Krypto-Experten sind gefragt, da mehr Länder digitales Zentralbank-Geld erkunden

  • China löste eine Welle aus, die weitere Länder veranlasst hat, CBDCs auszugeben, während noch mehr Länder deren Machbarkeit untersuchen.
  • Das hat zu einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach Kryptowährungs- und Blockchain-Experten geführt, die diese Regierungen beraten, wie das Wall Street Journal jetzt zeigt.

Vor nicht allzu langer Zeit wurden Experten für Kryptowährungen von den meisten Regierungen als Rebellen angesehen. Sie seien darauf aus, ein Finanzsystem zu stören, das seit Jahrzehnten funktioniert habe, und einige sahen sie gar gegen den Wohlstand ihrer Nationen arbeitend an. Das ist vorbei. Jetzt sind diese Experten bei denselben Regierungen, die sie vorher für dubios hielten, en vogue und sehr gefragt. Wie ein neuer Bericht zeigt, kommen Blockchain-Experten jetzt in Positionen, die jahrhundertelang einer etablierten Bürokraten-Kaste vorbehalten waren, und sie machen einen großartigen Job.

China hat kürzlich ein Whitepaper für seinen digitalen Yuan veröffentlicht, das einen ersten Einblick in die Mechanik des weltweit fortschrittlichsten CBDC gibt. Allerdings haben andere Länder, vor allem die kleineren, CBDC-Projekte viel schneller umgesetzt. Das ist größtenteils auf die Hilfe von Kryptowährungs- und Blockchain-Experten auf der ganzen Welt zurückzuführen, die jetzt sehr gefragt sind.

Aufbau einer digitalen Finanz-Zukunft mit CBDCs

Der Bericht des Wall Street Journal ging der Frage nach, wie diese Experten die Zukunft von Nationen wie den Marshall-Inseln, Kambodscha und den Bahamas gestalten. Einer von ihnen, der israelische Krypto-Berater Barak Ben-Ezer, war der erste, der eine CBDC für die Marshall-Inseln vorschlug, eine Nation mit weniger als 60.000 Einwohnern, die keine eigene Währung oder gar eine Zentralbank hat.

Ben-Ezer verglich das CBDC mit Bitcoin, allerdings mit einem fundamentalen Unterschied. „Wir haben ihnen gesagt, dass Bitcoin erstaunlich ist, aber keine souveräne Währung. Sie sitzen auf einem Haufen virtuellen Goldes“, erinnerte er sich.

Ben-Ezer hatte die Vision, der kleinen Nation beim Aufbau einer handelbaren digitalen Währung zu helfen und diese dann zu nutzen, um neue Finanzströme anzuziehen, ähnlich wie es Panama mit seinem Kanal für den weltweiten Schiffsverkehr getan hat. Sein Plan erhielt die Zustimmung der Legislative und Monate später konnte er anfangen. Am Ende bekam er 10 Prozent der ausgegebenen digitalen Währung als Bezahlung für sich und sein Team.

Die Bahamas sind ein weiterer Inselstaat, der große Fortschritte bei seiner CBDC gemacht hat und sie im letzten Jahr ausgegeben hat. Bekannt als der Sand-Dollar, hat es dem Inselstaat mit 390.000 Einwohnern eine bessere Möglichkeit gegeben, Transaktionen durchzuführen und sein Finanzsystem vor dem Zusammenbruch in Zeiten von Naturkatastrophen zu schützen, die das Land häufig treffen.

Jay Joe, ein kanadischer Blockchain-Spezialist, leitete die Bemühungen um den Sand-Dollar. Mit seiner Firma NZIA Ltd. konzentrierte er sich auf die Frage, wie eine digitale Währung direkt über Mobiltelefone abgewickelt werden könnte, da die Mehrheit der Bahamaer Schwierigkeiten hat, Zugang zu Bankfilialen zu bekommen.

„Es gab kein Playbook. Wir haben auf unsere Erfahrung mit Blockchain zurückgegriffen.“

Seitdem sind Joe und sein Unternehmen weltweit sehr gefragt, wie er dem WSJ erzählte. Und während es überwiegend die kleineren Nationen sind, die am meisten an CBDCs interessiert sind – da sie mehr zu gewinnen und weniger zu verlieren haben – treten auch die globalen Supermächte an Joe heran, um sich über ihre zukünftigen CBDCs beraten zu lassen, verriet er.

Der Aufschwung der CBDCs ist nicht ohne Widerstand. Auf den Marshall-Inseln zum Beispiel gab es den ersten Rückschlag, als die First Hawaiian Bank drohte, ihre Korrespondenzbank auf der Insel zu schließen, wenn sie ihre CBDC-Pläne weiterverfolgen würde.

Der Internationale Währungsfonds zog nach und behauptete, dass das CBDC „die Auslandshilfen und andere wichtige Finanzströme unterbrechen könnte, was zu einer erheblichen Belastung der Wirtschaft führen würde“.

Die Marshall-Inseln waren jedoch entschlossen, die Pläne durchzuziehen, und ihre Bemühungen haben sich ausgezahlt.

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Steve ist seit vier Jahren Blockchain-Autor und seit noch längerem ein großer Krypto-Enthusiast. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn besonders die Chancen fur Entwicklungsländer.

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