- 45% der Kryptokartenkäufe in der EU liegen unter 10 Euro und übertreffen die Käufe mit Bankkarten bei Mikro-Zahlungen.
- Mit Kryptokarten werden inzwischen fast doppelt so viele Online-Zahlungen getätigt wie mit herkömmlichen Karten.
Ein neuer Bericht von CEX.IO zeigt, dass Kryptokarten bei der Abwicklung von Kleinbetragszahlungen in der EU die traditionellen Banken überholen. Den Daten zufolge belaufen sich 45% der Kryptokartenzahlungen auf weniger als 10 €, eine Kategorie, die in der Regel von der Bargeld dominiert und von den Banken nicht als optimierungswürdige Möglichkeit angesehen wird.
Der Bericht deutet auf eine bedeutende Veränderung des Kundenverhaltens hin. Krypto-Kunden nutzen digitale Zahlungen für den täglichen Gebrauch. Der Anstieg von 15% bei den neu ausgegebenen CEX.IO-Karten allein in diesem Ersten Halbjahr 25 zeigt die steigende Nachfrage. Alexandr Kerya, Vice President of Product Management bei CEX.IO, sagt, die Statistiken zeigten, dass Digital-Assets zunehmend routinemäßig verwendet werden.
Die durchschnittlichen Ausgaben für Kryptokarten liegen bei 23,7 € und damit unter dem Durchschnitt von 33,6 € für Standard-Bankkarten, wie die Mastercard-Daten für das erste Quartal 25 zeigen.
Das bestätigt auch, dass die Kunden für regelmäßige Ausgaben auf Kryptowährungen angewiesen sind, und zwar fast ausschließlich für Lebensmittel, die 59 % aller Kryptokartenausgabenausmachen, was dem EZB-Benchmark von 54 % sehr nahe kommt. Die Ausgaben für Lebensmittel und Getränke liegen mit 19 % deutlich über dem regulären Durchschnitt.
Kryptokarten-Nutzung dominiert die Online-Zahlungen
Während die Europäische Zentralbank feststellte, dass nur 21% der Kartenzahlungen in der EU online getätigt werden, haben die Nutzer von Kryptokarten einen großen Sprung nach vorn gemacht. Die Zahlen von CEX.IO zeigen, dass 40% der Kartenzahlungen für Diigital-Assets inzwischen online getätigt werden. Es ist ein Beweis für die Technologie-Affinität dieser Kunden, die Online-Käufe und schnelle elektronische Zahlungsmechanismen bevorzugen.
Auch der Ausgabenindex von Crypto.com verzeichnet ein ähnliches Wachstum, nämlich 16% im Jahresvergleich. Die Kunden von Crypto.com gaben ihr Geld hauptsächlich für Lebensmittel aus, was 65% der Transaktionen ausmachte.
Auch die Kategorien Gesundheit und Bildung konnten jeweils 5% zulegen. Amazons Anteil an den Ausgaben sank von 50% im Vorjahr auf 33%, womit er immer noch weltweit an der Spitze des E-Commerce steht.
Kryptozahlungen im Tourismus gibt es hauptsächlich bei Booking.com und Trip.com, und 70% der Offline-Kryptozahlungen fanden in Europa statt. Auf Crypto.com entfielen außerdem 52% aller Online-Transaktionen, was ein weiteres Zeichen dafür ist, dass die Nutzer von Digital-Assets im Vergleich zu den Nutzern von Bankkarten stärker mit Online-Geschäften befasst sind.
Regulierungsdruck bei zunehmender Krypto-Nutzung
Während die Nutzung von Kryptowährungen für Routine-Zahlungen weiter zunimmt, sind nicht alle Banken derselben Meinung. Barclays hat beschlossen, ab dieser Woche keine Kryptozahlungen über seine Barclaycard-Kreditkarten mehr zuzulassen. Das hat Befürchtungen über eine unkontrollierte Volatilität und das Risiko des Aufbaus von Schulden durch die Nutzer ausgelöst.
Barclays hat seine Politik aus dem Jahr 2018 geändert und lehnt nun Zahlungen von digitalen Vermögenswerten mit Kreditkarten von seinen fünf Millionen Karteninhabern in Großbritannien ab und begründet dies mit dem Risiko von Forderungsausfällen und fehlenden Schutzbestimmungen. Umgekehrt verfolgen Polen, Ungarn und Rumänien eine positive Krypto-Politik, etwa durch Steueranreize und unterstützende Gesetze und Vorschriften.

