache und verständliche Weise auf Kryptowährungen aufmerksam zu machen.

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