Nach Quartalsbericht 4/21 verliert die Meta-Aktie 22% – in Australien hat Facebook derweil erheblichen juristischen Ärger

  • Ein australische Milliardär hat Facebook wegen Beihilfe zum Betrug verklagt, weil das Unternehmen betrügerische Werbeanzeigen unter seinem Namen zugelassen hatte.
  • Eine erste Anhörung vor Gericht findet Ende März statt. Sollte Facebook für schuldig befunden werden, dürfte eine hohe Geldstrafe fällig werden.

Für den Social-Media-Giganten Facebook läuft es nicht gut. Der australische Milliardär Andrew Forrest verklagt Facebook wegen betrügerischer Krypto-Anzeigen, die auf der Plattform unter seinem Namen geschaltet worden waren.
Andrew Forrest sagt, Facebook habe wissentlich von einem „Zyklus illegaler Anzeigen“ profitiert, anstatt diese nicht zuzulassen oder zu entfernen. Nach Rücksprache mit Generalstaatsanwältin Michaelia Cash erhob Forrest die Klage gemäß Teil 10 des Commonwealth-Strafgesetzbuchs.
Die erste Anhörung vor Gericht findet am 28. März, vor dem Western Australian Magistrates Court statt. Eine Anhörung zur Anklageerhebung wird danach erfolgen.
Eins der Opfer hat fast eine Million australische Dollar verloren, andere wurden um mehr betrogen. Forrests Anwälte erklärten, dass die die genaue Zahl und Identitäten aller Geschädigten nicht bekannt seien, doch das ausmaß des Schadens ist enorm. In der Klageschrift heißt es weiter:

„Diese Szenarien spielten sich in dem zugrundeliegenden Betrug ab, bei dem der Name, das Ansehen und der Ruf von Dr. Forrest genutzt wurden, um Opfer zu finden, die oft berichteten, dass sie betrogen wurden, nachdem sie glaubten, dass Dr. Forrest tatsächlich hinter dem fraglichen Investitionsprogramm stehe.“

Andrew Forrest: Facebook ist grob fahrlässig

Der australische Milliardär sagte, dass er seit März 2019 Hunderttausende Dollar ausgegeben habe, um sich von den Krypto-Betrügereien auf Facebook zu distanzieren. Daher bezeichnet er Facebook als „kriminell fahrlässig“, weil es nicht in der Lage sei, betrügerische Anzeigen zu entfernen.
In der Klageschrift heißt es weiter, dass Facebooks Zugriff auf Nutzerdaten „maßgeblich zur Verbreitung von illegaler Werbung, Fake News und anderem unerwünschten Internet-Content“ beigetragen habe.
Ein Sprecher von Facebook erklärte gegenüber der Zeitung „The Australian“, dass das Unternehmen einen mehrgleisigen Ansatz verfolge, um zu verhindern, dass seine Anzeigen zu Krypto-Betrug führen. Forrest stellt jedoch fest, dass Facebook trotz wiederholter Mitteilungen und Warnungen nicht genug unternimmt:

„Facebook hat wenig Bereitschaft zur Selbstkontrolle gezeigt oder grundlegende Schritte zu unternehmen, um Australier vor dem Missbrauch seiner Plattform durch Gauner und Betrüger zu schützen.“

Sollte das australische Gericht Facebook für schuldig befinden, müsste das Unternehmen vermutlich hohe Geldstrafen zahlen. Außerdem könnte es dazu führen, dass Facebook seine jüngste Entscheidung, bestimmte Kryptoanzeigen zuzulassen, zurückzieht. Facebook steht vor großen regulatorischen Problemen. Diese führten inzwischen unter anderem dazu, dass das Unternehmen sein Stablecoin-Projekt Diem inzwischen sang- und klanglos eingestellt hat.

Mehr zum Thema: Meta will sein Diem-Stablecoin-Projekt nach starkem regulatorischen Druck offenbar aufgeben

Meta-Aktie fällt 22% nach Veröffentlichung des Quartalsberichts 4/21

In den nachbörslichen Stunden des 2. Februar stürzte die Meta-Aktie um mehr als 22 Prozent ab. Facebook hatte zwar zuvor eine umfassende Umstellung auf das Metaverse angekündigt, doch eine Ankündigung ist wenig Konkretes,  Facebooks stagnierendes Nutzerwachstum hingegen ist sehr konkret. Darüber hinaus hat sich der Start der Abteilung „Reality-Labs“ des Unternehmens als kostspielig erwiesen. 2021 verloren die Meta-Plattformen 10,2 Milliarden Dollar mit ihren Augmented- und Virtual-Reality-Aktivitäten.

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