- Zum Jahreswechsel endete der Strom neuer Ankündigungen aus der Politik. Jetzt aktivieren die Volksbanken in der DACH-Region ihre neuen Krypto‑Funktionen.
- Erste Kunden bekommen Zugang zu Bitcoin‑Handel und Sparplänen, während die Institute ihre Meldeprozesse an das Bundeszentralamt für Steuern „scharf schalten“.
Die Branche spricht von einem „sanften Rollout“, der sich über mehrere Wochen erstrecken soll. Technische Engpässe und erhöhte Supportlast sind bereits sichtbar, waren aber erwartet worden.
Datenübermittlung beginnt
In Deutschland beginnt die operative Umsetzung des Krypto‑Transparenzgesetzes: Banken, Makler und Verwahrer übermitteln erstmals strukturierte Bestands- und Transaktionsdaten an das Bundeszentralamt für Steuern in Bonn.
Auch Österreich und die Schweiz haben den Übergang in die Praxis eingeleitet. Erste DAC8‑Informationsschreiben werden an die Anleger verschickt, und in der Schweiz werden CARF‑kompatible Datenstrukturen getestet. Erstmals fallen auch Krypto‑Derivate unter die neuen Austauschformate.
Während Retail‑Prozesse anlaufen, setzen internationale Akteure starke Impulse: Tether bestätigt eine erneute Aufstockung seiner Bitcoin‑Reserven, was im institutionellen Umfeld der DACH‑Region aufmerksam verfolgt wird.
Gleichzeitig warnen Sicherheitsanalysen vor anhaltend hohen Risiken im Web3‑Sektor. Für Unternehmen mit Crosschain‑Aktivitäten steigt der Druck, Audits und Monitoring zu verschärfen.
Die Kombination aus neuer Regulierung und institutioneller Dynamik markiert den Beginn eines Jahres, das stärker denn je von Transparenz, Compliance und strukturierten On‑Chain‑Prozessen geprägt sein wird.
Mehreinnahmen an Steuern in Deutschland

Laut KPMG ergibt sich aus der neuen Transparenz ein erhebliches neues Steuer-Potenzial. Man geht davon aus, dass private Krypto-Gewinne teils gar nicht, teils falsch deklariert wurden. Staking– und Lending-Erträge wurden oft nicht als steuerpflichtig behandelt.
Außerdem werden Stablecoin-Transaktionen durch MiCAR und DAC8 erstmals systematisch erfasst. Konservative Schätzungen aus der Branche gehen von einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag jährlich aus, der zusätzlich in die Kassen der Finanzämter fließen wird – 300 bis 600 Millionen € pro Jahr.

