- Immobilienkäufe mit Kryptowährungen nehmen in der EU stark zu, vor allem im gehobenen Segment. Im Massenmarkt wird weiter meist mit Fiat-Geld arbeitet.
- Vermögende Privatpersonen haben geradezu schlagartig Krypto als Zahlungsmittel für hochwertige Immobilien entdeckt.
Portugal, Spanien, Malta, Zypern und Andorra sind die EU-Staaten mit der neuen Affinität für Immobilienkäufe mit Kryptowährung. Dort gibt es liberale regulatorische Rahmenbedingungen und Makler und Notare mit viel Erfahrung in Krypto-Transaktionen. Auch in Großbritannien ist der Trend auffällig, wenn auch ohne EU-Mitgliedschaft.
Warum Immobilien-Käufe per Krypto zunehmen
Einer der Gründe dürfte die Vermögensdiversifikation sein. Viele frühe Krypto-Investoren wandeln ihre digitalen Gewinne in stabile Sachwerte um, ohne den Umweg über Banken oder andere Vermittler zu gehen. Immobilien gelten als besonders wertbeständig.
Hinzu kommt, dass Krypto-Zahlungen internationale Transaktionen vereinfachen. Käufer aus Ländern mit Kapitalverkehrskontrollen oder hoher Inflation können mit Krypto schneller und flexibler agieren, als mit Fiat-Geld.
Gleichzeitig steigt die Akzeptanz auf Anbieterseite: Immer mehr Immobilien-Unternehmen werben damit, Bitcoin, Ethereum, vor allem aber Stablecoins wie USDT und USDC zu nutzen.
Ein weiterer Grund für die regionale Konzentration liegt in der rechtlichen Ausgestaltung. Portugal, Malta und Zypern haben früh klare Regeln für den Umgang mit Digital-Assets geschaffen und gelten als kryptofreundlich. In anderen Ländern, etwa im Vereinigten Königreich, ist der Rahmen zwar ebenfalls vorhanden, aber strenger, was den Ablauf komplexer macht. Dennoch bleibt die Abwicklung grundsätzlich möglich, solange Käufer ihre Mittel transparent nachweisen können.
Der Markt ist noch klein. Vieles deutet aber darauf hin, dass Immobilienkäufe per Kryptowährung zunehmen werden. Der Trend wird durch Marketingeffekte verstärkt, denn Anbieter nutzen die Zahlungsoption als Werbe-argument für internationale Kundschaft.
Gleichzeitig zeigt die Entwicklung, dass Kryptowährungen zunehmend in der realen Wirtschaft ankommen. Ob sich der Trend in den gesamten Markt ausweitet, hängt von Regulierung, technischer Infrastruktur und der weiteren Akzeptanz von Kryptowährungen ab. In der Welt der Luxusimmobilien sind sie jedenfalls angekommen.
MiCAR mit Signalwirkung?
Allerdings könnte es einen weiterer Grund für die neue Krypto-Attraktivität der Immobilienbranche geben. Beispielsweise hat das in Litauen lizenzierte Unternehmen „Brighty“ im vergangenen Jahr über 100 Immobilien-Transaktionen für vermögende Privatpersonen vermittelt, mehr denn je, Tendenz steigend.
Nun ist Litauen ist ein bevorzugter EU-Standort für Krypto-Unternehmen, auch für fragwürdige. Es wimmelt dort von Briefkastenfirmen, die von der bisher lockeren Registrierungspraxis profitierten.
Damit ist jetzt Schluss, denn bereits seit dem Jahreswechsel werden in Litauen die EU-MiCAR umgesetzt und nicht erst, wie in den meisten anderen EU-Staaten, bis Juli dieses Jahres.

In der Immobilienbranche aber haben MiCA-Regelungen keinerlei Auswirkungen, und dort sind nach wie vor „Steuervermeidungsstrategien“ möglich, die in der Kryptobranche jetzt unterbunden werden, nicht nur in Litauen, sondern spätestens im Sommer in der gesamten EU.

