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Studie: So viel Bitcoin wurden tatsächlich für kriminelle Aktivitäten in 2019 gewaschen

  • Das Krypto-Analyseunternehmen Chainalysis hat einen Vorab-Bericht zu seinem „2020 Crypto Crime Report“ veröffentlicht, der offenlegt, wie viel Bitcoin in 2019 für kriminelle Aktivitäten gewaschen wurden.
  • Laut dem Bericht fördern Over The Counter Broker kriminelle Aktivitäten und erschweren die Verfolgung.

Besonders in den frühen Jahren hatte Bitcoin (BTC) den Ruf ein Instrument zur Finanzierung von Verbrechen und für Geldwäsche zu sein. Dieses Image kam auch nicht von ungefähr. Viele bezeichnen die legendäre Darknet-Plattform von Ross Ulbricht, die „Silk Road“, als den ersten „richtigen“ Anwendungsfall von Bitcoin. Seit dem Niedergang der Silk Road hat sich das Image von Bitcoin jedoch allmählich geändert.

Insbesondere die letzten beiden Jahre haben gezeigt, dass Bitcoin den schlechten Ruf abgelegt hat und nun von Finanzinstituten und Wall Street-Banken akzeptiert wird. Dennoch gehört das Argument der Geldwäsche und Terrorfinanzierung unter Behörden und Bitcoin-Kritikern weltweit noch immer zu den Beliebtesten, wenn es darum geht, Bitcoin zu kritisieren.

Das Krypto Analyse-Unternehmen Chainalysis ist dem Mythos in seinem „2020 Crypto Crime Report“ auf den Grund gegangen. In einem Vorab-Blogbeitrag zu ihrem Bericht schreibt das Unternehmen, dass zu den risikoreichen Diensten P2P-Börsen, Mixing-Dienste, Hochrisiko-Börsen und Glücksspielseiten gehören. Zu den illegalen Diensten gehören Lösegeldadressen, sanktionierte Entitäten, DarkNet-Märkte und Adressen, die mit Scams und gestohlenen Geldern in Verbindung stehen.

Im Laufe des Jahres 2019 hat Chainalysis etwa 2,8 Milliarden Dollar an Bitcoin zurückverfolgt, die von kriminellen Entitäten an die Börsen gebracht wurden. Etwas mehr als 50% gingen dabei überraschenderweise an die beiden großen Krypto-Börsen Binance (27,5%) und Huobi (24,7%). Insgesamt, so Chainalysis, erhielten 2019 etwas mehr als 300.000 Einzelkonten von Binance und Huobi Bitcoin aus kriminellen Quellen.

Insbesondere Huobi dürfte viele Kenner der Branche nicht ganz überraschen. Die Börse wurde zuletzt in den Zusammenhang mit Liquidierungen des Upbit-Hack und dem PlusToken Scam gebracht. Wie Chainalysis in einer Untersuchung Mitte Dezember schrieb, haben die Personen hinter PlusToken bereits 25.000 von 45.000 BTC über die OTC-Plattform von Huobi liquidiert.

Binance und Huobi im Fokus der Analyse

Wie Chainalysis schreibt, ist ein kleines Segment der Adressen von Binance und Huobi besonders aktiv. Die 2.196 Konten mit den höchsten Einnahmen erhielten im Jahr 2019 insgesamt fast 27,8 Milliarden Dollar an Bitcoin. Allein die 31 Konten im einkommensstärksten Bereich haben im Jahr 2019 zusammen etwas mehr als 8 Milliarden Dollar an Bitcoin erhalten, und jedes dieser 31 Konten hat individuell zwischen 100 Millionen und 1 Milliarde Dollar erhalten.

Ein großes Problem beim Thema Geldwäsche sieht Chainalysis in den OTC (Over The Counter) Brokern. Diese fördern kriminelle Aktivitäten und erschweren die Verfolgung:

Das Problem ist jedoch, dass die meisten OTC-Makler zwar ein legitimes Geschäft betreiben, einige von ihnen jedoch auf die Bereitstellung von Geldwäsche-Dienstleistungen für Kriminelle spezialisiert sind. OTC-Makler haben in der Regel wesentlich geringere KYC-Anforderungen als die Börsen, an denen sie tätig sind.

