- Im Weißen Haus rangen Kryptoindustrie und Großbanken weiter um die Regeln für Stablecoin-Rewards im Clarity Act, doch auch das zweite Treffen endete ohne Einigung.
- Banken und Verbände drängen mit einem Papier auf ein weitreichendes Rendite- und Zinsverbot für Stablecoins.
Im Weißen Haus haben sich am gestrigen Dienstag erneut Vertreter der Kryptoindustrie und großer US-Banken getroffen, um den größten Streitpunkt des Clarity Act zu debattieren: Stablecoin-„Rewards“ und die Frage, welche Aktivitäten künftig als zulässig gelten sollen. Teilnehmer beschrieben die Runde als konstruktiver als beim ersten Mal, trotzdem ging am Ende erneut niemand mit einer Einigung nach Hause.
Kryptoindustrie vs. Bankenbranche
Journalistin Eleanor Terrett schrieb unter Berufung auf Beteiligte, dass diesmal weniger Leute am Tisch saßen und dass es schneller um konkrete Deal-Details ging. Beide Seiten nannten das Gespräch „produktiv“ – „aber auch dieses Mal gab es bis zum Schluss keinen Kompromiss“, so Terrett.
Inhaltlich wurde es dabei deutlich konkreter: Der Streit drehte sich vor allem darum, was künftig noch erlaubt ist, also welche Art von Rewards Kryptofirmen anbieten dürfen, wenn Nutzer Stablecoins halten.
Terrett zufolge will die Kryptoseite den Begriff „Rewards“ weit fassen, Banken und Verbände wollen ihn so eng wie möglich ziehen. Als Nächstes soll es „in den kommenden Tagen“ weitergehen, wobei offen sei, ob es vor Monatsende noch einmal ein weiteres Treffen geben wird. Das Weiße Haus habe beide Seiten aufgefordert, bis zum 1. März eine Lösung zu finden.
Brisant wurde es zusätzlich durch ein Papier, das Banken und Bankenverbände zum gestrigen Treffen mitbrachten: „Yield and Interest Prohibition Principles“. Darin heißt es, Stablecoins seien im GENIUS Act als Zahlungsinstrumente konzipiert, und Marktstruktur-Gesetze sollten daher ein striktes Rendite- und Zinsverbot verankern, um Einlagenabflüsse aus dem traditionellen Bankensystem zu verhindern.
Im Kern fordert das Papier ein sehr weitreichendes Verbot, „jede Form finanzieller oder nichtfinanzieller Gegenleistung“ an Stablecoin-Halter zu knüpfen – im Zusammenhang mit „Kauf, Nutzung, Eigentum, Besitz, Verwahrung, Halten oder Behalten“ eines Payment-Stablecoins.
Und dann kommt der Satz, der aus Sicht der Kryptobranche wie eine rote Linie wirkt: Vorgeschlagene Ausnahmen müssen demnach „extrem begrenzt“ bleiben. Immerhin steht das Wort Ausnahme überhaupt erstmals im Raum.
Obendrauf packt das Papier noch Durchsetzungskompetenzen der Aufseher samt zivilen Geldstrafen, Anti-Umgehungsregeln, strenge Vorgaben für Marketing- und Risiko-Darstellungen sowie eine verpflichtende Studie zwei Jahre nach Inkrafttreten, inklusive möglicher Folgeregulierung bei „wesentlichen Risiken“.
🚨NEW: Details from the White House stablecoin yield meeting, per banking and crypto sources in the room:
People on both sides called the meeting ‘productive,’ but, again, no compromise was reached by the end of the meeting. However, deal specifics were discussed in more detail… pic.twitter.com/w5nPlG1DLi
— Eleanor Terrett (@EleanorTerrett) February 11, 2026
Kompromiss in der Luft?
Ripple-Chefjurist Stuart Alderoty deutete nach dem Treffen auf Bewegung hin:
„Heute war eine produktive Sitzung im Weißen Haus – ein Kompromiss liegt in der Luft. Der klare, parteiübergreifende Schwung hinter einer vernünftigen Krypto-Marktstrukturgesetzgebung hält an. Wir sollten jetzt handeln – solange das Zeitfenster noch offen ist – und einen echten Gewinn für Verbraucher und Amerika liefern.“
Dan Spuler, Leiter der Abteilung für Branchenangelegenheiten bei der Blockchain Association, zeigte sich weniger positiv gestimmt:
„Nach dem ersten Treffen im Weißen Haus vergangene Woche hat sich das heutige Follow-up von einer breiten Diskussion hin zu ernsthaftem Problemlösen verschoben. Das war eine kleinere, fokussiertere Sitzung. Stablecoin-Rewards standen im Mittelpunkt – Banken kamen jedoch nicht, um am Gesetzestext zu verhandeln, sondern mit weitreichenden Verbotsprinzipien, und genau das bleibt ein zentraler Dissens.“
CEO Summer Mersinger erklärte:
„Das zweite Treffen im Weißen Haus zeigt, dass der politische Drive hinter einer parteiübergreifenden Marktstruktur-Gesetzgebung für digitale Assets weiter da ist. Wir sind ermutigt durch die Fortschritte, während Stakeholder konstruktiv daran arbeiten, offene Punkte zu lösen. Wir bleiben voll engagiert, um diese Fortschritte in Gesetzestext zu übersetzen, der die USA als globalen Innovationsführer positioniert.“

