MicroStrategy: Eine Milliarde Dollar Verlust mit Bitcoin – CEO tritt zurück

  • Im zweiten Quartal meldete MicroStrategy eine Wertminderung in Höhe von 917,8 Mio. US-Dollar, die auf einen Rückgang der Bitcoin-Bewertungen zurückzuführen ist.
  • Michael Saylor wird als Executive Chairman von MicroStrategy fungieren und sich mehr auf die Bitcoin-Kaufstrategie konzentrieren.

Am 2. August meldete die Business-Intelligence-Firma MicroStrategy (NASDAQ: MSTR) die Ergebnisse für das zweite Quartal 22 – mit einem Nettoverlust von einer runden Milliarde Dollar wegen Bitcoin. MicroStrategy ist der weltweit grösste Bitcoin-Eigner.

Das Unternehmen kaufte seit dem Sommer 2020 enorme Mengen an Bitcoin. Dahinter stand eine Strategie. Dem Quartalsbericht zufolge hielt MicroStrategy zum 30. Juni 129.699 Bitcoins. Die Bewertung des Unternehmens betrug zu diesem Zeitpunkt 1,988 Milliarden Dollar.

Das Unternehmen wies darauf hin, dass ein großer Teil seiner Quartalsverluste, nämlich 917,8 Millionen Dollar, auf Wertberichtigungen wegen des Kursverfalls von Bitcoin zurückzuführen sei. Noch-CEO Michael Saylor gab bekannt, dass er zurücktreten werde.

Saylor fügte jedoch hinzu, dass als Geschäftsführer im Unternehmen bleiben werde. Er will sich nun ausschließlich auf den Kauf von Kryptowährungen und deren Verwaltung konzentrieren. In einer Erklärung am 2. August sagte Saylor:

„Ich glaube, dass die Aufteilung der Funktionen des Gchäftsführers und des Vorstandsvorsitzenden dazu führen wird, unsere beiden Unternehmensstrategien besser verfolgen zu können: die profitable Anlage von Bitcoin und das Wachstum unseres Geschäftszweigs der Analysesoftware für Unternehmen. Als Geschäftsführer werde ich mich vorwiegend auf unsere Bitcoin-Akquisitionsstrategie und die damit verbundenen Bitcoin-Förderinitiativen konzentrieren können, während der künftige CEO für die Leitung des gesamten Unternehmens zuständig sein wird.“

Eine weniger blumige Erklärung könnte allerdings folgende sein: Auf einer Vorstandssitzung wurde Saylor unmissverständlich klar gemacht, er allein habe dem Unternehmen die Bitcoin-Suppe eingebrockt und nun solle er sie gefälligst auch allein auslöffeln. Dafür wurde eigens ein Geschäftsführerposten geschaffen – auf Zeit.

Natürlich ist dieses Szenario reine Spekulation – aber damit kennt sich Saylor ja aus.

Vitalik Buterin: Michael Saylor ist ein Clown

Noch vor kurzem kam es zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen Bitcoin-Junkie Saylor und Ethereum-Gründer Buterin. In einem seiner letzten Videos sprach Saylor über die Prinzipien von Wertpapier-Gesetzen:

„Die Grundlage der Wertpapiergesetze ist: Du sollst nicht lügen, betrügen oder stehlen. Das ist die Grundlage des Gesetzes.“

Anfang Juli hatte Saylor erklärt, Ethereum sei ein Wertpapier. Als Reaktion darauf twitterte Vitalik Buterin:

„Warum suchen sich die Bitcoin-Junkies immer wieder Helden aus, die sich als totale Clowns entpuppen?“

Michael Saylor liess sich in der vergangegen Woche vernehmen, es sehe nicht so aus, als ob das Ethereum Merge-Protokoll vollständig wäre. Saylor bezog sich dabei auf eine Rede von Vitalik Buterin im Juli, in der dieser gesagt hatte, dass Ethereum zu 40 Prozent fertiggestellt sei. Der MicroStrategy-Chef sagte, er glaube nicht, dass das Protokoll in den nächsten 36 Monaten fertiggestellt oder stabil sei. Laut Ethereum wird das Merge-Upgrade Mitte September im Ethereum-Mainnet live gehen.

MicroStrategy-Umsatz sinkt und MSTR-Shorts werden aufgebaut

Im zweiten Quartal verzeichnete das MicroStrategy einen Umsatzrückgang auf 122,1 Millionen US-Dollar gegenüber den erwarteten 123,5 Millionen. Die MSTR-Aktie hat sich allerdings im letzten Monat nach dem jüngsten Anstieg des Bitcoin-Kurses erholt. Dem Bloomberg-Bericht zufolge bauen sich jedoch die Short-Positionen in MSTR schnell auf. Am 1. August, berichtete Bloomberg:

„Nach Angaben des Finanzanalyseunternehmens S3 Partners sind derzeit 51% der verfügbaren MicroStrategy-Aktien mit einem Nominalwert von 1,35 Milliarden Dollar leer verkauft. Von den zurzeit vorhandenen 4,73 Millionen leerverkauften Aktien wurden 1,2 Millionen allein in den letzten 30 Tagen verkauft.“

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