Viele von ihnen nutzen diese Laxheit aus und helfen Kriminellen beim Waschen und Auszahlen von Geldern, in der Regel zuerst durch den Umtausch von Bitcoin und anderen Kryptowährungen in Tether als stabile Zwischenwährung, bevor sie vermutlich in Fiat auszahlen.

Chainalysis hat eine Liste von 100 großen OTC-Brokern zusammengestellt, die große Mengen an Kryptowährungen aus illegalen Quellen erhalten haben und vermutlich Geldwäsche anbieten. Die sogenannte Rogue 100 sind extrem aktive Händler. Laut der Studien gehören 70 dieser OTC-Makler zu der Gruppe von Huobi-Konten, die Bitcoin aus illegalen Quellen erhalten.

32 von ihnen gehören zu der Gruppe von 810 Konten, die die meisten illegalen Bitcoin erhalten, und 20 von ihnen erhielten im Jahr 2019 illegale Bitcoin im Wert von $1 Million oder mehr. Insgesamt erhielten diese 70 OTC-Makler im Laufe des Jahres 2019 $194 Millionen an Bitcoin von kriminellen Einrichtungen.

Wie Chainalysis auch feststellt, gehört allerdings kein einziges Konto von Binance zu den 70 der Rogue 100.

Wie kann der Ruf der Krypto-Branche weiter verbessert werden?

Um den Ruf der Krypto-Branche weiter zu verbessern, schlägt Chainalysis konkrete Schritte vor, welche „Strafverfolgungsbehörden, Aufsichtsbehörden und Krypto-Unternehmen unternehmen können, um die Geldwäsche zu unterbinden“:

Alles beginnt mit Transparenz. […] Aber mit Blockchain-Analyse-Tools wie Chainalysis können wir Transaktionen, die auf der Blockchain aufgezeichnet wurden, analysieren und so viel schneller einen Einblick in die Art und Weise erhalten, wie kriminelle Gelder waschen, wie wir oben gezeigt haben. Strafverfolgungsbeamte und Aufsichtsbehörden müssen Experten in dieser Technologie werden. […]

Wir fordern auch die Börsen auf, eine umfassendere Due Diligence-Prüfung der OTC-Broker und anderer verschachtelter Dienste, die auf ihrer Plattform operieren, durchzuführen.

Der vollständige Bericht soll im Laufe des Monats veröffentlicht werden. Dabei werden hoffentlich auch Fragen geklärt, wo die Ursprünge der gewaschenen Bitcoins liegen und wie viel davon von Börsen Hacks und anderen Scams, wie z.B. dem PlusToken, stammen. Dann dürfte sich die Zahl von etwa 2,8 Milliarden Dollar an gewaschenen Bitcoin im Kontext weiter „relativieren“.

Im Vergleich zur weltweiten Geldwäsche im Fiat-Geldsystem in einem Jahr, die von den Vereinten Nationen (UN) auf etwa 2 – 5% des globalen BIP oder 800 Milliarden – 2 Billionen US-Dollar geschätzt wird, ist der Betrag im direkten Vergleich als gering einzustufen.

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About Author

Jake Simmons

Jake Simmons ist seit 2016 ein Krypto-Enthusiast. Seit er von Bitcoin und der Blockchain-Technologie gehört hat, beschäftigt er sich täglich mit dem Thema. Jenseits von Kryptowährungen studierte Jake Informatik und arbeitete 2 Jahre lang für ein Startup im Blockchain-Bereich. Bei CNF ist er für die Beantwortung technischer Fragen zuständig. Sein Ziel ist es, die Welt auf eine einfache und verständliche Weise auf Kryptowährungen aufmerksam zu machen.

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